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Lutz Hachmeister

Ein akademischer Fälscher kann kein Minister bleiben. Ein Aufruf

 | 253 Kommentar(e)


Lutz Hachmeister, Medienhistoriker und Filmemacher, hat eine Stellungnahme zum Guttenberg-Plagiat verfasst, die wir hier mit der Bitte um weitere Unterstützung veröffentlichen. Hachmeister, ehemals Leiter des Grimme-Instituts, promovierte 1986 an der Universität Münster und wurde 1999 von der Universität Dortmund habilitiert.

22.02.2011 | 

Wir halten nicht allzu viel von akademischen Ritualen. Die Lage an den deutschen Hochschulen mit ihren Bologna-Prozessen, Exzellenz-Clustern und Modulpunkten ist beklagenswert.

Gerade deshalb sollte es wissenschaftliche Mindeststandards geben, die für alle gelten. Die Idee einer universellen scientific community, mit ihren Regeln der Überprüfbarkeit und Originalität, Kritik und Präzision, ist ein hohes Gut. Diese Regeln mussten lange Zeit gegen religiösen Wahn und staatliche Pressionen durchgesetzt werden. Sie sind in vielen Ländern der Erde noch immer nicht selbstverständlich. Bei den Plagiaten des derzeitigen Bundesverteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg hat sich gezeigt, dass ein gewichtiger Teil der politischen Klasse in Deutschland die Bedeutung intellektueller Leistung gering schätzt.

Karl-Theodor zu Guttenberg hat wissentlich eine akademische Qualifikationsarbeit vorgelegt, die sich in erheblichem Umfang auf fremdes geistiges Eigentum stützt, ohne dieses kenntlich zu machen. Daran besteht nach Faktenlage kein Zweifel mehr. Die wesentliche Leistung des Promovenden bestand in einer bunten Textkompilation, deren Methodik den Betreuern der Arbeit offenbar seinerzeit nicht aufgefallen ist. Eine solche Ansammlung von Plagiaten war tolldreist, ihre Ableugnung war bizarr. Der Verteidigungsminister ist nur durch die im Internet und von der Presse versammelten Beweise dazu gebracht worden, nach längerem Leugnen und Abstreiten seinen Doktortitel „auf Dauer nicht mehr zu führen“. Noch interessanter ist, wie sehr sich der Minister beim Ableugnen der Fakten und beim Werfen von Nebelkerzen auf die unbedingte Solidarität seiner politischen Freunde verlassen konnte, bis hin zur Bundeskanzlerin. Wie will eine Bundesregierung überhaupt noch bildungspolitisch verantwortlich handeln, wenn sie vorsätzliche akademische Täuschung zum Kavaliersdelikt erklärt? Wie wollen Universitäten ihre Studenten zur „Exzellenz“ motivieren, wenn ein plagiiertes Traktat ohne Konsequenzen mit „summa cum laude“ bewertet werden kann?

Angesichts dieser Faktenlage ist die Unterstützung des Plagiators durch Teile von Politik und Journalismus nur macht- und medienpsychologisch zu erklären. Wer sich aber wirklich um Karl-Theodor zu Guttenberg sorgt, der entbietet ihm keine politische Nibelungentreue, sondern kümmert sich in dieser schwierigen Situation um persönlichen und psychologischen Rat.

Wir klagen niemanden an. Wir kennen die biblischen Bezüge von Splittern und Balken im Auge von Heuchlern und selbstgerechten Richtern. Aber um für die Wissenschaft und die intellektuelle Würde zu retten, was zu retten ist, werden wir unseren Doktortitel solange nicht führen, solange Freiherr zu Guttenberg noch als Minister dieses Land vertritt.

Lutz Hachmeister

Mitunterzeichner:

Hanna Leitgeb, Leonard Novy

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253 Kommentare

  1. Feliks_Dzerzhinsky |  22.02.2011 | 13:08 | permalink  

    “die sich in erheblichem Umfang auf fremdes geistiges Eigentum stützt, ohne dieses kenntlich zu machen” – Natürlich, er wollte eben die Original-Verfasser nicht bloßstellen. Das spricht für wahren Herzensadel, darum:
    Uneingeschränkte Solidarität mit Dr. zu Guttenberg!

  2. julia seeliger |  22.02.2011 | 13:11 | permalink  

    würde ich auch unterstützen, wenn möglich.

  3. David |  22.02.2011 | 13:18 | permalink  

    Wo kann ich unterschreiben?

    (Ein Promotionsstudent)

  4. Reiner/SB |  22.02.2011 | 13:22 | permalink  

    Wer noch niemals abgeschrieben hat der werfe den ersten Füllfederhalter.

  5. Jan |  22.02.2011 | 13:25 | permalink  

    @Reiner/SB, in welcher Richtung?

  6. A. Rebentisch |  22.02.2011 | 13:25 | permalink  

    Unterstützenswert. Unverständlich finde ich, warum man ihn bei der Union nicht sofort letzte Woche aus der Schusslinie geholt hat. Die Fakten waren doch bekannt. Die haben den Mann einfach auflaufen lassen und mit seiner Stellungnahme vor der ausgewählten Presse hat er sich selbst versenkt. Nun sind Amt und Institutionen beschädigt.

    Übrigens geistert gerade herum, dass der Sohn von al-Gaddafi an der London School of Economics….
    http://www.boingboing.net/2011/02/22/saif-gadaffhi-plagia.html
    .. ich meine, was bedeutet das für meine Freunde, die da studiert haben. Peinlich.

  7. Tobias |  22.02.2011 | 13:26 | permalink  

    Würde ich mit meiner Dissertation schon fertig sein, würde ich das auch unterschreiben. Leider bin ich aber kein Freiherr und muss sie daher selbst schreiben.
    - ein weiterer Promotionsstudent

  8. Reiner/SB |  22.02.2011 | 13:34 | permalink  

    > @Reiner/SB, in welcher Richtung?

    z.B. in Richtung Blogosphäre oder in Richtung unserer freien Presse .
    (–>Agenturmeldungen)

  9. Robert |  22.02.2011 | 13:34 | permalink  

    “Wer noch niemals abgeschrieben hat der werfe den ersten Füllfederhalter.”
    Schwachfug.

    Eine Dissertation, die ein Promovent zu schreiben hat, ist ein wissenschaftliches Dokument, das zu neuen Erkenntnissen im gewählten Fachbereich liefern soll. Neues Wissen kann nicht dadurch entstehen, altes Wissen von anderen zu kombinieren.

    Davon ab muss man Quellen nach DIN 1505-2 korrekt zitieren, um sich nicht mit Federn zu schmücken, und um die Gedankengänge nachvollziehen zu können, die zur Erkenntniss neuen Wissens führten.

    Wer dies nicht tut, hat auf ganzer Linie versagt, das Dokument ist für die Wissenschaft nutzlos und der “Doktor” eben nur ein bedeutungsloser Fälscher.

  10. Reiner/SB |  22.02.2011 | 13:40 | permalink  

    > Neues Wissen kann nicht dadurch entstehen, altes Wissen von anderen zu kombinieren

    Dass glauben Sie doch wohl selbst nicht.

  11. hessenwinkel |  22.02.2011 | 13:42 | permalink  

    Gutt bye

  12. Johannes Döh |  22.02.2011 | 13:44 | permalink  

    @Reiner/SB “Wer noch niemals abgeschrieben hat der werfe den ersten Füllfederhalter.” Dein populistisches Totschlagargument klingt irgendwie umverschämt. Ich darf gerne zugeben, in der Schule gelegentlich abgeschrieben zu haben. Nicht selten wurde man für solche Tricksereien auch entsprechend bestraft, sodenn man erwischt wurde. Wer abgeschrienen oder gespickt hatte, war sich der Gefahr und den Konsequenzen bewusst. Das Strafmaß zu meiner Zeit war mindestens die Zensur 6 mit Klassenbucheintrag. Die Folgen daraus konnten durchaus in einer Nichtversetzung enden. Wurde man also des Betruges oder auch nur des Versuches überführt, hatte dies ungeahnte Folgen für den weiteren Lebensweg. Nun hat Doktor a.D. zu Guttenberg einige Stufen höher auf der Karriereleiter betrogen und sich sogar selbst als armes Opfer des neidvollen Pöbels inszeniert, was ja sogar bei etlichen Kleingeistern den gewünschten Erfolg bewirkte. Welche Strafe ist denn in einem solchen Fall zu erwarten? Setzen, sechs und Klassenbucheintrag wäre sicher ausgesprochen schmeichelhaft, ist aber mit dem von seinen Parteikollegen geforderten Strafmaß beinahe zu vergleichen. Die zu erwartende Konsequenz aus einer derart milden Strafe wäre etwa so schlimm wie ein 10 Euro Bußgeld eines Falschparkers. Lieber Reiner aus Saarbrücken, ich werfe hiermit all meine Kugelschreiber, Bleistifte und Radiergummis in Richtung des Plagiators und seinen Unions- Unterstützern…

  13. wolfsrebellen |  22.02.2011 | 13:44 | permalink  

    Ein Jeder wird bestraft der Abschreibt, fängt schon in der Schule an.

    Ich habe für derlei Spielchen wie sie gerade von Guttenberg gespielt werden keinerlei Verständnis.

    Er kann sich auch nicht raus reden, dass es ihm nicht bewusst war.

    Hola – waren die abgeschriebenen Texte auf einem Notizzettel verewigt ?

    Ist einfach nur dreist und unverschämt was Guttenberg da von sich gibt.

    Er ist daher nicht mehr als Minister haltbar und sollte zurück treten, oder getreten werden – wie auch immer ..

    lupa

  14. Nick Haflinger |  22.02.2011 | 13:45 | permalink  

    Ich stimme mit den Forderungen überein. Aus genau diesem Grund werde ich jedoch meinen Titel weiter “führen”, unabhängig davon, ob er Minister bleibt oder zurücktritt.

    LG, Nick H.

  15. Maik |  22.02.2011 | 13:53 | permalink  

    Gutt Bay!!

  16. Vicki Lieks |  22.02.2011 | 14:03 | permalink  

    Dem ist nichts hinzuzufügen. Großartig!

  17. Reiner/SB |  22.02.2011 | 14:03 | permalink  

    Wir brauchen wohl unbedingt ein Leistungsschutzrecht gegen welches Carta bekanntlich Sturm läuft.

    Hier noch was zum ärgern: http://www.facebook.com/ProGuttenberg

  18. j-ap |  22.02.2011 | 14:05 | permalink  

    ad Tobias (22.02.2011, 13:26)

    1. Freiherrn gibt es nicht, sondern nur Leute, die so heißen.
    2. Unter diesen befinden sich manche, die zwar Freiherr, aber nicht zu Guttenberg heißen.
    3. Unter diesen wiederum gibt es welche, die ihre Promotion ebenfalls eigenständig angefertigt haben.
    4. Weswegen manch einer von ihnen den Aufruf da oben unterstützt.

  19. Ein akademischer Fälscher kann kein Minister bleiben. Ein Aufruf von Lutz Hachmeister. |  22.02.2011 | 14:06 | permalink  

  20. Reiner/SB |  22.02.2011 | 14:06 | permalink  

    > Hier noch was zum ärgern: http://www.facebook.com/ProGuttenberg

    197,681
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    Hat Carta soviele Fans?

  21. Na Gutt eh.. |  22.02.2011 | 14:11 | permalink  

    Leider ein sehr schwacher, dendeziöser Text, der Scheinargumente mit polemischen Kraftsprüchen kompensieren will.
    Lutz Hachmeister: Zitat (ein korrektes): “Wie will eine Bundesregierung überhaupt noch bildungspolitisch verantwortlich handeln, wenn sie vorsätzliche akademische Täuschung zum Kavaliersdelikt erklärt?”
    Bitte belegen! Ich kenne zwei (sehr exemplarische) Aussagen von ihr zu dem Thema. Zitat (korrekt):
    “Die Universität Bayreuth ist die einzige Instanz, die ein glaubwürdiges Urteil fällen kann, ob und wie viele Fehler gemacht worden sind. Nur sie kann sagen, welche Bedeutung solche Fehler für die Beurteilung der Dissertation hätten.

    Karl-Theodor zu Guttenberg ist ein ausgezeichneter Verteidigungsminister, er führt dieses schwere Amt außerordentlich gut. (…) Seine wissenschaftliche Arbeit hat mit diesen Aufgaben nichts zu tun.”

    Zu den zahlreichen Kommentaren:

    Reiner/SB ist der einzige hier, der korrekt zitiert hat. Die anderen haben ihren Kommentar doch nur irgendwo angeschrieben!

    @wolfsrebellen: Wenn abschreiben, dann bitte an die Rechtschreibung halten!
    Abgesehen davon: Was spielt denn Guttenberg jetzt für Spielchen? Der hat die Dis vor fünf Jahren abgegeben…

    @Johanne Döh: Lass mich deinen Beruf raten…Lehrer? Oder schon Oberlehrer?

  22. Na Gutt eh.. |  22.02.2011 | 14:12 | permalink  

    Sorry, zu hudelig, heißt natürlich “tendenziös”. Netzschlamperei meinerseits.

  23. Markus Lengauer |  22.02.2011 | 14:12 | permalink  

    Eine kleine Anmerkung:

    “Wie wollen Universitäten ihre Studenten zur „Exzellenz“ motivieren, wenn ein plagiiertes Traktat ohne Konsequenzen mit „summa cum laude“ bewertet werden kann?”

    Mit “summa cum laude” wird meines Wissens nicht die Doktorarbeit beurteilt, sondern die gesamte Promotionsleistung, also inklusive der Prüfungsergebnisse im Rahmen des Doktoratsstudiums.

    Das plagiierte Traktat hätte — sofern Bayreuth das so handhabt — mit einer der folgenden Noten bewertet werden können:

    opus eximium, „außerordentliche Arbeit“,
    opus valde laudabile, „sehr gute Arbeit“,
    opus laudabile, „gute Arbeit“,
    opus idoneum, „befriedigende Arbeit“.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Promotion_(Doktor)#Deutschland

    vG, ML

  24. Reiner/SB |  22.02.2011 | 14:13 | permalink  

    > 197,681
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    > Hat Carta soviele Fans?

    198,273
    Wo ist das Popcorn?

  25. Reiner/SB |  22.02.2011 | 14:17 | permalink  

    198,406

    Das Internet hat gesprochen. Hugh.

  26. hartmut |  22.02.2011 | 14:19 | permalink  

    Ich führe leider keinen Dr., deswegen kann ich derzeit nicht mit unterschreiben. Aber nach meinem nächsten Bayreuth-besuch stoße ich dann dazu, versprochen!

  27. Reiner/SB |  22.02.2011 | 14:25 | permalink  

    Der Zustrom ist wirklich unglaublich. Wir knacken gleich die Marke von 200.00 Unterstützern. Mittlerweile rufen sogar Radiosendungen und Zeitungen zur regen Diskussion in dieser Seite auf. Schaffen wir bis Ende der Woche die 500.000?

    http://www.facebook.com/ProGuttenberg

  28. LM |  22.02.2011 | 14:25 | permalink  

    Bei aller Sympathie scheint uns Ihre Protestform dann doch zu subtil. Wir sehen in der Ver …lade des Publikums einen Anschlag auf das Gemeinwesen: http://berlin2011.wordpress.com/2011/02/21/die-verkommene-republik/

  29. sdu |  22.02.2011 | 14:28 | permalink  

    Endlich klare Worte aus der scientific community. Danke – das war (über-)fällig!

    In vollem Bewusstsein, selbst nie plagiiert zu haben, werfe ich nicht nur meinen Füllfederhalter, sondern meine ganze Sammlung von Computertastaturen (vor allem Cherry und IBM, die richtig solide gebaut sind und daher – hoffentlich! – einen bleibenden Eindruck hinterlässen)! Wer fremde Leistung in erheblichem Masstab als eigene ausgibt, wer Betrug als “Fehler” und Dreistigkeit als “Überblick verloren” kleinredet, ist nicht nur als Wissenschaftler, sondern auch als Minister (bzw. als Führungskraft an egal welcher Stelle) vollkommen untauglich.

    Herr zu Guttenberg: Sie haben Ihren Vertrauensvorschuss dauerhaft verspielt. Meine Damen und Herren in Bonn sowie an der Universität Bayreuth: Finden Sie endlich klare Worte, vor allem aber: ziehen Sie deutliche und nachhaltige Konsquenzen! Sonst haben auch Sie unser Vertrauen nicht länger verdient …

  30. Sascha Schünemann |  22.02.2011 | 14:30 | permalink  

    Das Problem mit der Arbeit von KT zu Guttenberg ist doch garnicht so sehr die Tatsache, dass er an so vielen Stellen Wissen und Gedanken anderer Autoren unverfälscht oder nur durch sehr geringer Änderungen übernommen hat, sondern viel mehr die Tatsache, dass er durch fehlende Verweise und zum Teil, so scheint es, bewusste Täuschung nicht darauf hingewiesen hat, dass es sich bei diesen Aussagen NICHT um seine EIGENLEISTUNG handelt.

    Eine akademische Arbeit kann, darf und soll manchmal Wissen verschiedener Autoren kombinieren.
    Natürlich darf sie nicht nur aus Aussagen, insbesondere in Form von Zitaten, anderer Autoren bestehen, aber das ist auch gar nicht der wesentliche Vorwurf an zu Guttenberg.

    Ob seine Arbeit, die keine Frage eine Menge Zitate oder nur leicht abgeänderte Aussagen anderer Autoren beinhaltet, den Ansprüchen einer juristischen Doktorarbeit genügt, das können die wenigsten von uns beurteilen.

    Insbesondere sollten Wissenschaftler aus anderen Disziplinen vorsichtig sein, wenn sie die Ansprüche die an sie gestellt werden, auf andere Disziplinen anwenden.

    Unentschuldbar bleibt jedoch die Tatsache, dass KT von Guttenberg an so vielen Stellen fremde Gedanken als seine eigenen Ausgegeben hat. DAS ist der eigentliche Vorwurf, und DAS ist es, was in einer wissenschaftlichen Arbeit, insbesondere einer Doktorarbeit, und ganz besonders einer mit dem Prädikat “summa cum laude” NICHT beinhaltet sein darf.

    Und dafür sollte ihm der Titel entzogen werden.

    Bezüglich der Frage ob er als Minister noch tragbar ist, ich finde die Tatsache dass er unrechtmäßigerweise einen Doktortitel, sogar mit Auszeichnung, erhalten hat, ist allein nicht unbedingt “schlimm” genug, dass er zurücktreten MUSS.

    Jedoch ist es meiner Meinung nach sein Verhalten während dieser “Krise”, seine aggressive Abweisung der Vorwürfe zu beginn (abstrus, … ) und die viel zu späte Eingestehung der Fehler, obwohl selbst diese immer noch viel zu unselbstkritisch ausfiel, ist es, dass nun einen Rücktritt erfordert.

  31. Na Gutt eh.. |  22.02.2011 | 14:33 | permalink  

    Die Mutbürger! Die haben gerade noch gefehlt in dieser Pharisäergemeinde der Empörungshelden.
    @sdu: Die Ansprache “Damen und Herren in Bonn” lässt erkennen, in welcher Zeit Sie leben. Nur fürs Protokoll: Die Regierung befindet sich in Berlin.

  32. f.luebberding |  22.02.2011 | 14:33 | permalink  

    Reiner/SB

    Die können noch eine Seite aufmachen:

    http://blog.zeit.de/kulturkampf/2011/02/22/plagiats-wiki-auch-fur-gaddafi-sohn/

    Honorar dürfte kein Problem sein – wenn sie schnell genug sind.

  33. Jens Arne Männig |  22.02.2011 | 14:37 | permalink  

    Das Vorhaben als solchen mag ehrenhaft sein, die Politik jedoch durch das Nichtführen seines akademischen Grads erpressen zu wollen, zeugt schon von einem äußerst gesunden Maß an Dünkelhaftigkeit.

  34. cdv! |  22.02.2011 | 14:46 | permalink  

    *beidearmehochstreck*

    Kann es sein, dass einer der Unterzeichner nicht “Markus”, sondern Martin heißt? Nur, dass das richtig zitiert wird ;-)

  35. Gina |  22.02.2011 | 14:48 | permalink  

    Politiker mussten schon aus geringeren Gründen zurücktreten! Der Mann ist wirklich untragbar! Soll er doch das Familienvermögen versilbern statt unsere Steuergelder! Übrigens fühle ich mich ebenfalls regelrecht persönlich betroffen, weil mir ein Dr. durchaus noch etwas Respekt abgenötigt hatte – ich weiß aus eigener Erfahrung, wie lange man daran sitzt und wie gern man oft abbrechen möchte…

  36. f.luebberding |  22.02.2011 | 14:50 | permalink  

    Männig

    Sie wissen aber was Erpressung ist?

  37. Reiner/SB |  22.02.2011 | 14:52 | permalink  

    > http://www.facebook.com/ProGuttenberg

    Die 200,000er Marke ist geknackt. Es geht weiter. Der Counter steigt im Sekundentakt.

    Man sollte das Internet wg. derlei Banausentums abschalten. Her mit der Netzsperre.

    Aber es gibt glücklicherweise auch noch die “Guten”.

    > http://www.facebook.com/Anti.Guttenberg

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    > http://www.facebook.com/GegenGuttenberg

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    > http://www.facebook.com/pages/ANTI-zu-Guttenberg/114666705270716?v=wall

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    Aber
    > http://www.facebook.com/ProGuttenberg

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    Ich finde es ja herrlich komisch – habe jedoch vollstes Verständnis dafür wenn SIE dies nicht komisch finden.

  38. Gina |  22.02.2011 | 14:53 | permalink  

    Wer erpresst wen womit?

  39. Na Gutt eh.. |  22.02.2011 | 14:57 | permalink  

    Geiler Satz von Gina: “Der Mann ist wirklich untragbar!”

    Nur leider abgeschrieben:
    http://www.sueddeutsche.de/politik/sarrazin-gruene-fordern-ruecktritt-der-mann-ist-untragbar-1.40856

  40. Gina |  22.02.2011 | 14:59 | permalink  

    Mist! Erwischt… Okay, ich gebe meinen SZ-RSS-Feed zurück.

  41. Konrad Neuwirth |  22.02.2011 | 15:12 | permalink  

    Hat schon jemand nachgefragt, wie Prof. Dr. Schavan oder Dr. Spaenle die gesamte Sache so finden? Es hiesse ja, die gesamte Bundesregierung stünde hinter Herrn Guttenberg.

  42. Scooter69 |  22.02.2011 | 15:19 | permalink  

    Die Konsequenz für eine unkorrekt angefertigte Doktorarbeit sollte mit dem Entzug des Titels geahndet werden.
    Dies zu tun obligt der Universität Bayreuth.

    Ein Ministeramt setzt glücklicherweise nicht das tragen eines Doktorentitels vorraus.

    Somit ist die Forderung hier für mich nicht nachvollziehbar. Haben wir in diesem Land nicht wichtigere Probleme zu lösen?

    Vielleicht können wir in Zukunft Langzeitarbeitslose damit beschäftigen sämtliche Doktorarbeiten im Detail auf evtl. Plagiatsverdacht zu prüfen.

  43. Digitale Notizen » Blog Archive » Nicht mehr führen |  22.02.2011 | 15:20 | permalink  

    [...] dem Titel Ein akademischer Fälscher kann kein Minister bleiben werden die obigen Fragen gestellt. Die Unterzeichner des von Lutz Hachmeister verfassten Text [...]

  44. Gina |  22.02.2011 | 15:22 | permalink  

    @Scooter69: Hallo?!?! Mit gefälschtem Lebenslauf und betrügerisch erlangem Titel soll ein Minister Deutschland – und! – vertreten??? Geht´s noch? Wir BEZAHLEN diesen Mann schließlich!

  45. Carsten |  22.02.2011 | 15:23 | permalink  

    Ich bin etwas entsetzt, wie sehr diese unsägliche Facebook Gruppe mittlerweile in den Medien verbreitet ist. Die Qualität der Kommentare erinnert an 12-jährige, die einen Popstar anhimmeln. Ich glaube zudem, dass ein Großteil gar nicht genau weiss, worum es geht, sondern einfach mal mitmacht, weil es gerade “en vogue” ist.

    Da entwickelt sich eine Eigendynamik, die man keinesfalls als repräsentativ bezeichnen kann. Vor allem ist das keine Diskussion, sondern einfach eine Anreihung von Kommentaren, die natürlich deshalb so positiv für Guttenberg ausfallen, weil auch sachlich kritische Kommentare gelöscht werden.

    Wenn das die neue Diskussionskultur werden soll, dann gute Nacht. Für soziologische Untersuchungen (oder gar Dissertationen) allerdings ein mehr als gefundenes Fressen. :)

  46. Johannes Döh |  22.02.2011 | 15:23 | permalink  

    @Na Gutt eh..

    @Johanne Döh: Lass mich deinen Beruf raten…Lehrer? Oder schon Oberlehrer?

    Falsch :-)

    Dann rate ich im Gegenzug auch mal: Sie sind Stammwähler von einer der christlichen Unionsparteien?

    Im Übrigen ist es relativ unkritisch wie auch unerheblich, in Blog- Kommentaren eine Ihrer Meinung nach inkorrekte Zitierweise anzuwenden, sofern man denn wenigstens das Zitat als solches erkennen kann. Selbst beim Plagiator Guttenberg hätte man sogar noch ein Auge zudrücken können, hätte er nur förmlich sporadisch falsch zitiert, doch inzwischen ist es nicht mehr zu leugnen, dass er mit Vorsatz plagiiert haben muss. Dagegen hilft auch nichts, wenn Reiner aus SB ständig die Facebook- Seite der Gutti- Fans erwähnt. Lieber Reiner, Quantität und Qualität sollte man auseinander halten. Was geschickte Propaganda bei Kleingeistern hervorrufen kann, ist durch die Geschichte, nicht zuletzt der deutschen, eindrucksvoll nachzuvollziehen.

    Dass ich meine Ehrfurcht vor Doktor- Titeln und dergleichen lange vor der Guttenberg- Affäre verloren habe, zeugt daher, dass ich sehr oft für den gehobenen Akademikerkreis tätig bin und erkannt habe, dass auch dieser Personenkreis so gottähnlich nun auch wieder nicht ist. Dennoch gibt es Leute, auch mit entsprechenden Titeln, die ich durchaus als herausragend ansehe. Ein Doktor a.D. zu Guttenberg gehört nun nicht mehr dazu, was nicht bedeuten soll, dass er je dazu gezählt haben sollte. Hätte er sich abseits seiner Doktorarbeit, z.B. als Verteidigungsminister entsprechend positiv hervorgetan, wäre mir übrigens dieser offensichtlich unbedeutente Titel sowieso unwichtig gewesen. Mutter Theresa hatte auch keinen Doktortitel und obgleich ich mich nicht als religiösen Mensch empfinde, habe ich große Hochachtung vor der Lebensleistung dieser Frau. Der Verteidigungsminister müsste wenigstens in seinem Amt etwas halbwegs zu Würdigendes leisten, um auch ohne Doktorehren bestehen zu können. Die Suspendierung des Gorch Fock Kapitäns nach einer Plauderstündchen mit einem Bild- Journalisten besitzt diesen Wert nicht. Auch die Aufklärungsversuche in den diversen Afghanistan- Vorfällen sind keineswegs unumstritten. Die Bundeswehrreform wird erst in mittelfristiger Zukunft zeigen, was sie wert war. Was also hat der Mann denn nun so herausragendes geleistet, was Kanzlerin und Parteigenossen ständig in die Medien blasen?

  47. Richard Albrecht |  22.02.2011 | 15:34 | permalink  

    @ Lutz Hachmeister

    Ja, Herr Dr. Hachmeister: so geht´t halt immer noch und nöcher und wieder zu in dieser ganzdeutschen Republik mit ihrer realexistierende Hinterzimmer-, speak-easy- oder Al-Capone-Demokratie aller „staatstragender“ Politparteien. Nicht mehr. Nicht weniger. Das ist´s denn auch soweit alles – c´est tout – that´s all – ¡BASTA!

    Gruß;-)

    Richard Albrecht, PhD./220211

  48. Ulrich Voß |  22.02.2011 | 15:34 | permalink  

    Guttenberg hat sich selber disqualifiziert. Er hat in diesem Fall genauso rumlaviert wie vorher auch schon. Erst alles leugnen, um am Ende doch alles zuzugeben. Wie bei der Gorch Fock, wie bei dem Luftangriff. Erst leugnen, dann Bauernopfer bringen. Hauptsache man bleibt selber im Amt.

    Übrigens sind die Guttenberg Unterstützer noch peinlicher als der Mann selber. Ich dachte nicht, dass das noch möglich sei. Er habe niemandem geschadet: Geiles Argument, das erzähle ich nächstes Mal auch, wenn ich beim zu Schnellfahren geblitzt werde.

    Und ja, er sei ein toller Minister. Wenn ich mir die Politk angucke, die er gemacht hat, frage ich mich, wie man zu diesem Urteil kommen kann.
    Als Wirtschaftsminister: Nichts in Erinnerung geblieben. Und das in verdammt schwierigen Zeiten.
    Als Verteidigungsminister: Kundusaffärenaufklärung: Ein Desaster. Gorch Fock: Ein Desaster (und am Ende ohne Anhörung und Unschuldsannahme direkt den Kapitän rausgeworfen). Was ich ihm anrechne: Er schafft die Wehrpflicht ab. Was seine Wähler aber eigentlich nicht so toll finden sollten, schließlich haben die die Partei gewählt, die die Wehrpflicht NICHT abschaffen wollte. Hmm.

    Für was steht der Mann? Außer für ne hübsche Frau, Blitzlichtgewitter und einen Liter Fett im Haar? Für was steht der, dass man diese Nulpe verteidigen muss? Jeder Dulli kann den Job in der gleichen Qualität machen wie Guttenberg. Wahrscheinlich sogar besser …

    Weg mit dem, er hinterlässt auch keine Lücke.

  49. kadekmedien |  22.02.2011 | 15:37 | permalink  

    Unterschrieben.

  50. Andreas Ruft |  22.02.2011 | 15:48 | permalink  

    Unterschrieben. An Sascha Schünemann: Kann ich nur beipflichten.

  51. Frederic Schneider |  22.02.2011 | 15:50 | permalink  

    Ich denke, man kann den Bogen auch eindeutig überspannen. Das grenzt fast an einem politischen Erpressungsversuch.

  52. Na Gutt eh.. |  22.02.2011 | 15:51 | permalink  

    @Gina: gefälschter lebenslauf? Wo haste denn das her? Hat er beim Geburtstag ein paar Jährchen unterschlagen?

    @Johannes Döh: Nö, ich wähl die Genossen. Aber ich bemühe mich, gerecht zu bleiben. Wieso machst du eigentlich so ein Gedöns, wenn der Doktortitel dir nicht so wichtig ist?

    @Ulrich Voß: Was sollen die lächerlichen Äußerlichkeiten?
    Ich nehme an: Neid. Weil du keine hübsche Frau hast, sich keiner sich für dich interessiert und du keinen halben Liter Fett in deinen Haaren tragen kannst…

    Es gibt nur eines, was noch peinlicher als die Guttenberg-Unterstützer ist: die Guttenberg-Gegner, die hier mächtig Schaum schlagen.

  53. tseter |  22.02.2011 | 16:01 | permalink  

    habe leider keinen doktortitel zustande gebracht; werde aber meinen hund so lange nicht (aus)führen, wie ktzg noch minister ist!

  54. Lutz Peschke |  22.02.2011 | 16:05 | permalink  

    Unterschrieben.

  55. Gabriele Elvan |  22.02.2011 | 16:12 | permalink  

    Respekt, Herr Hachmeister.

  56. Johannes Döh |  22.02.2011 | 16:12 | permalink  

    Es gibt nur eines, was noch peinlicher als die Guttenberg-Unterstützer ist: die Guttenberg-Gegner, die hier mächtig Schaum schlagen.

    Das war jetzt nicht der große Wurf, @Na Gutt eh…
    Diese Polemik lässt sich prächtig mit gleicher Sinnfreiheit umdrehen:

    Es gibt nur eines, was noch peinlicher als die Guttenberg-Gegner ist: die Guttenberg-Unterstützer, die hier mächtig Schaum schlagen.

    Wieso machst du eigentlich so ein Gedöns, wenn der Doktortitel dir nicht so wichtig ist?

    Für mich persönlich ist ein Titel relativ unerheblich. Für Leute, die sich dafür rechtschaffen abgemüht haben und dies wissenschaftlichen Aspekten unterworfen haben, ist das Guttenberg’sche Verhalten schlicht ein Schlag ins Gesicht. Mit einem Mindestmaß an Gerechtigkeitssinn sollte jeder erkennen, dass man dieses Vergehen nicht ohne jegliche Konsequenz für den Verursacher wegreden darf. Ich spanne nur nicht den Bogen zur Tätigkeit als Minister. Welche Leistung er in diesem Amt erbracht hat, völlig unabhängig von einem Titel, ist mir noch nicht offenbart worden und habe es deshalb zur Disposition gestellt. Der 3. Aspekt an der Geschichte ist eher emotional. Man muss sich fragen, besteht nach dieser offenkundigen Täuschungsaktion von Guttenberg noch genügend Vertrauen in seine Person, dass er sein Amt als Minister weiterhin ausfüllen kann? In der Besetzung des Postens waren in jüngster Vergangenheit eben keine Überflieger tätig, was es dem Guttenberg auch recht einfach machte. Bisher war einzig sein spontanes und sicheres Auftreten bemerkenswert, aber das jeweilige Resultat blieb bestenfalls ernüchternd.

  57. Bernhard Kohlberg |  22.02.2011 | 16:15 | permalink  

    Vielen Dank für die Worte.

  58. Chris |  22.02.2011 | 16:18 | permalink  

    Ich höre immer nur Guttenberg, Guttenberg, Guttenberg. Kaum höre ich aber Uni Bayreuth. Falls es den hier anwesenden Akademikern entfallen sein sollte, eine einzelne Person kann sich keinen Titel verleihen. Da gehören je nach Uni ein paar Leute mehr dazu, die die Arbeit zu prüfen und zu bewerten haben.

    Fakt eins: Guttenberg hat nach heutigem Kenntnisstand eine Arbeit abgeliefert, die zumindest als “zweifelhaft” bewertet werden darf.
    Fakt zwei: Das zuständige Gremium der Uni Bayreuth hat die Arbeit durchgewunken und mit summa cum laude bewertet.

    Fazit: Die Doktorarbeiten aus dieser Zeit sollten vielleicht alle einer Untersuchung unterzogen werden. Scheinbar hat es grobe Nachlässigkeiten bei der Vergabe der Titel gegeben. Da schlummert vielleicht die eine oder andere “Leiche”.

    Es wurde hier gesagt, dass Politiker schon für kleinere “Dinge” gehen mussten. Es blieben aber auch genauso andere Politiker für größere Dinge im Amt. Vertrauensverlust? Ja, den habe ich oft genug wenn ich unsere Volksvertreter in Berlin reden höre. Da braucht es keinen Doktortitel – der für die Besetzung des Amtes des Bundesverteidigungsministers übrigens keine Einstellungsvoraussetzung war.

    Dieses Land hat akut andere Probleme als den Doktortitel eines Ministers. Aber mir scheint, das Sommerloch wird vorgezogen um davon abzulenken. Ja natürlich hat Guttenberg in Sachen seiner Doktorarbeit offensichtlich eklatante Fehler gemacht. Andererseits zeigt es auch, was Titel wert sind wenn ein Gremium bestehend aus mehreren Personen diese Fehler nicht nur nicht aufdeckt, sondern auch noch mit höchster Auszeichnung belohnt. Im Grunde hat er dafür den Titel schon fast wieder verdient. :-)

    Was heute zählt sind fachliche Arbeitsleistungen. Darauf kommt es an. Vielleicht mag der eine oder andere darüber nachdenken. Und helfen die wirklichen Probleme in unserem Land zu lösen und nicht herum lamentieren.

  59. Na Gutt eh.. |  22.02.2011 | 16:23 | permalink  

    Danke Chris, ein wertvoller Beitrag zur Diskussion!

  60. Walter Weiß |  22.02.2011 | 16:27 | permalink  

    @ Lutz Hachmeister: “Karl-Theodor zu Guttenberg hat wissentlich eine akademische Qualifikationsarbeit vorgelegt, die sich in erheblichem Umfang auf fremdes geistiges Eigentum stützt, ohne dieses kenntlich zu machen.”

    Ich bezweifle, dass er dies wissentlich gemacht hat, da er die Arbeit wahrscheinlich zu großen Teilen nicht selbst verfasst hat. Guttenberg ist selbst einem Betrüger aufgesessen, aber er kann ihn natürlich nicht in die Verantwortung nehmen, ohne sich noch schwerer zu belasten. Was wäre wohl der größere Skandal?

    Denn akademisches Abschreiben ist in Volkes Geiste nur ein wenig schummeln (“haben wir alle in der Schule gemacht”), sich aber von jemand anderem seine Arbeit gegen Bezahlung schreiben zu lassen, um dann einen akademischen Titel führen zu können, passt in die Gutsherrenschublade, in die Herr-von-und-zu gerne gesteckt wird.

    Ein Rücktritt ist aber so oder so unumgänglich.

  61. Mc Herb |  22.02.2011 | 16:30 | permalink  

    Ich respektiere die Haltung von Prof. Hachmeister und denjenigen, die diesen Aufruf mitunterzeichnet haben. Einen kurzen Moment habe ich überlegt, ob ich mich “aktiv” anschließen möchte, weil mich die Einordnung des Sachverhalts, der argumentative Gedankengang und die schlußfolgernde Bewertung überzeugen und dieser Aufruf in wichtigen Teilen meine eigene Meinung wiedergibt.

    Dennoch gibt es einen Punkt, der in der Debatte m. E. zu wenig thematisiert wird – und der und mich von der Konsequenz des Handelns, wie sie in diesem Aufruf formuliert ist, abhält. Ich meine den wiss. Prüfungsapparat der zuständigen Universität, der nicht ansatzweise in der Lage war, den wahren Wert dieses Machwerks festzustellen und den Kandidaten mit einer geradezu absurd/grotesken Höchstnote auszeichnete.

    Direkt im zweiten Satz des Aufrufes wird die tiefgreifende Problematik erwähnt, durch die sich die Hochschulen (und mit ihnen die Hochschullehrer) z. Zt. quälen müssen. Dennoch kann diese schwere Situation m. E. in keiner Weise als entlastend oder gar entschuldigend für eine derartige Fehlleistung in Sachen Überprüfung geltend gemacht werden, wie sie hier sichtbar wird. Die (sic) Gutachter der schriftlichen Hausarbeit haben völlig versagt; die Auslage der zwischenzeitlich begutachteten Arbeit im Fachbereich (- ich gehe davon aus, daß es dieses Instrument auch an der Uni Bayreuth gibt -) führte zu keinem Einspruch; die Herausgeber der Reihe, in der die Arbeit veröffentlicht wurde, haben selbige anscheinend anstandlos durchgewunken; und Lektorat und Verlag (- übrigens mit einem nicht gerade geringen Renommee -) haben ihrerseits keinen Grund zu irgendwelchen Beanstandungen gesehen. Erst als die Arbeit dann in den Dunstkreis der unausweichlichen Besprechungs-Rotation geriet, begann ein Fachwissenschaftler (- politische Motivation hin oder her -) sich mit der Arbeit ernsthaft auseinanderzusetzen … und insofern hat die “Wissenschaft an sich” doch nicht völlig versagt.

    Ich sehe hier also eine erhebliche Mitverantwortung der wiss. Organe und Einrichtungen, die, wären sie den ihnen auferlegten Verpflichtungen nachgekommen, diesen Vorgang hätten verhindern müssen.

    Eine Anmerkung nebenbei: Dieses ganze “Durchwinken” einer in wiss. Hinsicht indiskutablen Arbeit läßt doch den Verdacht nicht völlig abwegig sein, daß hier “hochschulpolitische” Erwägungen im Vordergrund standen … und weniger wiss. Streben und Arbeiten. Vielleicht versprach sich ja die Uni Bayreuth von ihrem prominenten Kandidaten und (hoffentlich) späteren Fürsprecher Einfluß in Sachen Zuwendungen: Forschungsgelder, ein zusätzliches Institut, neue Gebäude und Räumlichkeiten, weitere Stellen … um so etwas in der Rauheit der heutigen Hochschullandschaft realisieren zu können, bedarf es gewichtiger Fürsprecher … und wer wäre geeigneter … Aber das nur nebenbei, und auch nur als ein bloßes “Könnte-doch-sein” geäußert.

    Wie eingangs erwähnt, mein Respekt denjenigen, die diesen Aufruf in seiner ganzen Breite unterstützen und ein ehrliches “Möge Ihnen Erfolg beschieden sein!” Ich für meinen Teil kann jedoch die letzte Konsequenz, den Doktortitel nicht zu führen, aus den geschilderten Überlegungen heraus nicht mittragen.

  62. Gina |  22.02.2011 | 16:40 | permalink  

    @Na Gutt eh: Nein, da gibt es durchaus interessantere Fragen als die nach dem Alter. Zum Beispiel nach dem Job, den er gemacht haben will und von dem niemand etwas weiß: http://www.youtube.com/watch?v=E6hV9gg7rDE

  63. Johannes Döh |  22.02.2011 | 16:45 | permalink  

    Sicher lieber @Chris, da mag noch mehr im Argen liegen…

    Kaum höre ich aber Uni Bayreuth… hat die Arbeit durchgewunken und mit summa cum laude bewertet…Die Doktorarbeiten aus dieser Zeit sollten vielleicht alle einer Untersuchung unterzogen werden.

    Du kannst ja nicht einfach mit Spekualtionen womöglicher Fehler seitens der Universitäten, die Tat von Guttenberg relativieren. Ich mag dir gerne zustimmen, dass auch dieser Sachverhalt zu untersuchen wäre, doch womit fängt man an und womit hört man auf? Unabhängig von dieser Sache, ist bei Guttenberg immerhin schon der faktische Beweis erbracht worden, dass seine Doktorarbeit irgendwo zwischen unsolide und betrügerisch einzuordnen ist.

    Womöglich gibt es noch weitere Dinge auszugraben. Leider erzeugt die Guttenberg- Affäre eine unkontrollierbare Eigendynamik, die die Tatsachen immer mehr verschwimmen lässt. Hier wird z.B. vermutet, dass die Facebook- Guttenberg Unterstützer zumindest teilweise gekauft seien:

    http://hamlethamster.wordpress.com/2011/02/22/zu-guttenberg-facebook-fans-uber-das-wochenende-hektisch-zusammengekauft/

    Nun glaube ich nicht ernsthaft an eine solche Unverfrorenheit, doch alleine die Tatsache, dass es möglich wäre, ist bedenklich genug. Dass ausgerechnet Thomas Huch, ein Betreiber von Erotik- Portalen der Initiator ist, der bereits früher wegen einer brisanten Affäre einen gewissen Bekanntheitgrad erreichte, macht die Sache keineswegs besser. Frau Steffi wird dieser Bezug zur Erotikbranche sicher kaum gefallen, ist sie doch RTL2- Kinderschänderjägerin. Auch die Mainpost hat eine fragwürdige Umfrage gestartet: http://www.mainpost.de/
    Da jeder nach Refresh sooft abstimmen kann, wie er möchte, ist die Umfrage manipulierbar und dadurch unseriös.

    Man sollte schlicht beim ursprünglichen Sachverhalt bleiben und diesen ordentlich abschließen, bevor diverse Nebenschauplätze die Sache verzerren.

  64. Ute |  22.02.2011 | 16:45 | permalink  

    Guter Beitrag, den ich unterstützen möchte. Dass diese Doktorarbeit ein Plagiat ist, darüber herrscht Konsens. Fast meint man den Gedanken spinnen zu müssen, ob KTzG auch nur eine einzige Zeile selbst verfasst hat, zumal dieser Mann doch eigentlich viel zu intelligent ist, um selbst einen solchen Pfusch zu verbocken. Aber das ist Spekulation. Es mag auch sein, dass diese Vorgänge um seinen Titel mit seinem Amt als Minister nichts zu tun haben. Es mag auch sein, dass KTzG lange ein Sympathieträger war und immer noch ist, angesichts seiner 200 000 Facebook-Getreuen. Auch ist nicht zu bestreiten, dass er bei all der Verzagtheit deutscher Politiker eine lobende Ausnahme zu sein schien. Jung, dynamisch, korrekt, entschlossen. Aber wie so oft, bewahrheitet sich auch hier wieder der Spruch mit dem Schein und dem Sein. Ohne Frage eine herbe Enttäuschung für viele. Aber sein Amt als Minister, in dem er sich durchaus zu schlagen wusste, kann ihn in dieser Frage nicht exkulpieren! Seinem Amt, diesem Ministerium, obliegt eine Vorbildfunktion, in vielerlei Hinsicht, nicht zuletzt in ethischer. Den Titel Minister Makellos hat er für immer verspielt! Bleibt Guttenberg im Amt schadet er seiner Glaubwürdigkeit noch mehr. Und auch der Glaubwürdigkeit derer, die sich – anders als er – die Doktorarbeit in Eigenleistung hart erarbeitet und nicht zusammengeklaut haben.

  65. J.O.D. |  22.02.2011 | 16:55 | permalink  

    Ich finde, dass es einem schon passieren kann, ein zu kennzeichnendes Zitat,bei der Fülle von Fußnoten (1200 Stück soweit ich weiß) vergessen zu haben. Allerdings nicht in der Art und Weise und vor allem Ausgiebigkeit wie es unser Minister anscheinend getan hat. Ich als Student muss auch aufpassen, dass man mir nicht Plagiatismus vorwerfen kann.

  66. DreiKugeln |  22.02.2011 | 16:57 | permalink  

    “Karl-Theodor zu Guttenberg hat wissentlich eine akademische Qualifikationsarbeit vorgelegt, die sich in erheblichem Umfang auf fremdes geistiges Eigentum stützt, ohne dieses kenntlich zu machen.”

    Dieser Abschnitt ist angesichts der Rechtsgüter, auf die sich berufen wird, der Position der Unterzeichner und der drastischen Konsequenzen, die sie ziehen, sehr peinlich. Es gibt kein “Geistiges Eigentum”, denn wenn es das als Äquivalent zum Sacheigentum gäbe, dann gäb’ es erst gar keine Zugeständnisse an die Allgemeinheit wie beispielsweise das Zitatrecht, das im Cause Guttenberg von zentraler Bedeutung ist. An dieser Stelle hätte es für eine sachgemäße Darstellung “geistige Werke” oder “Urhebergut” heißen müssen, ohne wenn und aber.

  67. AndreasK |  22.02.2011 | 17:02 | permalink  

    @Johannes Doh: Hoppla, vielen Dank für einen weiteren Beleg von Godwins Law ;o)

    Nach langem Hin und Her bin ich mittlerweile der Meinung, dass das unberechtigte Führen von Doktortiteln und das Innehaben eines politischen Amtes nichts sind, was man vermischen muss. Und aus politischer Sicht auch nicht vermischen sollte.

    Der Titel, besser gesagt, der Grad? Weg damit! Der Mann hat nachweislich plagiiert!

    Aber das Amt? Zu Guttenberg ist nicht unredlich, weil er dabei ertappt wurde. Er ist viel eher ein besserer Politiker, wenn er unredlich ist. Das kann man Scheiße finden. Aber so zu tun, als sei Guttenberg die große Ausnahme, ist realitätsfremd.


    Anmelden per Twitter funzt grade nicht!

  68. Tilla |  22.02.2011 | 17:18 | permalink  

    Er hat abgeschrieben.
    Er hat sich erwischen lassen.

    So weit so gut.

    Doch dann hat er gelogen und das ist meines Erachtens der Punkt, an dem Politikerköpfe rollen sollen.

  69. LM |  22.02.2011 | 17:25 | permalink  

    @66: Ich glaube, es hackt. Was Sie da schreiben, ist jedenfalls nicht Mainstream, und auch nicht Verfassung. Guttenberg hat einen Amtseid geleistet, die Gesetze zu wahren. Und Glaubwürdigkeit ist die Währung der Politik, Umfragen deren Münzgeld.

    Und nun tut sich auch noch ein Abgrund an Falschmünzerei auf:

    https://hamlethamster.wordpress.com/2011/02/22/zu-guttenberg-facebook-fans-uber-das-wochenende-hektisch-zusammengekauft/

    Soviel zu Nr. 66.

    http://berlin2011.wordpress.com/2011/02/21/die-verkommene-republik/

  70. harry |  22.02.2011 | 17:27 | permalink  

    Hallo

    wo kann/soll/darf denn Hachmeisters Petition für den Rücktritt des Barons im Netz unterschrieben werden?

  71. Ulrich Voß |  22.02.2011 | 17:56 | permalink  

    Übrigens sind die Guttenberg Unterstützer noch peinlicher als der Mann selber. ;-)

  72. Arcier |  22.02.2011 | 18:00 | permalink  

    Mindest so peinlich wie die zahlreichen Fehlleistungen des Dr. von und zu Googleberg, die hinsichtlich der Dissertation und des Promotionsverfahrens m. E. nur als Betrug gewertet werden können, sind die kaltschnäutzigen Begründungen, mit der dieser Mann, der Wissenschaft und Politik gleichermaßen in Mißkredit bringt, von seinen politischen Kumpanen im Amt bestätigt wird.

    Ein Armutszeugnis stellen sich alle aus, die die Mißachtung der Regeln intellektueller Redlichkeit bei wissenschaftlichen Arbeiten als Kavaliersdelikte zu beschönigen versuchen und nicht sehen wollen, als wie desolat sich damit der Charakter der Person desavouiert hat und dass damit für die Zukunft ihre politische Glaubwürdigkeit zerstört wurde.

    Ich würde den Aufruf gern unterschreiben, finde aber nicht Ort, wo dies online geschehen kann.

  73. k.h. klaussen |  22.02.2011 | 18:46 | permalink  

    Da die Verteidiger des Lügen-Barons selber wohl nicht über die Baumschule hinausgekommen sind und ihnen wohl ein grundlegendes Verständnis für die Wissenschaft und für so etwas abstraktes wie “Ehre” fehlt,
    hier eine Erklärung in einer Sprache, die ihr vielleicht versteht:

    Wenn im Sport jemand falsch spielt oder durch Doping betrügt, fliegt er. Punkt!
    - Egal welcher Mannschaft er angehört.
    - Egal ob er der beste Freund ist.
    - Egal ob man ihn besonders nett oder sympathisch findet.
    - Egal ob er aus reichem Haus kommt oder arm ist.
    - Egal ob er dumm oder intelligent ist.

    Das sind Grundsätze – von denen im Sport niemand auf die Idee kommen würde,
    diesen zu verbiegen oder je nach Sympahtie oder Mannschaft abzuändern.

    .
    Eine Frage an die Guttenberg-Fans:
    Wie hättet ihr reagiert, wenn jemand anderes EXAKT DIE GLEICHE
    Verfehlung begehen würde wie Guttenberg??

    Um euch ein schönes Feindbild zu bieten, nehmen wir als Beispiel einfach mal
    Gregor Gysi.
    Na kitzelt es euch doch schon im Hals und wollt doch gleich mal “Schande”, “mieser Betrüger”, “Rücktritt”, “schmeist ihn raus” rufen, stimmt’s!

    Jeder Guttenberg-Fan wäre garantiert bei gleicher Lage (nur eben einem politischen Gegner) total ausgerastet, mit Schaum vorm Mund auf die Barrikaden gegangen und hätte sich im Internet zu Gruppen zusammengeschlossen um “den miesen Lügner und Betrüger” und “Schänder der guten deutschen Wissenschaft” in den Knast zu stecken oder ihn am besten gleich am nächsten Baum aufzuknüpfen….ja liebe Guttenberg-Fans, ist schon peinlich, gell? Jetzt fühlt ihr euch selbst ertappt und wurde eure Doppelzüngigkeit und Scheinheiligkeit vorgeführt.

    P.S:
    Im Gegensatz zu den Guttenberg-Fanatikern, drehe ich mich nicht im Wind wenn sich die Person ändert, sondern stehe (egal welche Person oder Mannschaft es betrifft) zum FairPlay in der Wissenschaft und in der Politik.
    Es geht einzig und allein um Wahrheit oder Lüge, um Falschspielen oder korrektes Arbeiten, um Wahrhaftigkeit oder Betrug.
    Sollte es Hinweise darauf geben, dass es bei anderen Poltikern oder anderen Parteien einen Fall gibt, der genauso liegt wie bei Guttenberg, würde ich EXAKT DASSELBE fordern, wie bei Guttenberg (nämlich Rücktritt) und nicht in eure peinliche Ausreden verfallen und versuchen meiner geliebten Mannschaft (Partei) einen Falschspieler schönzureden.

  74. Johannes Döh |  22.02.2011 | 18:52 | permalink  

    @Johannes Doh: Hoppla, vielen Dank für einen weiteren Beleg von Godwins Law ;o)

    Mist, entlarvt :-) Godwins Law war beinahe unvermeidlich und ich hoffte darauf, es käme mir jemand zuvor. Man könnte den Hype des Herrn Huch auf Facebook auch als gesteuertes Schwarmverhalten interpretieren. Käme dir das eher entgegen @AndreasK?

    Zu Guttenberg ist nicht unredlich, weil er dabei ertappt wurde.

    Ihre Definition von Unredlichkeit möchte ich gerne mal wissen?

    Er ist viel eher ein besserer Politiker, wenn er unredlich ist. Das kann man Scheiße finden.

    Diese These würde bedeuten, ein Despot eines totalitären Regimes, wäre quasi ein Elitepolitiker, nach Ihrer Darstellung. Unglaublich – und ja, das finde ich sch…e!

    Allerdings scheint der Großteil der Unionspolitiker diese Auffassung zu teilen, da sie sich schließlich schützend vor den Plagiator stellen. Und Bundes- Merkel steht nach eigener Aussage hinter ihm und hat sich damit ebenfalls disqualifiziert. “Dass sie einen Politiker und keinen Wissenschaftler in das Ministeramt berufen hat” ist ein erbärmliches Scheinargument. Die Wahlkämpfer der Union aus Rheinland- Pfalz und Hessen hingegen halten sich dezent zurück. Genau diese sollte man mal vor der Landtagswahl um eine Stellungnahme bitten…

  75. Lutze |  22.02.2011 | 19:04 | permalink  

  76. as |  22.02.2011 | 19:09 | permalink  

    “Diese Regeln mussten lange Zeit gegen religiösen Wahn und staatliche Pressionen durchgesetzt werden.”

    was für ein blödsinn

  77. Frank Gorsleben |  22.02.2011 | 19:12 | permalink  

    Landowsky frei gesprochen, sein Ex-Chef Bürgermeister Diepgen bekommt einen Orden von seinem Nachfolger Wowereit, der jetzt den Freispruch für L. nicht gut findet….natürlich bleibt Guttenberg weiter Minister, wo leben wir denn? Wir sind doch keine Bananenrepublik, haha.

  78. chistina m. |  22.02.2011 | 19:19 | permalink  

    Wie dumm und naiv muß man sein, um zu glauben,
    dass jemand, der ohne dass eine Zwangslage oder eine Notwendigkeit vorgelegen hat (sondern aus purer Eitelkeit) schon bei der Erlangung eines Titels trickst, betrügt und lügt….wie naiv muß man sein, um zu glauben, dass diese Person im harten Poltikalltag nicht genauso charakterlos vorgeht und alles tun wird um Mitmenschen oder das Wahlvolk zu hintergehen, nur um am Ende selber gut dazustehen und seine persönliche Eitelkeit und Ichbezogenheit zu befriedigen.

    Im normalen Leben würde jeder, einen Lügner und Betrüger der überfürt wurde, nicht einmal als Kassierer im Penny-Markt einstellen – aber um ein Volk von 82 Millionen Menschen als Bundesminister zu vertreten und unsere Soldaten anzuführen ist dieser Falschspieler (den kein Personalschef der Welt mehr einstellen würde) natürlich die beste Wahl?!? Hallo?! Geht’s noch??!

    Aber wie gesagt:
    Wer einmal lügt….
    http://www.freitag.de/community/blogs/gsfrb/guttenbergminister-klartext-beluegt-versehentlich-bundestag

    War nicht das erste Mal und wird garantiert nicht das letzte Mal sein….

  79. dotor voigt |  22.02.2011 | 19:48 | permalink  

    Also, Hachmeister ist mir zu widersprüchlich in seiner Argumentation. Im ersten Satz macht er auf hippie: wir halten nix von akademischen Ritualen. In Absatz 2 dann das konservatorische Diktat, in modernes Englisch verkleidet: die Idee einer scientific community sei ein hohes Gut. (für wen eigentlich? wieso eigentlich? wäre unser Wissenschaftsbetrieb nicht besser in die Diskussion eingebunden, wenn er ähnlich wie USA und Frankreich, der Quell von clairté und lumière , auf diese Titelhuberei verzichtete?)
    Mal abgesehen davon, dass ein Betrüger schwer haltbar als Minister ist – mit dem besonderen Wert des akademischen Titels hat das nichts zu tun.
    Die intellektuelle Würde kann man auch mit unklaren Argumentationen verletzen. 2 leere Floskeln in einer Rede – das ist zuviel für meine Solidarität. Dann lieber von guten Texten abschreiben.

  80. Helmut S. |  22.02.2011 | 19:56 | permalink  

    Nicht nur Guttenberg, auch seine Unterstützer sollten über Rücktritt nachdenken, da sie sich mit ihrer Unterstützung selbst disqualifiziert haben. Diese Empfehlung schließt die Bundeskanzlerin und den Finanzminister ausdrücklich ein.

  81. Reiner/SB |  22.02.2011 | 19:59 | permalink  

    @Lutze
    >
    Guttenbergs getürkte Facebook-Fans:
    http://hamlethamster.wordpress.com/2011/02/22/zu-guttenberg-facebook-fans-uber-das-wochenende-hektisch-zusammengekauft/
    >

    Herr oder Frau Lutze,

    der Begriff “getürkt” ist politisch in jeder Beziehung unkorrekt.

  82. Guido Kühn |  22.02.2011 | 20:00 | permalink  

    Verteidigungslinie 1: Vorwürfe abstrus
    Verteidigungslinie 3: Überblick verloren

    Ich weiß nicht, was für uns besser ist:

    Ein Verteidigungsminister, der schon den Überblick verliert, wenn er alleine arbeitet, oder einer der lügt. Vor allem weil mir schwant, dass es das “oder gar nicht gibt”

  83. Feliks_Dzerzhinsky |  22.02.2011 | 20:02 | permalink  

    Auch wir haben uns über das Verfahren Gedanken gemacht:
    Grundlagen wissenschaftlichen Zitierens

  84. Gina |  22.02.2011 | 20:06 | permalink  

    @Feliks: Mehr als Verweise aufs eigene Blog dürfte schon kommen. Finde ich… Sieht sonst irgendwie nach Spam aus. Oder Zugriffzahlenreiterei.

  85. Simon |  22.02.2011 | 20:34 | permalink  

    Wenn ich die facebook-Gruppe sehe, frag ich mich ob da so mancher Deutsche in Guttenberg einen neuen Führer sucht und sieht. Laut Studie (siehe: http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/4/0,3672,8120292,00.html) sind das immerhin 10% aller Deutschen die sich eine Diktatur wünschen.
    Ihren Aufruf kann ich nur gut finden! Danke

  86. Marcus |  22.02.2011 | 21:01 | permalink  

    Haben wir wirklich keine größeren Probleme hier in Good Old Germany? Dann gehts uns ja wirklich super gut!

    Ich könnte mein Mittagessen rückwärts essen, wenn ich den Schwachsinn von wegen Rücktritt etc. lese.

    Was ändert sich jetzt bitte schön für uns, für von Guttenberg oder die Uni Bayreuth? Für uns gar nichts, Guttenberg schreibt sich in Zukunft ohne Dr. und die Uni Bayreuth hat einen berühmten Absolventen (mehr), der seine Doktor-Arbeit mit Hilfe anderer geschrieben hat.

    Nicht mehr und nicht weniger.

    Wir haben endlich mal einen einigermaßen vernünftigen Verteidigungsminister, der sogar bei der Bundeswehr war. Und nicht solche Abziehbilder und Typen, die die Bundeswehr nur vom Hörensagen kennen wie das in der Vergangenheit der Fall war.

    Andere sitzen in irgendwelchen Kneipen und lassen bezahlte Ghostwriter ihre Abschlussarbeiten schreiben oder bestechen Uni-Mitarbeiter, um an diesen hochtrabenden Titel heranzukommen.

    Das finde ich wesentlich ekelhafter als den vorliegenden Fall.

    Zudem: Wer soll das Amt übernehmen, wenn Guttenberg gehen müsste? Ich wüsste keinen. Und Merkel bleibt eh. Ob mit Guttenberg oder ohne.

    Guttenberg selbst ist und wird durch den Verlust des Doktor-Titels nicht blöder.

    Und die Uni-Bayreuth wird auch weiterhin existieren, Doktoranden hervorbringen und sich auf damit brüsten, was für tolle Absolventen sie hervorgebracht hat. Nur mit dem kleinen Unterschied vielleicht, das sie in Zukunft genauer hinguckt.

  87. Gina |  22.02.2011 | 21:26 | permalink  

    @Marcus: Danke für den Beitrag. Er fasst schön zusammen, was bereits mehrfach geschrieben wurde. Ich weiß nun nur nicht (wenngleich selbst Dipl. und Dr. – und das ganz ohne Abschreiben!), ob das nun ein Plagiat ist oder einfach nur Faulheit, die Kommentare oben wenigstens querzulesen. Und ja, es gibt natürlich Wichtigeres. Aber auch Unwichtigeres.

  88. Tabea |  22.02.2011 | 21:30 | permalink  

    “Wie will eine Bundesregierung überhaupt noch bildungspolitisch verantwortlich handeln, wenn sie vorsätzliche akademische Täuschung zum Kavaliersdelikt erklärt? Wie wollen Universitäten ihre Studenten zur „Exzellenz“ motivieren, wenn ein plagiiertes Traktat ohne Konsequenzen mit „summa cum laude“ bewertet werden kann?”

    Angesichts dieser Faktenlage ist die Unterstützung des Plagiators durch Teile von Politik und Journalismus nur macht- und medienpsychologisch zu erklären

    Genau, genau. Der Fall ist deshalb so interessant und brüskierend, weil genau diese Problemlage darin kristalliert. Und es zeigt “bilderbuchhaft” die Krux dieser Regierung, die überwiegend aus Berufspolitikern besteht, die insbesondere in PR geschult sind.

    Allerdings bin ich der Meinung, dass dies alles sich medienSOZIOLOGISCH erklären lässt, da es hier um gesellschaftliche Kommunikationslogiken und Kommunikationspraktiken geht.

  89. lediable |  22.02.2011 | 21:41 | permalink  

    Zunächst: Ich stimme dem Eingangsartikel von Kollegen Hachmeister in allen Belangen zu!

    Zum Thema “es gibt Wichtigeres ” (als diesen Rosstäuscher) und
    ” was ist der Herr G. doch für ein toller Verteidigungsminister” (marcus oben ) gebe ich gerne auch meinen Senf dazu.

    Ich bin nämlich der Auffassung, dass der Mann sogar gefährlich ist, nicht nur
    charakterlich ungeeignet für das Amt. Das zeigt mir neben der dreisten und so dümmlichen Betrügerei in wissenschaftlichen Belangen (sogar die Einleitung abgeschrieben!) , neben seinem Ehrenwortbruch bei der Abgabe der Dissertation (und das als Baron!)
    vor allem sein gestriger Wahlkampfauftritt.

    Hier mein Text, den ich bereits bei Zeitonline eingestellt habe.
    Ich kopiere mich also selbst. ;)
    —————————————————–
    Wenn ich mir Guttenbergs hessischen Wahlkampfauftritt so anschaue, dann
    muss ich leider zu einer Bezeichnung greifen, die von Leutenbenutzt wurde, mit denen ich gar nicht sympathisiere.

    Demutsgefasel! Und zwar scheinheilig, verlogen und durch seine weiteren Worte auch ad absurdum geführt.

    Verlorener Quellenüberblick und 7 Jahre Rumgewurschtel an einer Diss. erzeugen selbst bei minderbegabten Scribenten nicht “zufällig” dutzende Seiten
    praktisch wortwörtliche Übernahmen-die aber doch manchmal in einigen Daten geschickt angepasst worden sind.
    Das sind keine handwerklichen Fehler! Sondern schlichter Betrug.

    Man fragt sich immer mehr :

    -Blendet der Mann sich dauernd selbst?
    -Ist er schlicht ein Feigling,der den offenbaren Tatsachen durch Realitätsleugnung ausweicht?
    Immer noch keine Fragen der Presse beantworten will,
    aber zynische Wahlkampfauftritte hinlegt (Ablenkung mit 3 toten Soldaten! )
    -Ein Pappkamerad, der nichts versteht oder verstehen will, aber bei Bild-Gegenwind sofort umfällt (Kundus, Gorch)

    Jedenfalls offenbart sich hier ein Charakter, der
    zur verantwortungsvollen und sauberen Führung eines
    Amtes nicht nur ganz ungeeignet ist, sodern sogar ernsthaft gefährlich wirken kann.

    Nachzulesen auch bei Tucholsky über seine Erfahrungen im WW I mit überheblichen, leichtsinnigen und zynischen, meist adeligen, Offizieren und ihre furchtbare Wirkung auf die Todesrate bei Mannschaften!

    Die Reaktion von Frau Dr. Merkel kann man nur noch als Groteske (“KTG nicht als Assistent eingestellt “) einstufen. Sind denn vermeintliche (und flüchtige) Popularitätswerte jetzt ausreichend für die Qualifikation zum Minister?

    Seine Popularität scheint auch zu sinken.
    Bei der Online-Umfrage der sueddeutschen
    waren von über 6700 Stimmen immerhin 85% für einen Rücktritt und nur 15%
    für ein Verbleiben im Amt.
    Das sind 10 mal mehr Stimmen als bei emnid.
    Aber natürlich auch mehrfache dabei, klar. ;)

  90. Rainer Möhr |  22.02.2011 | 21:48 | permalink  

    Zitat aus dem heutigen Ärzteblatt, Dienstag, 22.02.11:

    ” Dtsch Arztebl 2003; 100(34-35): A-2247
    BE
    Verstoß gegen Berufsordnung: Rechtswidriges Führen eines Doktortitels
    VARIA: Rechtsreport
    Das Berufsgericht für die Heilberufe beim Oberlandesgericht (OLG) München hat einem Arzt eine Geldbuße von 2 000 Euro auferlegt, der unberechtigt einen Doktortitel führte. Der Beschuldigte arbeitet mit einem Kollegen in einer Praxis am Flughafen. Verschiedene Schilder, auf denen er mit Doktortitel bezeichnet wurde, wiesen auf die Praxis hin. Zur Führung des Titels war der Beschuldigte jedoch nicht berechtigt, da er das Promotionsverfahren nicht abgeschlossen hatte. Nach Beanstandung durch die Ärztekammer änderte er den Inhalt dieser Schilder.
    Gleichwohl hat sich der Arzt einer Berufspflichtverletzung nach § 2 Abs. 2 der Berufsordnung (BO) schuldig gemacht. Zudem hat er gegen
    § 29 und den darin statuierten Grundsatz kollegialen Verhaltens verstoßen. Durch die unberechtigte Führung des Doktortitels verschaffte er sich einen Wettbewerbsvorsprung vor jenen Kolleginnen und Kollegen, die in korrekter Weise den akademischen Grad nicht führen, worin als drittes ein Verstoß gegen § 27 BO (berufswidrige Werbung) vorliegt. (OLG München, Urteil vom 12. Februar 2003; Az.: BG – Ä 10/02) Be “

  91. Martin Oetting |  22.02.2011 | 22:17 | permalink  

    Dieser Eintrag erläutert, warum sich meine Unterzeichnerrolle bei diesem Text geändert hat: http://post.ly/1enz3

  92. Martin Oetting |  22.02.2011 | 22:18 | permalink  

    Stimmt es eigentlich, dass die ProGuttenberg Facebook-Seite von Bild unterstützt wird?

  93. Aufmerksamkeit! |  22.02.2011 | 22:28 | permalink  

    @ Rainer Möhr #89 Sorry, aber passt ja nicht ganz. Zu Guttenberg hat das Verfahren durchlaufen und abgeschlossen. Ihm ist der akademische Grad verliehen worden.
    Seine ganzen populistischen Gesten: “Ich werde den Titel nicht meht tragen” sind Nonsens. Einzig die Uni Bayreuth kann ihm den Titel aberkennen, und zwar nach rechtlich-wissenschaftlichen Maßstäben.
    Genau das versucht er gerade zu vertuschen. Frei nach dem Motto: “Wenn ich darauf verzichte, dann muss von der Uni ja nichts mehr offizielles kommen”.

    Das ist ein Spiel auf Zeit.

    Die Menschen werden schon vergessen haben, bis das offizielle Ergebnis der Prüfungskommision der Uni Bayreuth veröffentlicht wird.

    Er muss zurücktreten!

  94. Christian Benduhn |  22.02.2011 | 22:38 | permalink  

    Er muss nicht zurücktreten!

  95. Aufmerksamkeit! |  22.02.2011 | 22:53 | permalink  

    @ Christian Benduhn Bitte nicht nur den zu Guttenberg-Jünger geben, sondern auch begründen!

  96. Johannes Döh |  22.02.2011 | 23:13 | permalink  

    Oh je @Marcus #86

    Haben wir wirklich keine größeren Probleme hier in Good Old Germany? Dann gehts uns ja wirklich super gut!

    Offensichtlich hast du im Moment selbst kein größeres Problem zu bewältigen, sonst fände man hier keinen Beitrag von dir. Du hattest stattdessen “Dr. House” schauen können (irgendwie passend), wenn ich die Urzeit deines Postings so anschaue. Du hättest aber auch ein Ticket nach Lybien buchen können, um dort die Demokratisierung voranzutreiben. Hartz 4 ist auch gerade spannend und landet vorm Verfassungsgericht, da hättest du auch mitmachen können. Stattdessen schreibst du hier einen reichlich blinden Kommentar, dessen Antworten eigentlich bereits in den Kommentaren zuvor gegeben wurden.

    Und ja, es geht uns (wenn immer du damit bezeichnen möchtest) offensichtlich gut. Manchen geht es in dieser Scheindemokratie sogar so gut, dass sie die Rechtslage ignorieren, um ihren erreichten Standard weiterhin halten zu können, der augenscheinlich auf der Grundlage von Betrug und Korruption basiert. Wie ist es sonst zu erklären, dass sich Leute immer noch mit dem Plagiator solidarisieren, wenn ihnen die “Gutten Taten” des Freiherrn so lapidar erscheinen?

    Was ändert sich jetzt bitte schön für uns, für von Guttenberg oder die Uni Bayreuth? Für uns gar nichts, Guttenberg schreibt sich in Zukunft ohne Dr. und die Uni Bayreuth hat einen berühmten Absolventen (mehr), der seine Doktor-Arbeit mit Hilfe anderer geschrieben hat.

    Diese Einstellung bereitet diesen Betrügern und Lügnern den Nährboden, den sie benötigen.

    Wir haben endlich mal einen einigermaßen vernünftigen Verteidigungsminister…

    Was hat er denn bisher in seinem Amt vollbracht, dass alle Parteikollegen und Fans ihn immer so lobenswert erwähnen? Die Frage stellte ich übrigens bereits. Gab es dazu eine faktenbezogene Antwort…?

    Andere sitzen in irgendwelchen Kneipen und lassen bezahlte Ghostwriter ihre Abschlussarbeiten schreiben oder bestechen Uni-Mitarbeiter, um an diesen hochtrabenden Titel heranzukommen.

    Alles klar, nenn uns mal einen der anderen, dann können wir gerne auch über dessen Fall diskutieren! Merkst du eigentlich nicht, dass solche Ausweichmanöver am Guttenberg- Sachverhalt selbst nichts ändern? Andere Fälle, andere Diskussionsrunden, andere Blogartikel – so einfach ist das.

  97. pschmidt |  22.02.2011 | 23:13 | permalink  

    Sehr geehrter Herr Dr. Hachmeister,

    vielen Dank für Ihren Aufruf.

    Ich unterstütze ich Ihre Forderung. Zwar haben linke Politiker, wie Fischer oder Trittin, möglicherweise fettere Leichen im Keller. Dies darf jedoch kein Maßstab sein.

    Wer nicht in der Lage ist, wissenschaftlich zu arbeiten; wer den Ruf seiner Hochschule oder Universität so auf’s Spiel setzt wie Guttenberg, der sollte in der Ecke stehen und sich schämen. Keinesfalls sollte ein solcher Versager ein wichtiges öffentliches Amt bekleiden.

  98. Christian Benduhn |  22.02.2011 | 23:29 | permalink  

    Wer nicht in der Lage ist, wissenschaftlich zu arbeiten, sollte nicht wissenschaftlich arbeiten, also nicht als Wissenschaftler tätig werden.
    Er kann aber als Journalist oder Politiker, aber auch in ehrenwerten Berufen arbeiten.
    Seinen Rücktritt als Minister kann jeder fordern, aber ob er zurücktritt, entscheiden andere als Herr Hachmeister und seine akademischen Gesinnungsgenossen.

  99. Dr. Vielleicht |  23.02.2011 | 03:39 | permalink  

    Neben Eassay, Kommentar, Nachruf und manch weiterer fehlt hier im Diskurs noch die prosaische Verarbeitung (des momentan größten Problems kinderloser Schwiegermütter)

    The Guttenberg’s speach

    „…war ich verstrickt zwischen den eigenen Ansprüchen, die ein so wichtiger, geradliniger Geist wie der meine sich auferlegt, und dem niederen Willen der Volksmassen. Diese reagieren mit dem Intellekt des Tieres: kaue vor ihnen, sie bekommen Hunger; gib ihnen Dreck, sie fressen ihn! Mein Wille ist nicht der Wille des Volkes. Ist denn der Wille des des Herrchens der Wille seines Schäferhundes? Oh nein, nur umgekehrt glaubt der Hund, sein Wille sei auch der des Herrchens. So funktioniert die Macht, und selbst heute funktioniert sie so bestens…“

    „…’Wollt Ihr den totalen Frieden?’ werde ich, Guttenberg, Kanzler ab 2013, diesen Westerwelle rufen lassen. Dies ist ein griffiger Slogan, der alle Hoppla-Stolper-Fehler meiner totalen Bundeswehrvernichtung klar umreißt. Ähh… verdeckt. Auch für die Dummen, auch für das Volk! Es war heute Nacht beim Beischlaf mit Geli… ähh… Stephanie, als mir dieser wahrlich guttenbergsche Spruch ins Hirn geschossen kam. Es erregte mich! Was für eine Nacht…“

    „…folgte der erfolgreichen Nacht ein Tag wie selten, doppelplusgut! Habe meinen Kumpel Westerwelle betrunken gemacht und ihn darum gebeten, sich in Schlafanzug und mit Regenschirm in der Hand in ein altes Auto zu setzen. Kaum stellte Leni… ähh… Stephanie die Kamera auf, legte der Guido los wie ein ganzer Staatsmann! Wow…“

    „…Ich schwitze. Ich schweiße. Die lustigen kleinen Figürchen da unten behaupten, ich sei ein Lügner. Ich!? Ein Lügner!? So eine links-asoziale Hetze hat Deutschland lange nicht gesehen. Ich!? Ein Schelm!? Glaubt mir, meine Feinde, der Schmutz in Euren Händen ist von der Form des Boomerangs!“

    „…habe ich mir von der Universität Liechtenstein ein Professorentitel-Guttscheinbuch besorgt. Ja, irgendwie brauche ich dieses Gegengewicht. Nur weiß ich noch nicht, welcher Titel einem wie mir hoch genug ist. Wenn ich Kanzler bin wird die Sache einfacher sein: Dann gründe ich das Bundesamt für Gold und lasse mir den ‘Goldenen zu Guttenberg’ verleihen. Basta!“

    (fast komplett kopiert aus: http://mfis.wordpress.com/)

  100. Jens Best |  23.02.2011 | 05:43 | permalink  

    Diese ProGuttenberg-Trolle sind ja dann auch wieder irgendwie ganz süss.

  101. Gina |  23.02.2011 | 07:58 | permalink  

    Diese ProGuttenberg-Trolle sind ja dann auch wieder irgendwie ganz süss.

    Nicht Trolle, sondern Spammer! Nicht süss, sondern abstoßend. Ist dieser sonderbare Typ von #83 eigentlich in allen Blogs und Foren als Nervensäge aufgetreten? Vermutlich.

    Zum Thema: Mich würde auch brennend interessieren, was wir Gutes auf Guttenbergs politischen Grabstein schreiben dürfen. Unter dem er sicher bald wieder hervorkrabbeln wird.) Richtig Spaß aber macht mir, dass ihm nun das Medieninteresse so gar keine Freude mehr machen kann. Tja, wer bei voller Fahrt den Rückwärtsgang einlegt…

  102. Kalliope |  23.02.2011 | 08:01 | permalink  

    Hallo Johannes Döh,

    zu Ihrer Frage: Was hat er denn bisher in seinem Amt vollbracht, fallen mir als erstes ganz schnell und möglicherweise ungerechtfertigt gefeuerte Leute ein.
    Auch ich schmeiße alle meine Schreibutensilien in alle Richtungen, wenn der Mann bleiben darf.
    Wussten Sie übrigens, dass der Großvater Karl Theodor von und zu Guttenberg ein Buch geschrieben hat mit dem Titel: Fußnoten? Irgendwie lustig, oder?

  103. Die Presseschau vom 22. Februar 2011 - politikblog.org |  23.02.2011 | 08:26 | permalink  

    [...] Guttenberg: Ein akademischer Fälscher kann kein Minister bleiben. Ein Aufruf — CARTA – "Wir klagen niemanden an. Wir kennen die biblischen Bezüge von Splittern und Balken im Auge, von Heuchlern und selbstgerechten Richtern. Aber um für die Wissenschaft und die intellektuelle Würde zu retten, was zu retten ist, werden wir unseren Doktortitel solange nicht führen, solange Freiherr zu Guttenberg noch als Minister dieses Land vertritt." Tweet [...]

  104. Harry |  23.02.2011 | 08:50 | permalink  

    Hallo

    nun weiß ich zwar immer noch nicht wo evtl. mitunterschreiben – sah aber, daß die bayrische Uni, die den Herrn Baron mit “summa cum” promoviert haben soll, jetzt an erster Stelle ihrer Netzseite dieses Dokument einstellte

    http://www.uni-bayreuth.de/universitaet/leitung_und_organe/Universitaetsverwaltung/abt3/download/fehlverhalten1.pdf

    Freilich gibt´s einen Dr.-Rücktritt nicht. Bei denen, die KT promovierten, den Prof.iur.´s, ist´n Dienstvergehen, also nicht strafrechtsrelevant, beim KT selbst gehts um mehrfach rechtsrelantes, vor allem Betrug/StGB und Urheberrecht.

    Damit er akademisch nicht vollnackt dasteht, muß auch der Herr Baron als “Halbjurist” einen förmlichen Antrag bei der iur.Fak. Uni Bayreuth stellen, damit er sich wenigstens “Diplom-Jurist” nennen darf.

    Soweit zur Faktenlage.

    Gruß

    Harry H.

  105. AndreasK |  23.02.2011 | 11:53 | permalink  

    @Johannes Döh: Vielen Dank für Ihre Rückantwort!

    “Zu Guttenberg ist nicht unredlich, weil er dabei ertappt wurde.”

    Ihre Definition von Unredlichkeit möchte ich gerne mal wissen?

    –> Für mich ist eine Handlung nicht erst dann unredlich, wenn Sie aufgedeckt und bekannt gemacht wurde. Das sagt der Satz. Und das deckt sich mit der ganz allgemeinen Definition von “unredlich”. Was ist daran so ungewöhnlich?

    Diese These würde bedeuten, ein Despot eines totalitären Regimes, wäre quasi ein Elitepolitiker, nach Ihrer Darstellung. Unglaublich – und ja, das finde ich sch…e!

    –> Äh. Nee. Klauen diese “Despoten” alle Doktortitel? “Despoten totalitärer Regimes” machen noch ganz andere Dinge. Man kann jede These ins Extrem verdrehen. Um sie lächerlich dastehen zu lassen. Dann will man aber auch keine Diskussion, sondern einfach nur Recht haben. In dem Fall lohnt es sich auch nicht, meine Position weiter zu erklären :o)

    Ich wünsche einen guten Tag.

  106. Erich |  23.02.2011 | 11:58 | permalink  

    Leider hab ich keinen Doktor- oder sonstwie gearteten Titel um diesen vorläufig nicht zu führen.
    Dafür setz ich aber jetzt und hier einen ganz dicken Fingerabdruck hin.

  107. Johannes Döh |  23.02.2011 | 12:28 | permalink  

    OK lieber @AndreasK,

    dann mal im Kontext:

    Aber das Amt? Zu Guttenberg ist nicht unredlich, weil er dabei ertappt wurde. Er ist viel eher ein besserer Politiker, wenn er unredlich ist. Das kann man Scheiße finden. Aber so zu tun, als sei Guttenberg die große Ausnahme, ist realitätsfremd.

    Entweder besitze ich hierbei massive Verständigungsprobleme oder ich interpretiere es so richtig: “Weil er beim Plagiieren ertappt wurde, ist er nicht unredlich”. Plagiieren ist demnach redlich? Das Vorgehen war also demnach korrekt?
    OK, er wäre natürlich m.E. auch unredlich, wenn er nicht dabei ertappt worden wäre, aber trotzdem plagiiert hätte. Dann wüßte man aber nichts davon und diese Diskussion würde erst gar nicht geführt werden. Da es aber anders gelaufen ist, kann man “Ursache” und “Wirkung” eben nur vergleichen, wenn beide Faktoren bekannt sind.

    –> Äh. Nee. Klauen diese “Despoten” alle Doktortitel? “Despoten totalitärer Regimes” machen noch ganz andere Dinge. Man kann jede These ins Extrem verdrehen. Um sie lächerlich dastehen zu lassen. Dann will man aber auch keine Diskussion, sondern einfach nur Recht haben. In dem Fall lohnt es sich auch nicht, meine Position weiter zu erklären :o)

    Ich wünsche einen guten Tag.

    Der Vergleich zu “Despoten” bezog sich nicht auf eine erschwindelte Doktorarbeit, sondern auf Tugenden wie die hier ins Spiel gebrachte (Un)redlichkeit. Ist aber egal, man wird sehen, wie die unionsgeführte Politelite und die Uni Bayreuth den Sachverhalt mithilfe der Bild- Zeitung für alle Beteiligten möglichst butterweich im Tagesgeschehen verlaufen lassen, ohne nachhaltige Konsequenzen ertragen zu müssen. Es wird nach allen Seiten “Zugständnisse” geben, bis die Wogen sich geglättet haben. The show must go on…

  108. Gutt Bay!! » QuerBlog.de |  23.02.2011 | 12:53 | permalink  

    [...] Titel für diesen Beitrag habe ich wieder einmal abgeschrieben. Es kommt in den Jahren einiges zusammen, das sage ich euch. Aber ich habe immer ordentlich zitiert [...]

  109. harry |  23.02.2011 | 13:27 | permalink  

    Hallo

    inzwischen soll der Herr Baron seine Doktorarbeit fast schon zur Hälfte gelesen haben … der Erstgutachter von der Bayreuther Jur.Fak. kommt wegen zahlreicher “Nebentätigkeiten” als Prof.iur. nicht vor Mitte des Sommersemesters 2011 dazu;-)

    Harry H.

  110. Jonathan |  23.02.2011 | 13:56 | permalink  

    Streik finde ich besser! Mit Guttenberg im Amt kann es keine ernste Wissenschaft mehr geben. Deshalb habe ich gerade die Gruppe “Bleibt Guttenberg im Amt, werden wir die Universitäten bestreiken” gegründet: http://www.facebook.com/pages/Bleibt-Guttenberg-im-Amt-werden-wir-die-Universit%C3%A4ten-bestreiken/180898091953957?sk=wall

  111. Ninia Haag |  23.02.2011 | 14:19 | permalink  

    Sicherlich wird Guttenberg nun Schwierigkeiten haben, doch ich stehe voll und ganz hinter ihm und finde es auch vernünftig sich nun nicht niedertreten zu lassen und vielleicht auch noch zurückzutreten.
    Sagt mir bitte nur eine Person, die nie in Ihrem Leben schon irgendeinen Fehler gemacht hat, bzw. zu lasten liegt. Die Person, die nicht in der Schule mal den Stift von seinem Nachbarn zerbrochen hat oder die Hausaufgabe vor dem Unterricht abgeschrieben hat…
    So sollte man mal über diese Dinge denken. Herr Guttenberg ist wirklich einer, den man in der Presse auch vor lassen kann, er weiß von was er spricht.

  112. Gina |  23.02.2011 | 15:05 | permalink  

    Ich fasse es nicht! Lügen und Betrügen im Zusammenhang mit der Erlangung eines akademischen Grades hat nun wirklich nichts mit Abschreiben in der Schule und dem Zerbrechen eines Stiftes zu tun!!!

  113. Christian Sprang |  23.02.2011 | 15:27 | permalink  

    So viel begeisterte Überzeugung von Sinn und Notwendigkeit des Urheberrechts hier, ich staune! Dann bitte aber auch bei den nächsten Diskussionen um Internetpiraterie, Remixes, Mash-Ups. Kulturflatrate & Co.!

  114. Johannes Döh |  23.02.2011 | 15:34 | permalink  

    Liebe @Ninia Haag,
    es ist schon erstaunlich, dass es Leute wie dich gibt, die völlig faktenresistent durch die Welt laufen.

    …doch ich stehe voll und ganz hinter ihm…

    Das brauchst du nicht, tut schon die Kanzlerin.

    Sagt mir bitte nur eine Person, die nie in Ihrem Leben schon irgendeinen Fehler gemacht hat, bzw. zu lasten liegt.

    Schon wieder dieses sinnverdrehte Jesus- Zitat “…werfe den ersten Stein” . Es geht hier nicht um ein privates Fehlverhalten, dass er gegenüber seiner Frau eine faule Ausrede benutzt hätte, weil er zu spät nach Hause gekommen war oder die Klobrille nicht ordentlich zugeklappt hätte.

    Liebe Ninia, falls du in naher Zukunft mal einen Bußgeldbescheid wegen Falschparkens (o.ä.) erhalten solltest, gehe bitte mal damit zum zuständigen Amt und gebe den Schein mit der Begründung zurück, du hättest einen Fehler begangen und würdest es auch ganz doll einsehen.

    Nun ist der Betrug des Plagiators keinesfalls mit einem lapidaren Falschparken zu vergleichen, der hat mindestens eine ganze Reihe Urheberrechte verletzt, ohne die anderen Dinge, die noch zu prüfen sind. Weißt du eigentlich, wie die Strafe für einen jugendlichen Filesharer aussieht, der sich unrechtmäßig ein Album seiner Lieblingsband aus dem Internet heruntergeladen hat? Guttenberg hat in seinem Fall ein vielfaches dessen begangen. Ist dir auch bekannt, dass ausgerechnet dieser Guttenberg nebst seiner Partei im Bezug auf Urheberrechtsverletzungen schärfere Gesetze und härtere Strafen gefordert hat?

    Herr Guttenberg ist wirklich einer, den man in der Presse auch vor lassen kann, er weiß von was er spricht.

    Und was er dann sagt, glaubst du auch? Abstrus fällt mir spontan dazu ein…

  115. Christian Benduhn |  23.02.2011 | 16:01 | permalink  

    Guttenberg bleibt Bundesverteidigungsminister, solange die Mehrheit der Deutschen das so will. Das hat etwas mit Demokratie zu tun. Das aktive und passive Wahlrecht gilt nämlich auch für Staatsbürger ohne Doktorhut.

  116. hans monitor |  23.02.2011 | 17:08 | permalink  

    Wer hätte das gedacht?
    Google verhilft zu mehr Wissen, mehr Bildung, reduziert aber die Zahl der akademischen Titel (-1).
    Nach und nach werden ja von Google auch die alten Dissertationen der bewegten Zeiten von 68 eingescannt. Hatten damals die Promotionsstudenten zwischen den Demos, Sit Ins und Joints immer den Willen und die Geduld alles selbst zu verfassen? Hätten sich die Profs. getraut, Plagiate zu monieren, falls sie sie überhaupt entdecken konnten. Ich erinnere mich, wie eine Freundin einen Prof. mit ihrer Basisgruppe fertig machte, weil der ihre Seminararbeit schlecht benotete.

    Es könnte also bald auch andere als adelige Gutsherren treffen, entsprechende Fortschritte bei Google Books vorausgesetzt. Ob das dann die ersehnte Demokratisierung bedeutet?

  117. Julian |  23.02.2011 | 18:03 | permalink  

    Eine in jedem Fall unterstützenswerte Idee, die Herr Hachmeister dort formuliert. Wenngleich der Grund hierfür ein trauriger ist – die wissenschaftliche Ehre allein sollte den Rahmen eigentlich ziehen können. Den Unterschied zwischen Ehrenwort und “Erklärungsworten” hat Guttenberg in der heutigen Fragestunde aber tragischkomisch deutlich gemacht.

    Wie gering die Hemmschwelle auch bei anderen Abgeordneten ist, sich bei fremden Texten zu bedienen macht der Artikel “Abseits der Guttenberg-Debatte” deutlich. http://www.bundestagsradar.net/?p=298

    Auch in Abgeordnetenblogs ist nicht alles das was es zu sein scheint – ungekennzeichnet versteht sich.

  118. Rocka |  23.02.2011 | 18:09 | permalink  

    Ich finde es mehr als schlimm, dass Herr Guttenberg, sich immer noch dreist, charakterlos und frech vor das Wählervolk stellt und keine Ambitionen hegt, moralisch wie politisch dafür Verantwortung zu übernehmen. Wie soll man gerade solch ein Verhalten Kinder erklären und sie zu verantwortungsbewussten Menschen erziehen. Es ist eine Schande… Ich bin sehr enttäuscht auch von den Unterstützern des Herrn Guttenberg insbesondere der Bundeskanzlerin, die nicht den Schneid hat, daraus auch Konsequenzen abzuleiten. Das ist keine Demokratie mehr. Peinlich für dieses Land. Es geht nur um Machtinteressen und Geld…

    “Ick kann gar nicht soviel essen wie ick kotzen muss”

  119. Johannes Döh |  23.02.2011 | 19:48 | permalink  

    Aha @Christian Benduhn,

    Guttenberg bleibt Bundesverteidigungsminister, solange die Mehrheit der Deutschen das so will. Das hat etwas mit Demokratie zu tun. Das aktive und passive Wahlrecht gilt nämlich auch für Staatsbürger ohne Doktorhut.

    Dein Demokratieverständnis scheint mit der Toilettenspülung dort hin gekommen zu sein, wo es bei der ehrenwerten Politelite größtenteils bereits seit langem ist?
    Die Mehrheit der Deutschen hat nie über die Berufung des Herrn von Googleberg zum Bundesminister entschieden. Die Mehrheit der wahlbeteiligten Bürger hat teilweise aufgrund massiven Wahlbetrugs in Form von nicht eingehaltenen Wahlversprechen diese Regierung an die Macht gewählt. Die Kanzlerin hat zusammen mit ihrem Koalitionspartner die Personalien für die Ministerposten bestimmt. Der Einfluss des Wählers war längst entschwunden, zumal F.J. Jung im Schattenkabinett als Verteidigungsminister präsentiert wurde.
    Dass Gutti Verteidigungsminister bleibt, ist jedoch legitim und rechtlich korrekt, wenngleich moralisch zweifelhaft. Mit dem Doktorhut hat dies tatsächlich nichts zu tun, wobei mir der Bezug zum aktiven und passiven Wahlrecht hierbei fehlt.
    Und leite “die Mehrheit der Deutschen” bitte nicht aus den fragwürdigen Umfragen von Bild und der Facebook- Guttenberg Fanpage ab. Dass auch diese Tendenzen, sofern sie denn alle wirklich “pro Guttenberg” zu werten wären, eben wegen des angesprochenen aktiven und passiven Wahlrechts völlig belanglos wären, erklärt die Sinnfreiheit deines Kommentars nachhaltig.

  120. Fragen nach der Fragestunde « … Kaffee bei mir? |  23.02.2011 | 20:20 | permalink  

    [...] Hachmeister: Ein akademischer Fälscher kann kein Minister bleiben. Ein Aufruf mit der Bitte um weitere [...]

  121. Frank Zimmer |  23.02.2011 | 22:20 | permalink  

    “…um für die Wissenschaft und die intellektuelle Würde zu retten, was zu retten ist, werden wir unseren Doktortitel solange nicht führen, solange Freiherr zu Guttenberg noch als Minister dieses Land vertritt”: Bei allem Respekt vor Herrn Hachmeister, aber das klingt eher nach Martin Sonneborn als nach einem ernsthaften Debattenbeitrag. Ich möchte jetzt gerne mal wissen, wer hier seinen akademischen Abschluss ausgerechnet von Herrn zu Guttenberg abhängig machen will. Die Mitunterzeichnerin Hanna Leitgeb scheint es ja selber nicht zu tun, wenn man mal aus der Website ihrer Agentur zitieren darf:

    “rauchzeichen-ag
    Dr. Hanna Leitgeb
    Carmerstraße 17
    10623 Berlin
    +49 30 32 76 63 40 Telefon
    +49 30 32 76 63 41 Fax
    info@rauchzeichen-ag.de

  122. hans monitor |  23.02.2011 | 22:37 | permalink  

    @ Frank Zimmer

    Wer weiß schon, ob Hachmeister nicht eine Filmfortsetzung über Luxus-Hotels an der Riviera dreht und der Aufruf tatsächlich von Martin Sonneborn stammt?

    Wie kann die Mehrheit der Deutschen bloß am akademischen Schwindler von und zu festhalten, dazu gerade noch die einfachen Leute? Früher haben das sogar Intellektuelle noch verstanden.

    Wenn es hart auf hart kommt, haben im ordentlichen Deutschland immer noch Adel und Banken (früher Junker) das Sagen. Wer weiß schon, wie es mit der Krise noch weitergeht. Ein mächtiger Politiker von und zu Schummel muß nicht der übelste aller denkbaren Fälle sein. Wenn dann bei den Untertanen einmal nicht alle Erklärungen richtig ausgefüllt sind… Auch Knechte sind nicht ohne List.

  123. Digitale Notizen » Blog Archive » “Wir können die wissenschaftliche Arbeit einstellen” |  23.02.2011 | 23:32 | permalink  

    [...] Der Offene Brief von Prof. Dr. Robert Stockhammer und Kollegen sowie der hier erwähnte Text auf Carta.info. Tweet this!SHARETHIS.addEntry({ title: "“Wir können die wissenschaftliche Arbeit [...]

  124. alex |  23.02.2011 | 23:58 | permalink  

    Thema: “Eine virale Kampagne zu Gunsten a.D. KTzG”?
    Eine zusammenfassende Anmerkung zu Kommentar 17, 20, 24, 25, 27, 37 und 81:

    Vorab eine Information zum Vorgang:
    http://tinyurl.com/48jjml7

    Interessanterweise war der betreffende Text des Prof. Dr. Spruth am 22.02.2011 gegen 13 Uhr noch unter ttp://www.facebook.com/ProGuttenberg?sk=info ersichtlich, sozusagen als Stützpfeiler dieses Profils, wobei am selben Tag einige Stunden später gerade dieser Text sowie jegliche Verweise auf Prof. Dr. Spruth entfernt wurden. Warum?

    Welche Rolle spielt http://www.facebook.com/ProGuttenberg?sk=info hierbei eigentlich?

    Könnte Prof. Dr. Spruth ein bestimmter (politische) Hintergrund zu seinen Aussagen animieren haben?

    “Prof Spruth ist seit 1971 Mitglied der CDU und seit 1987 Mitglied der CDA, des sogenannten Arbeitnehmerflügels der CDU. Von 1976 bis 1993 war er Mitglied des Dagersheimer Ortschaftsrates, davon 15 Jahre als Sprecher der CDU-Fraktion. Von 1987 bis 1993 war er zudem Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Dagersheim.” (vgl. http://www.cdu-bb.de/index.php?option=com_content&task=view&id=324&Itemid=31)

    oder viel interessanter eine gezielte Kampagne Grund für dieses Profil sein? (sog. Meinungsmache)

    Siehe hierzu:

    Virales Marketing, eine “absichtlich provozierte Mundpropaganda” bzw. “gezielt initiierte virale Kampagne” (vgl. http://wwwu.edu.uni-klu.ac.at/areif/lv-epp/areif.pdf S.11).

    p.s. Zitationsfehler möge man mir nachsehen :)

  125. uniquolol |  24.02.2011 | 00:06 | permalink  

    „…Wie konnte zu Guttenberg die Hatz überstehen, wo sich doch fast der gesamte politisch-mediale Komplex einig war in dem Bestreben, ihn diesmal endgültig zu Fall zu bringen? Zu Guttenberg ist nicht nur die Ausnahme unter den christdemokratischen Politikern, weil er nicht feige ist. Er hat auch davon profitiert, dass sich die ehemals schweigende Mehrheit zu artikulieren gelernt hat. ..(..)..

    Im Anbetracht der Zustimmungsraten für zu Guttenberg in allen Umfragen, wirkte es einigermaßen grotesk, wenn seine Kritiker in der Bundestags- Debatte ausgerechnet auf die Menschen im Lande verwiesen, um ihren Angriffen mehr Substanz zu geben. Die Realitätsverweigerung, die dabei offenbar wurde, illustriert, wie sehr der politisch-mediale Komplex auf sich selbst bezogen ist. ..(..)..

    Das Wahlvolk zeigt heutzutage, dass es sich durchaus eine eigene Meinung zu bilden gewillt und in der Lage ist…“

    Auszug aus: „Fazit der Guttenberg-Debatte“ – Vera Lengsfeld
    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/fazit_der_guttenberg_debatte/

  126. alex |  24.02.2011 | 00:21 | permalink  

    “Das Wahlvolk zeigt heutzutage, dass es sich durchaus eine eigene Meinung zu bilden gewillt und in der Lage ist”.

    Oder aber, ob diese Meinung durch gezielte Kampagnen sowohl vor der “Affäre” also auch aktuell, dem “Wahlvolk” oktroyiert wurde…

    Siehe u.a.:
    http://wp.me/pYPDj-1kW
    http://wp.me/pYPDj-1lb

  127. alex |  24.02.2011 | 00:24 | permalink  

    Ist die Autorin Vera Lengsfeld, die Vera Lengsfeld: http://de.wikipedia.org/wiki/Vera_Lengsfeld

    Also politsch der CDU angehörig?

    Verwunderlich, dass sie gerade diese (s. link im Kommentar 125) Sichtweise vertritt, oder?

  128. uniquolol |  24.02.2011 | 00:36 | permalink  

    #110 -@jonathan:
    „…Mit Guttenberg im Amt kann es keine ernste Wissenschaft mehr geben…“

    Unfug! – Sie haben ein wirklich seltsames Verständnis von Wissenschaft. Es ist wirklich paradox, aber nichts wird die Qualität der zukünftigen Doktorarbeiten mehr verbessern als der (versuchte) Betrug des Freiherrn…

  129. uniquolol |  24.02.2011 | 00:40 | permalink  

    @alex:
    „…Verwunderlich, dass sie gerade diese ..(..).. Sichtweise vertritt, oder?…“

    Nein, verwundert mich nicht. Weshalb? Sollte es?

  130. Rocka |  24.02.2011 | 00:47 | permalink  

    Guttenberg ist ne arrogante Arschgeige, politisch tot und menschlich der totale Versager. Nur noch mit Mitleid und aufrichtiges Bedauern. Dieses Volk bekommt die Regierung, die es verdient.

  131. alex |  24.02.2011 | 00:47 | permalink  

    @128 Insofern stimmen Sie jonathan (@110) also zu? Bravo! ;)

    @115
    “Das hat etwas mit Demokratie zu tun.”
    Mit Demokratie Hr. Benduhn, hat das lange nichts mehr zu tun. Die Lektüre der
    http://www.nachdenkseiten.de/ würde ich Ihnen wärmstens empfehlen.

    Vielleicht als Einstieg direkt: http://www.nachdenkseiten.de/?p=8427
    MfG

  132. uniquolol |  24.02.2011 | 00:55 | permalink  

    @alex:
    „…Insofern stimmen Sie jonathan (@110) also zu? Bravo! ;)…“

    @jonathan schrieb: „…Mit Guttenberg im Amt kann es keine ernste Wissenschaft mehr geben…“

    Weshalb stimme ich ihm zu?

  133. alex |  24.02.2011 | 01:04 | permalink  

    „…Mit Guttenberg im Amt kann es keine ernste Wissenschaft mehr geben…“

    heißt im Umkehrschluss, dass ohne Guttenberg als Verteidigungsminister (“im Amt”) der Umfang der Beschädigung des Wissenschaftsstandortes Deutschland milder ausfällt.

    „Weshalb stimme ich ihm zu?”

    So oder so ist der von Ihnen benannte “Betrug des Freiherrn” ein Segen für die “ernste Wissenschaft” in Deutschland. Gerade weil eben dieser aufgedeckt (vgl. http://www.kj.nomos.de/fileadmin/kj/doc/zu_guttenberg.pdf) sowie geahndet wurde und ggf. weitere Schritte (Ministeramt?) nach sich ziehen wird.

  134. Christian Benduhn |  24.02.2011 | 01:06 | permalink  

    Dass Guttenberg (vorerst) im Amt bleibt, hat durchaus etwas mit Demokratie zu tun. Offensichtlich wünscht das die Mehrheit der wahlberechtigten Deutschen zur Zeit und nach dem bisher bekannten Stand der Dinge.
    Das könnte sich aber ändern, falls Leyendecker den echten Geisterschreiber des Herrn Guttenberg präsentiert (falls es ihn gibt). Andeutungen hat er vor ein paar Stunden bei “Hart aber fair” gemacht.
    Das würde Guttenberg die Sympathie der Mehrheit kosten und damit auch sein Amt.

  135. Christian Edom |  24.02.2011 | 01:57 | permalink  

    Der Guttenberg ist kein „guter Mann“. Das ist jemand, der es sich einfach (und leicht) gemacht hat.
    Der Guttenberg hinterlässt einen Kollateralschaden. Ist ihm das überhaupt bewusst? Denk er, es ginge bei der ganzen Sache nur um ihn. Hier geht es um unser Land.

    Es bleibt dabei: Auf etwas etwas, was einem nicht rechtmäßig gehört, kann man auch nicht verzeichten! Wer leugnet das? Wenn Guttenberg alles in Anführungszeichen gesetzt hätte, wäre die Arbeit gar nicht akzeptiert worden.

  136. Balean |  24.02.2011 | 08:13 | permalink  

    Das die Arbeit nicht gut ist, kann wohl keiner bestreiten doch wie konnte diese Arbeit mit summa cum laude bewertet werden.
    Ist es jetzt nicht an der Zeit, sehr geehrter Herr Hochmeister, ihre lieben Professoren – Kollegen zur Rechenschaft zu ziehen.
    Schon mal Gedanken darüber gemacht???

  137. Rambay |  24.02.2011 | 09:28 | permalink  

    Höchste Achtung, Herr Dr. Hachmeister und Kollegen. Ich habe bei der Bundestagsdebatte sehnlichst darauf gewartet, daß einer der Kritiker sagt: “Herr Minister Guttenberg – entweder Sie treten zurück oder ich lege mein Mandat nieder….

  138. OH |  24.02.2011 | 10:46 | permalink  

    @Ninia Haag

    “Sagt mir bitte nur eine Person, die nie in Ihrem Leben schon irgendeinen Fehler gemacht hat, bzw. zu lasten liegt. Die Person, die nicht in der Schule mal den Stift von seinem Nachbarn zerbrochen hat oder die Hausaufgabe vor dem Unterricht abgeschrieben hat…”

    Schüler haben es meist so an sich, dass die überwiegende Mehrheit nicht voll strafmündig ist. Doktoranden haben es meist so an sich, dass die überwiegende Mehrheit voll strafmündig ist.

    Schüler müssen auch selten unterschreiben, dass sie nicht die Stifte vom Nachbarn zerbrechen oder die Hausaufgaben abschreiben und selbst wenn ist die Unterschrift nicht bindend.

    Doktoranden müssen schriftlich – an einigen Universitäten an Eides statt – versichern, dass sie die Arbeit selbständig und mit keinen anderen als den angegebenen Mitteln angefertigt haben.

    Die Unterschrift von Guttenberg ist offensichtlich nicht die Tinte wert, mit der sie geschrieben wurde. Wie will er da noch Minister sein? Er muss Verträge unterzeichnen! Ganz abgesehen davon ist er als Verteidigungsminister für die Hochschulen der Bundeswehr zuständig. Wie soll da noch jemals ein Soldat für Fälschung degradiert werden, wenn er sich auf seinen obersten Dienstherren berufen kann, er habe nur schlampig gearbeitet?

  139. OH |  24.02.2011 | 11:01 | permalink  

    @Marcus #86

    “Was ändert sich jetzt bitte schön für uns, für von Guttenberg oder die Uni Bayreuth? Für uns gar nichts, Guttenberg schreibt sich in Zukunft ohne Dr. und die Uni Bayreuth hat einen berühmten Absolventen (mehr), der seine Doktor-Arbeit mit Hilfe anderer geschrieben hat.

    Nicht mehr und nicht weniger.”

    Falsch. Es ändert sich, dass die Unterschrift des Verteidigungsministers nicht mehr als bindende Verpflichtung gesehen werden kann, sondern nicht mal die Tinte wert ist, mit der sie geschrieben wurde. Es ändert sich zudem, dass die Universitäten der Bundeswehr als akademische Institution ihre Glaubwürdigkeit verloren haben.

    “Wir haben endlich mal einen einigermaßen vernünftigen Verteidigungsminister, der sogar bei der Bundeswehr war. Und nicht solche Abziehbilder und Typen, die die Bundeswehr nur vom Hörensagen kennen wie das in der Vergangenheit der Fall war.”

    Aha. Und Du allein entscheidest, dass das das einzig relevante Kriterium ist?

    “Andere sitzen in irgendwelchen Kneipen und lassen bezahlte Ghostwriter ihre Abschlussarbeiten schreiben oder bestechen Uni-Mitarbeiter, um an diesen hochtrabenden Titel heranzukommen.

    Das finde ich wesentlich ekelhafter als den vorliegenden Fall.”

    Wir sind hier dummerweise in einem Rechtsstaat und wovor Du dich ekelst ist herzlich irrelevant. Das Thema Ghostwriter ist bei Guttenberg noch lange nicht gegessen, denn er hat nicht gerade den Eindruck gemacht, dass er seine Arbeit kannte. Die Verwendung eines Plagiats als Anfang der Einleitung sieht sehr nach Massenproduktion aus dem Baukasten aus. Und die Bestechung der Uni-Mitarbeiter, die mir bekannt sind, waren mitnichten um an den Titel heranzukommen, sondern um die Chance zu haben, ihn zu erwerben. Es ging NICHT um die Verleihung des Titels sondern um die Aufnahme als Doktorand, die für Externe regelmäßig durch den beschränkten Horizont deutscher Fakultäten erschwert wird. Deswegen haben die Gerichte in diesen Fällen zunächst auch die Aberkennung der Titel aufgehoben, da ein direkter Einfluss auf die wissenschaftliche Arbeit als solche nicht erkennbar war.

    Im Übrigen, da Du ja unterschriebenen Vereinbarungen keinen Wert zumisst, ich hätte da ein Grundstück auf dem Mond zu verkaufen….

  140. Johannes Döh |  24.02.2011 | 11:26 | permalink  

    Hallo @OH,

    ich stimme dir in allen Belangen zu, doch…

    Doktoranden müssen schriftlich – an einigen Universitäten an Eides statt – versichern, dass sie die Arbeit selbständig und mit keinen anderen als den angegebenen Mitteln angefertigt haben.

    Die Unterschrift von Guttenberg ist offensichtlich nicht die Tinte wert, mit der sie geschrieben wurde.

    …meines Wissens, welches aus diversen Internetquellen bezüglich dieser Thematik stammt, brauchte Dr. a.D. zu Googleberg nichts zu unterschreiben, sondern sein Ehrenwort soll genügt haben. Dies soll eine Besonderheit der Uni Bayreuth darstellen. Ob dies dort generell so gehandhabt wird (wurde) oder nur in Ausnahemfällen bei Pop- & Politstars (in Personalunion) gemacht wird, entzieht sich meiner Kenntnis.

  141. Christian Benduhn |  24.02.2011 | 11:59 | permalink  

    Wir sind das “dumme” Volk. Wir wollen “Lügenbaron” Guttenberg.

  142. Richard Albrecht |  24.02.2011 | 11:59 | permalink  

    -> Dr.habil. Lutz Hachmeister:

    Nochmal erweiternd zum Juttenberg (folgend: KTzuG)

    (1) o.Prof.em. Häberle -> _http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_H%C3%A4berle_ war echt dreist, Herrn Baron KTzuG mit “summa cum” (das war/ist die Bestnote überhaupt) zum Dr.iur. zu promovieren.

    (2) Und damit niemand meint, das Ding wär ´ne bajuwarische Eigenart – auch die Ganzberliner Rewis (so nennt sich die jur.Fak. der Humboldt-Uni selbst) waren/sind auch nicht ohne Schmackes, jedenfalls auffiel mir schon vor´n paar Jahren da so´n TRIO IUSTITIALE, das kürzlich hier auch eine gesonderte “Zeitgeschichtliche Erinnerung an Humboldt flaggende ganzdeutsch-akademische Führungsjuristen“ erfuhr -> _http://www.duckhome.de/tb/archives/8777-TRIO-IUSTITIALE.html_

    (3) KTzuG muß aufpassen, daß er nicht fristversäumt. Wenn er akademisch nicht vollnackt dastehn will, müßte er als Halbjurist bei der Bayreuther Jur.Fak. bald´n Antrag stelln, damit er sich öffentlich *”Diplom-Jurist”* nennen darf.

    (4) Leider schade, daß bei alledem das politikgeschichtlich wichtigere, nämlich Herrn Barons KTzuG eines SS-Zeichen im Photo, so ganz unbeachtet blieb -> _http://www.modepilot.de/2009/09/08/umfrage-zum-minister-im-acdc-shirt/_ … aber was nicht ist soll ja noch werden können …

    Besten Eilgruß;-)

    Richard Albrecht / 240211

  143. Peter Rueth |  24.02.2011 | 12:54 | permalink  

    Kommt mir noch einmal ein Westerwelle oder eine IM Erika mit den Worten “Arbeit müsse sich wieder lohnen” werde ich ihnen “ein Messer in den Rücken rammen”. Über Guttemberg lacht das Ausland und alle die wissen was “sich mühen” heisst. Adelig geboren, nie ein Handschlag hat arbeiten müssen, auf Staatskosten verplegt, verrentet und vom Steuerzahlern ernährt schleicht sich der Lügenbaron durchs Leben. Er wird sich nicht mehr lange halten. Und wenn wir nach Berlin fahren zum Dauerdemonstrieren .. Der Mann hat alle Glaubwürdigkeit verspielt. Widerlicher Bonze!

  144. Peter Rueth |  24.02.2011 | 13:34 | permalink  

    Felix Krull muss bei der Story des Dr. Googleberg Pate gestanden haben. Hat Th. Mann das Drehbuch geschrieben? Anders kann ich mir das nicht mehr erklären. Und mit welcher Frechheit der Herr von und zu Goggelberg weiter am Steuergeld der Bürger bedient. Eine Frechheit udn Dreitsheit die des Gleichen sucht. Der Typ ist die Lachnummer im Ausland und macht uns zu seinen Komplitzen. Ich distanziere mich von den Machenschaften des Dr. Googleberg und heisse diese – so wie es die deutsche Mehrheit – die DummMichels machen – NICHT für gut. Wäre ich Soldat – ich würde ihm vor die Füsse pissen.

  145. alex |  24.02.2011 | 13:41 | permalink  

    Hallo Ninia Haag,

    wie Sie bereits durch andere Kommentare feststellen müssten (s. 114, 138), stellt ihre Argumentation (u.a. Beitrag 111) lediglich ein rhetorisches Mittel dar. (vgl. Totschlagargument bzw. Killerphrase, http://de.wikipedia.org/wiki/Totschlagargument ).

    Wäre Ihnen tatsächlich an einer sachlichen Argumentation gelegen, würden Sie nicht die fadenscheinige Argumentationsweise der Springermedien (u.a. Bild) nachahmen.

  146. Lüge, Täuschung, Manipulation | Erbloggtes |  24.02.2011 | 14:42 | permalink  

    [...] ist einem Aufruf des renommierten Medienwissenschaftlers Lutz Hachmeister vorbehalten, der sagt: „Ein akademischer Fälscher kann kein Minister bleiben“: „Aber um für die Wissenschaft und die intellektuelle Würde zu retten, was zu retten ist, [...]

  147. OH |  24.02.2011 | 14:56 | permalink  

    @ Johannes Döh #140

    Ich glaube, da liegt ein Missverständnis vor. Die Promotionsordnung schreibt von “eine ehrenwörtliche Erklärung des Bewerbers darüber, dass er die Dissertation selbständig verfasst und keine anderen als die von ihm angegebenen Quellen und Hilfsmittel benutzt hat”

    Allerdings ist diese Erklärung dem Antrag auf Zulassung zum Promotionsverfahren BEIZUFÜGEN. Das kann kaum geschehen, wenn diese Erklärung des Bewerbers nicht in der Schriftform erfolgt.

    Siehe http://www.rw.uni-bayreuth.de/de/committees/downloads/Promotionsordnung_nichtamtliche_Gesamtfassung_des_Dekanats_Mai_07.pdf

    §8 Antrag auf Zulassung zur Promotion

  148. Anton Strumpf |  24.02.2011 | 16:22 | permalink  

    Der Zeitgeist, wie er sich auf der Facebook Guttenberg-Unterstützer-Seite artikuliert, ist mehr als erstaunlich. Allerdings finden sich auf dieser Seite auch kritische Töne: Nicht jeder zählbare Eintrag ist somit zugleich Zustimmung zu G.
    Was mich beim Lesen der dortigen Einträge allerdings stutzig macht: Fehler in der Rechtschreibung finden sich signifikant eher auf Seiten der G.-Unterstützer.
    Darum kwasi zur Wiederhärstellunk däs Kleichkewichts hier Rächtsschreipfehler.
    Man will ja nicht arrogant erscheinen.

  149. Johannes Döh |  24.02.2011 | 16:39 | permalink  

    @OH #147

    Danke für die Aufklärung. Wie gesagt, meine Informationen stammten aus wohl eher unzuverlässigen Internetquellen. Ich denke nicht, dass es eine Dissertation wert wäre, darüber weiter nachzudenken :-) Was genau der Unterschied zwischen der Uni Bayreuth und anderen diesbezüglich gewesen sein soll, ist meinem Kurzzeitgedächtnis offensichtlich altersbedingt entfallen…

  150. Reiner/SB |  24.02.2011 | 17:26 | permalink  

    @Anton Strumpf

    > Man will ja nicht arrogant erscheinen.

    Nö. Natürlich nicht.

    Gefällt Ihnen überhaupt nicht die Seite, nicht wahr? Tja sowas tut halt weh. Was machen wir nur mit dieser bornierten schweigenden Mehrheit?

    Sollen wir die etwa über Stuttgart21 oder den Bau von Kernkraftwerken volksabstimmen lassen? Besser nicht… so dumm wie die sind. Die können ja nicht mal richtig schreiben.

  151. Anton Strumpf |  24.02.2011 | 18:02 | permalink  

    @Reiner/SB
    Sie haben auch Nr.27 und 37 verfasst. Schön, dass Sie so begeistert sind.
    Wie Sie allerdings von Rechtschreibschwächen bzw. Flüchtigkeitesfehlern zu S21 und Kernkraftwerken kommen, erschließt sich mir nicht.
    Wer gehört denn nun zur bornierten, schweigenden Mehrheit? Sind das diejenigen, die sich nicht auf der von Ihnen bevorzugten Seite guttenbergaffin zu Wort melden?
    Wenn ich annehme, Sie sehen sich nicht in den Reihen der schweigenden bornierten Mehrheit, wie würden Sie sich bezeichnen? Sind sie dann die junge von Morgenröte umflorte Garde auf dem Weg nach … na was denn?
    Ich bitte um Belehrung.

  152. Will Tanner |  24.02.2011 | 18:04 | permalink  

    Keine Bange, der ist bald weg.

    Auf die Konservativen in Deutschland ist Verlass:

    http://bluthilde.wordpress.com/2011/02/24/warum-wir-konservative-in-der-pfeife-rauchen/

  153. Sven Glückspilz |  24.02.2011 | 18:53 | permalink  

    @Anton Strumpf

    Es erscheint mir, dass es sogar nicht unerheblich viele kritische Kommentare auf dieser Pro-Guttenberg-Facebookseite gibt. Die Crux an diesem (und nicht nur diesem) Facebook-Feature ist, dass man den “Gefällt mir”-Button anklicken muss, um dort posten zu dürfen. Das relativiert die hohe Mitgliederzahl deutlich, erklärt aber immer noch nicht, warum die Fanzahl derart hoch ist.

    @Reiner/SB
    Natürlich ist die Zahl derer, die sich heute pro Guttenberg äußern, hoch. Wir haben ja jüngst am Beispiel Sarrazin gesehen, dass die Begeisterung für das Recht auf Undifferenziertheit fröhliche Urständ feiert. Dass ändert nichts daran, dass diese sog. “Schweigende Mehrheit” – die sich auch gerne im Besitz des “gesunden Menschenverstand” wähnt -, auf die gestellten Fragen eine ehrliche und differenzierte Antwort geben und den Konsequenzen ihres Denkverzichts ins Auge sehen muss.

  154. alex |  24.02.2011 | 19:34 | permalink  

    @Anton Strumpf (Kommentar 148)

    “Fehler in der Rechtschreibung finden sich signifikant eher auf Seiten der G.-Unterstützer.”

    Ggf. liegt es daran, dass die Guttenberg-Ünterstützer gekauften oder virtuellen Personen entspringen und diese teilweise gar nicht der deutschen Staatsangehörigkeit zuzurechnen sind. Siehe:

    http://wp.me/p3vo0-26F
    oder aus der Süddeutschen Zeitung:
    http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/520399
    Spiegelfechter:
    http://wp.me/pYPDj-1kW

    Siehe auch meinen Kommentar Nr. 124 zum Vorgang.

    @Reiner/SB (Kommentar 150)
    “Sollen wir die etwa über Stuttgart21 oder den Bau von Kernkraftwerken volksabstimmen lassen?”

    Halten Sie persönlich das denn für richtig? Warum?

    Sollten wir diese, zum teil gekauften “Stimmungsmacher”, wie es sie auch schon zu anderen Großprotesten gab, Volksabstimmen lassen, gleiche dies einem Wahlbetrug, sind etliche dieser Personen doch gekauft bzw. virtuell, was höchstwahrscheinlich anzunehmen ist. (vgl. campact!, Bewegungsstiftung oder Stiftung GEKKO)

    p.s. Ein Tipp: Informieren Sie sich doch bitte zur Person “Tobias Huch”.

  155. Adam Lauks |  24.02.2011 | 20:32 | permalink  

    Wenn ich ein Bild mit fremdem copyrigh auf mein portal http://www.adriaapartments.de hochlade flattert mir ein Strafbefehl wegen :
    Diebstahl geistiges Eigentums… was hier vorliegt, ob vorsätzlich oder nicht spielt keine Rolle.

    Das Lavieren der UNI was die Vorsätzlichkeit anbetrifft befremdet mich. SOOO doof sind wir doch nicht, oder !?

  156. OH |  24.02.2011 | 21:22 | permalink  

    @Adam Lauks

    Mich befremdet das lavieren der Uni gar nicht. Als bayerische Universität einem CSU-Granden ans Bein p****? Geht gar nicht. Der Leiter der Universität wird das Schreiben aus München “Wenn ihr in dem Jahrhundert noch eine Professorenstelle besetzen wollt, dann haltet euch zurück” dem Kommittee vorgelegt haben… Denen wird ein zentnerschwerer Stein vom Herzen gefallen sein, als der Freiherr gesagt hat, er will seinen Titel nicht mehr, denn sonst hätten sie die Wahl gehabt, sich als Uni unmöglich zu machen oder sich den heiligen Zorn ihrer Dienstherren zuzuziehen….

  157. Helmut |  24.02.2011 | 21:42 | permalink  

    @ Adam

    Zustimmung / d ´ accord. Nur war (2007) der Herr Baron nicht ´n NACHWUCHSGRANDE? Und was bittschön ist mit die fränkische Herrschaften, die amol denne bajuwarischen Amigos zeigen wolln? Oder halts Ihr in Ganzdeutschland dös jetzt fürn Nebenwiderspruch – Latifundista vs. Militär-Industriekomplex? Oder seids zu blödi dös zu begreifeln?

    @ Hachmeisterei

    Was ausrotzen und hahaha dös war´s emol? Do schleichstdi …

  158. manfred |  24.02.2011 | 22:17 | permalink  

    In der gesamten Diskussion vermisse ich die Analyse der eigentlichen Ursache. Das Herr Gutenberg seine Dissertation nicht nach den Regeln der Wissenschaft erstellt hat, ist die eine Sache. Doch genau die gerade von Herrn Hachmeister lobend hervorgehobene wissenschaftliche Gemeinschaft hat es ja erst zugelassen, dass in diesem Falle der Doktortitel überhaupt vergeben wurde. Zur ordentlichen wissenschaftlichen Arbeit eines Doktorvaters und eines Prüfungsgremiums gehört zu allererst einmal die sorgfältige Prüfung einer eingereichten Dissertation. Und das scheint hier nicht erfolgt zu sein. Wer Schlampereien erst ignoriert, übersieht oder toleriert, der sollte hinterher nicht zu stark den moralischen Zeigefinger heben. Im Falle Gutenberg hat also das gesamte Wissenschaftliche System versagt. Kurz: Es hat seine eigenen Grundsätze und selbst aufgestellte Regeln missachtet.

  159. Warte nur, balde ruhest Du auch? | schneeschmelze | texte |  24.02.2011 | 23:29 | permalink  

    [...] um den CSU-Politiker Karl-Theodor zu Guttenberg hat Lutz Hachmeister in CARTA eine Kampagne initiiert, in der er gemeinsam mit Unterstützern erklärt, er wolle seinen Doktortitel aus Protest so lange [...]

  160. Christian Benduhn |  25.02.2011 | 00:07 | permalink  

    Verehrter Herr Prof. (Dr.) Hachmeister,
    ist Herr Guttenberg schon als Bundesverteidigungsminister zurückgetreten? Im Impressum des von Ihnen geleiteten “Instituts für Medien- und Kommunikationspolitik” steht:
    Dr. Lutz Hachmeister (Geschäftsführender Direktor IfM).
    Sie hatten doch am 22. Februar versprochen, Ihren Doktortitel nicht mehr zu führen, solange Herr Guttenberg Minister bleibt.

  161. Dagmar Schiller |  25.02.2011 | 00:10 | permalink  

    Vollinhaltliche Übereinstimmung, kann leider nicht auf das Führen meines Titels verzichten, da nicht erworben, weil auch mir die Quadratur des Kreises zwischen Unterstützung einer Familie von Startup-Unternehmern im Rentenalter, BAFöG und zwei jüngeren Brüdern nicht gelungen ist. Copy and paste gab`s ja net, hätt`auch nichts genutzt, da der liebe Gott ja eh alles sieht!!!

  162. Aufmerksamkeit! |  25.02.2011 | 01:15 | permalink  

    Ich möchte kurz auf die Argumentation der Prüfungskommission (Uni Bayreuth) eingehen, die ich rechlich nicht nachvollziehen kann.

    Der Doktortitel (verbrieft in der Promotionsurkunde) wurde aberkannt, weil die Arbeit die Vorraussetzungen des §7 (besonders) Abs. 3 der Promotionsordnung nicht erfüllt. So weit so schlüssig.
    http://www.rw.uni-bayreuth.de/de/committees/downloads/Promotionsordnung_nichtamtliche_Gesamtfassung_des_Dekanats_Mai_07.pdf

    Dann wird die Rücknahme des Doktortitels damit begründet, dass die Arbeit erst gar nicht hätte angenommen werden dürfen. Dabei stützt sich die Uni Bayreuth auf Art. 48 des Bayerischen Verwaltungsverfahrensgesetzes.

    Hierbei wird m.E. übersehen, dass die Promotionsordnung und das Bayerische Verwaltungsverfahrensgestz im Verhältnis von lex specialis zu lex generalis stehen, was bedeutet, dass auf das allgemeinere Gesetz nur dann zurückgegriffen werden kann, wenn die Promotionsordnung zur Rücknahme keine Regelung enthält.

    Nun schaue ich in § 16 der Promotionsordnung und stelle fest, dass hier (fast/siehe unten) alles geregelt ist.

    Wenn die Uni /Prüfungskommission bei ihrer Entscheidung angenommen hat, es lag keine Täuschung vor, sonderen die Arbeit hätte schon nicht angenommen werden dürfen, dann hätte sie nach § 16 Abs.3 den Titel nicht aberkennen dürfen:

    “(3) Waren die Voraussetzungen für die Zulassung zur Promotion nicht erfüllt, ohne dass der Kandidat hierüber
    täuschen wollte, und wird diese Tatsache erst nach Aushändigung der Urkunde bekannt, so wird dieser
    Mangel durch das Bestehen der Doktorprüfung geheilt.”

    Für den Fall der Aberkennung m u s s die Prüfungskommission die Täuschung vor der Aberkennungsentscheidung prüfen! § 16 Abs.2:

    “(2) Wird die Täuschung erst nach Aushändigung der Urkunde bekannt, so kann nachträglich die Doktorprüfung
    für nicht bestanden erklärt werden. Die Entscheidung trifft die Promotionskommission.”

    Und jetzt wird es noch besser. Nach § 16 Abs. 5 der Promotionsordnung gilt das:

    “(5) Im übrigen richtet sich der Entzug des Doktorgrades nach dem Gesetz über die Führung akademischer
    Grade vom 7. Juni 1939 (BayBSErgB, S. 115).”

    Wenn man hier und in die dazugehörige Durchführungsverordnung schaut, dann heißt es dort in Nummer 4:

    “4.
    Die Entscheidung über die Aufhebung der Entziehung (§ 4 Abs. 4 des Gesetzes) erfolgt nach Anhörung des in Nr. 3 Abs. 1 dieser Verordnung genannten Ausschusses.”

    Falls ich mich recht erinnere, so blieb in dem Schreiben von zu Guttenberg an die Uni eine ausführliche Erklärung bisher offen.

    Und nun müssen wir doch noch einmal in den Art 48 Abs. 4 Bayrisches Verwaltungsverfahrensgesetz schauen:

    “(4) Erhält die Behörde von Tatsachen Kenntnis, welche die Rücknahme eines rechtswidrigen Verwaltungsakts rechtfertigen, so ist die Rücknahme nur innerhalb eines Jahres seit dem Zeitpunkt der Kenntnisnahme zulässig. Dies gilt nicht im Fall des Absatzes 2 Satz 3 Nr. 1.” (Der trifft hier nicht zu)

    Also, entweder verstehe ich hier etwas ganz falsch oder die Sache ist zumindest seltsam.

  163. Bert |  25.02.2011 | 08:27 | permalink  

    @Manfred # 158

    Nur “im Falle Gutenberg hat also das gesamte Wissenschaftliche System versagt”?
    Was meinen Sie, wieviel Leichen im ganzdeutschen Wissenschaftskeller sind—und,
    entre nour, paar sind noch nicht eingesargt und leben noch …

  164. Bravo! |  25.02.2011 | 10:09 | permalink  

    [...] (Zum kompletten Artikel bei CARTA) [...]

  165. Richard Albrecht |  25.02.2011 | 10:33 | permalink  

    UND DIE MORAL VON DER GESCHICHT´?

    Wenn der Fall des Herrn Baron KTzuG mit dem einen SS-zeichen auffm Pulli -> http://www.modepilot.de/2009/09/08/umfrage-zum-minister-im-acdc-shirt/ politikgeschichtlich etwas veranschaulicht, dann doch nur, wie sozialverkommen diese Kaste nach ihrem gescheiterten Putschversuch “20. Juli” 1944 ist, genauer: Der heuer prominenteste Politvertreter dieser Kaste – KTzuG – zeichnet sich vor allem dadurch aus aus, daß er (s)einen Revolver nicht benützt.

    Richard Albrecht, 250211
    http://ricalb.files.wordpress.com/2010/12/cv1.pdf

  166. Readers Edition » “Ein akademischer Fälscher kann kein Minister bleiben” Ein Aufruf von Lutz Hachmeister |  25.02.2011 | 10:50 | permalink  

    [...] Den Aufruf finden Sie hier. [...]

  167. Lutz |  25.02.2011 | 11:38 | permalink  

    Ich bin ach dafür das er geht !!!!!!! Lügenbarone haben wir schon genug

  168. Frida |  25.02.2011 | 15:50 | permalink  

    Also EHRLICH, ich bin entsetzt!
    Vor drei Wochen hab ich meine Dissertation eingereicht. Dem ist eine Zeit der Recherche vorangegangen und die Verschriftlichung war auch nicht eben einfach. All das zog sich tatsächlich über Jahre hin. Aber ich WEIß, dass die Arbeit wirklich von mir ist. Wofür die unsichere finanzielle Zeit und der ganze Stress, wenn gewissenhafte Forschung überhaupt nicht mehr gewürdigt wird? Meine persönliche Meinung ist ganz klar: Das ist kein Kavaliersdelikt, es geht nicht nur um Fußnoten. Es geht um die Anerkennung ehrlicher Arbeit. Der Mann hat gelogen und muss die Konsequenzen ziehen. Vielleicht hat er dann eine zweite Chance verdient – aber in seiner “sicheren” Position zu verharren ist eine Frechheit und wirkt nicht nur unglaubwürdig sondern beleidigend.

  169. Mark |  25.02.2011 | 16:47 | permalink  

    Das Gerede um KT in allen Ehren, aber ob man einen solchen Schritt wirklich durchsetzen kann bleibt fraglich. Meiner Meinung nach kommt die Debatte um seine Person sehr ungelegen, da zur Zeit die Weltpolitik im Fokus des Interesses stehen sollte. Allerdings wäre ich auch nicht dagegen, dass zu einem späteren Zeitpunkt ( ! ) eine erneute Anhörung stattfindet.

    Viel interessanter ist zur Zeit, ob sich die islamische Revolution nachhaltig entwickeln kann, oder ob nach dem Sieg des Volkes alles wieder seinen gewohnten Gang nimmt. Einen interessanten Beitrag dazu habe ich hier gefunden : http://erstmal-nachdenken.de/?p=38

  170. Andreas Conradi |  25.02.2011 | 17:02 | permalink  

    Ich danke den Initiatoren dieses Aufrufes.

    Ich habe keinen akademischen Titel, den ich niederlegen könnte.

    Doch das Verhalten von Herrn zu Guttenberg und der regierungspolitische wie der öffentliche Umgang mit dem scheinbar weitgehend als Kavaliersdelikt empfunden Diebstahl geistigen Eigentums – wissentlich oder aus purer Dummheit sei dahingestellt – ist ein Schlag ins Gesicht jedes Menschen, der je eine Prüfung absolviert und ehrlich bestanden hat.

    Aus diesem Grund lege ich meinen Meistertitel als Handwerker nieder, so lange Herr zu Guttenberg im Amt bleibt oder vollständig von allen Schuldzuweisungen freigesprochen werden konnte.

    Mehr kann ich nicht tun, aber das immerhin.

    Andreas Conradi

  171. Andreas Conradi |  25.02.2011 | 17:18 | permalink  

    …oder ER NICHT vollständig…

    Die Intention war wohl verständlich, der Satz nicht.

    Ich habe aber nicht wissentlich oder absichtlich zwei Wörter ausgelassen

    AC

  172. Rolf Ehlers |  25.02.2011 | 17:42 | permalink  

    Wenn wir der Wissenschaftlichkeit abschwören und nur noch dem Pragmatismus huldigen, sind wir bald am Ende. Ideale wie Wahrhaftigkeit, Objektivität und Ehrlichkeit
    werden zwar in jeder Gesellschaft immer wieder verletzt, aber sie einfach fallen zu lassen, das ist das eigentliche Verbrechen, dem sich hier konkret zu Guttenberg und Merkel schuldig machen.

    Ich glaube übrigens nicht, dass die große Zahl der Bürger, wenn sie anständig informiert und befragt wird, einen solchen Fälscher und Betrüger wie zu Guttenberg weiter in einem wichtigen Amt sehen will. Aber die Presse und die Meinungsforscher sind nicht ehrlich. Sie fragen nur danach, ob die Bürger den Minister weg haben wollen.
    Dass die Öffentlichkeit ständig desinformiert wurde, er habe ja nur falsch zitiert, geht dabei unter.

  173. Wolfgang Wegener |  25.02.2011 | 19:35 | permalink  

    @Rolf Ehlers: Wenn ein akademischer Fälscher Minister und damit in einer Vorbildfunktion bleiben kann, und zwar offensichtlich mit großer Zustimmung der Bevölkerung, dann müssen schon seit geraumer Zeit die Maßstäbe an die Erfüllung eigentlich selbstverständlicher Werte und Normen drastisch verschoben worden sein. Was soll z. B. die Aussage:”Wer ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein?” Es gibt keine Gleichheit im Unrecht.

    An diesem Werteverfall sind ganz sicher auch professionell arbeitende, meinungsbildende Journalisten schuld. Ich kann in diesem Zusammenhang nur an die Bildzeitung als der Zeitung mit der größten Massenwirksamkeit appellieren, sich ihrer Verantwortung bewusst zu werden.

    Der Sinn des Aufrufs des Lutz Hachmeister erschließt sich mir allerdings nicht: Was soll das bringen?

    Zur (Wieder)Herstellung sauberer Verhältnisse im Land Einsteins und Heisenbergs ist nicht der Rücktritt des Ministers erforderlich, sondern dessen Entfernung auf dem Amt. Mag ja sein, dass die dann fällige Kabinettsumbildung schwierig ist. Als bürgerlicher Wähler verlange ich von einer bürgerlichen Regierung, ethische Maßstäbe an ihre Minister anzulegen, die vorbildhaft sind. Die im Ansehen schwer geschädigte Universität Bayreuth sollte sich bemühen, die m. E. nach eindeutig belegbare Täuschungsabsicht nachzuweisen und dies zu kommunizieren. Und sollte es einen Ghostwriter geben, dann möge er sich im Interesse des Wissenschaftsstandortes nun offenbaren.

  174. Aufmerksamkeit! |  25.02.2011 | 20:15 | permalink  

    Da war ich #162 wohl eine Zeit lang verschluckt. Warum, @Carta?

  175. noName |  25.02.2011 | 20:52 | permalink  

    (Nachdem ich das BayBSErgB nicht ad hoc gefunden habe, habe ich aufgehört, mich mit den anwendbaren Vorschriften im Fall zu Guttenberg zu befassen.) #162 informiert systematisch.

    Wurde in der Pressekonferenz der Uni Bayreuth ein “Ausschuss” erwaehnt? Haben die Journalisten danach gefragt?

    Zur Täuschungsabsicht hätte ausgefuehrt werden müssen, denn bei Nichttaeuschung “heilt” der Doktor. Ausgesprochen merkwürdig.

  176. noName |  25.02.2011 | 20:55 | permalink  

    “heilt” die Doktorprüfung” muss es heißen.

  177. Aufmerksamkeit! |  25.02.2011 | 21:05 | permalink  

    @noName hier eine Quelle, ist aber echt was für Fans :-)
    http://www.business-podium.com/boards/tipps-allgemeine-diskussionen-zur-hochschulbildung-akademischen-berufen/48-akagrg-gesetz-ueber-die-fuehrung-akademischer-grade.html

    By the way: Es haben sich im Laufe der Jahre viele Menschen darüber aufgeregt, wie ein Gesetz von 1939 noch herangezogen wrden kann. Die höchsten deutschen Gerichte haben aber inzwischen entschieden, dass dies geht, weil in diesem Gestz kein nationalsozialistisches Gedankengut enthalten ist. Es gilt auch nicht als Bundesgesetz, sondern ist nur anerkannt:
    http://www.business-podium.com/boards/tipps-allgemeine-diskussionen-zur-hochschulbildung-akademischen-berufen/48-akagrg-gesetz-ueber-die-fuehrung-akademischer-grade.html

    Alles nicht so einafach :-)

  178. Aufmerksamkeit! |  25.02.2011 | 21:06 | permalink  

    Korrektur:
    Alles nicht so einfach :-), sorry.

  179. Aufmerksamkeit! |  25.02.2011 | 21:10 | permalink  

    Entschuldigung, der Link war doppelt! Der zweite Link ist dieser:
    http://dejure.org/gesetze/GG/123.html

  180. noName |  25.02.2011 | 21:33 | permalink  

    @Aufmerksamkeit!, nicht so einfach. ;) Mit diesen alten Gesetzen will man sich gar nicht gerne befassen.

    Zu Guttenberg hat sich durchgemogelt. Dass er nicht den Anstand besitzt, die Konsequenzen (Rücktritt) zu ziehen, begreife ich nicht…….. :( Noch einen Abgang kann sich die CDU/CSU vermutlich nicht leisten.

  181. Aufmerksamkeit! |  25.02.2011 | 21:39 | permalink  

    @noName ja, das ist genau der Punkt, dass sich alle (besonders in der Presse) nur mit Oberflächlichkeiten befassen. Niemand mag mehr (weil das extrem spießig ist) auf die Grundlagen unseres Zusammenlebens (sprich: Gemeinwesens) eingehen. Aber ich tue es trotzdem, weil ich glaube, dass uns der “Laden” sonst um die Ohren fliegt.

  182. Nofate |  25.02.2011 | 22:04 | permalink  

    Vielen Dank für die anregende Diskussion hier!

    Ich habe noch etwas hinzuzufügen.
    Herr Vetter vom lawblog hat meines Erachtens noch etwas sehr Wichtiges zu Tage gefördert:
    http://bit.ly/gspQ3J
    Wenn Studenten der Bundeswehr-Hochschule derartige Konsequenzen zu fürchten haben, dann sollte das für den Diesntherrn, der immerhin ein Vorbild sein muss, ebenso gelten.
    Darüber hinaus hoffe ich, dass sich Kläger finden, deren Urheberrechte verletzt wurden.

  183. Aufmerksamkeit! |  25.02.2011 | 22:19 | permalink  

  184. 19233 - Ein akademischer Fälscher kann kein Minister bleiben. Ein Aufruf – CARTA - newerapublications.de |  25.02.2011 | 22:22 | permalink  

    [...] Ein akademischer Fälscher kann kein Minister bleiben. Ein AufrufCARTALutz Hachmeister, Medienhistoriker und Filmemacher, hat eine Stellungnahme zum Guttenberg-Plagiat verfasst, die wir hier mit der Bitte um weitere Unterstützung veröffentlichen. Hachmeister, ehemals Leiter des Grimme-Instituts, promovierte 1986 an der … [...]

  185. Johannes Döh |  25.02.2011 | 22:44 | permalink  

    Als bürgerlicher Wähler verlange ich von einer bürgerlichen Regierung, ethische Maßstäbe an ihre Minister anzulegen, die vorbildhaft sind.

    @Wolfgang Wegener #171

    Nun, das ist aber jetzt des Guten zuviel verlangt! Der Thread hier würde auszufern, wenn man die Fehlbesetzungen an Ministern von bürgerlichen Parteien auflisten wollte. Googleberg war nur gerade der aktuelle Fall…
    Lieber Herr Wegener, Sie sollten sich umorientieren…

    Zum Abschluss noch meine Zusammenfassung: http://www.guedesweiler.wordpress.com

  186. Dr. phil. Jürgen Spielhofen |  25.02.2011 | 22:54 | permalink  

    Erinnert sich eigentlich noch jemand an Dr. honoris causa Josef Martin Fischer?

  187. alex |  25.02.2011 | 23:20 | permalink  

    “Die Hunde bellen, die Karawane zieht weiter.”

    So oder so ähnlich empfinde ich ebenfalls die aktuelle Situation. Mehr zum Zitat unter: http://www.weissgarnix.de/?p=11275

    Vielleicht etwas zum nächtlichen Schmöckern gefällig?
    “Das Guttenberg-Dossier”
    http://tinyurl.com/yfmjz4q

  188. Aufmerksamkeit! |  25.02.2011 | 23:47 | permalink  

    @alex Glaube ich nicht. Er wird fallen. Ob es 1,2, 3..Wochen dauern wird, weiß ich nicht.
    Er hätte zurücktreten sollen. Noch hat er die Chance dazu es zu tun. Dann könnte er, wenn es ihm wichtig wäre, mit ehrlicher Arbeit zurückkommen. Das wäre die 2, Chance, die man ihm einräumen müsste und sicher auch würde. Je mehr er an der puren Macht festhält (und alle um ihn herum, auf die es auch zurückfallen wird), um so unglaubürdiger wird er.
    Er muss zurücktreten, sonst wird er zurückgetreten, darauf wette ich. Und dann ist es wirklich vorbei.

    Wer berät diesen Mann eigentlich?

  189. Michael |  26.02.2011 | 01:55 | permalink  

    Den Inhalt des Briefes untersütze ich generell. Jedoch verstehe ich nicht, warum ich wegen Guttenberg nicht auf meinen Titel verzichten soll. Für diesen habe ich schließlich auch hart gearbeitet. …

  190. petra h. |  26.02.2011 | 07:51 | permalink  

    @Michael:
    NIemand nimmt ihnen ihren Titel weg,
    ein “einfacher” Aufruf würde allerdings ganz schnell wieder
    verpuffen, in der Medienwelt kaum Gehör finden
    und auch kein Zeichen setzen.

    GERADE WEIL viele von uns ehrlich und sehr hart für ihren Titel
    gearbeitet haben, ist der verübergehende Verzicht darauf
    ein echtes Opfer und Zeichen dafür, dass wir es Ernst meinen
    und dass der Titel und wissenschaftliches Arbeiten
    kein lächerlicher Kinderkram ist und
    das sich betrügerische Erscheichen eines Doktortitels
    keine Lappalie oder Kavaliersdelikt wie einmal Falschparken ist
    (so stellen es aber traurigerweise gerade seine Parteifreunde
    und die Bild-Zeitung hin und das rüttelt an den Grundfesten
    der Wissenschaft und des wissenschaftlichen Arbeitens).

    Die Umfrageergebnisse sind das Ergebnis dieser
    gezielten Verharmlosung durch Poltiker und die Medien,

    Wer dem als ehrlicher Akademiker tatenlos zusieht und jetzt
    nicht aktiv seine Stimme erhebt und der Politik und den Meiden
    sagt, dass im Moment in diesem Land etwas gewaltig schief läuft,
    der braucht sich nicht wundern, wenn es mit dem Ansehen und
    der gesamten Wissenschaft in Deutschland von nun an
    steil bergab gehen wird.

  191. r. miller |  26.02.2011 | 09:30 | permalink  

    Alle, welche die Mitgliedszahlen der Pro-Guttenberg Facebook-Gruppen
    als angeblichen Beleg für die Popularität und Unterstützung
    des Herrn Guttenberg bewerten, zeigen nur ihre eigene Inkompetenz
    in Sachen Medien und Internet und beweisen uns damit,
    dass sie etwas grundsätzliches nicht kapiert haben.

    Nämlich, dass es bei Facebook NUR einen “gefällt mir”.Button gibt
    und eben KEINEN “gefällt mir nicht”-Button.

    Um also über bzw. auf einer Facebook-Seite einfach nur seinen Senf
    dazuzugeben oder sogar KRITISCHE und NEGATIVE Kommentare
    abzugeben, muss man eben erst dieser Gruppe über einen Klick
    auf “gefällt mir” beitreten – weil es eben kein “gefällt mir nicht” gibt.

    Wer also einfach nur an der Diskussion teilnehmen will,
    oder den fanatischen Anhängern des Lügenbarons seine
    Meinung geigen will, wird automatisch als “Anhänger”
    und Unterstützer der Pro-Guttenberg-Gruppe gezählt!!

    Dies kapieren nicht nur in den Kommentaren zahlreiche geistige
    Tieffliger und Gutti-Fans nicht so recht, die sich hier an den Zahlen
    aufgeilen und im Grund garnicht verstehen von was sie da reden,
    das kapieren auch unsere ausgebildeten “Qualitäts-Journalisten”
    in TV, Radio, Internet und Print-Medien nicht, welche (ohne jede
    Erklärung oder auf diesen Fakt einzugehen) nur die nackte
    Zahl melden und damit auch direkt angeben (oder suggerieren),
    dass wären nun alles zwangsläufig Guttenberg-Fans!

    Den Fakt, dass jeder Kritiker um einen Kommentar abzugeben,
    erst auf “gefällt mir” klicken muß, wird von allen Medien
    komplett ausgeblendet und ignoriert!

  192. alex |  26.02.2011 | 10:44 | permalink  

    @r. miller

    Es ist nicht nur so, dass man der Gruppe beitreten muss, um einen Kommentar zu hinterlassen…

    Viel gefährliche finde ich es, dass nach dem Klick auf “gefällt mir”, dieses sogleich auf der eigenen Profilseite erscheint, damit es all die “Freunde” erfahren, die “Freunde” aber NICHT die Möglichkeit haben, wie es zum Beispiel bei direkten Kommentaren der Fall ist, auf “gefällt mir”-Benachrichtigung zu reagieren. D.h. diese z.B. direkt zu Kommentieren.

    Die “gefällt mir”-Aussage steht somit im Raum bzw. auf der Profilseite und beeinflusst so weitere, ohne das jemand kritisch darauf Einfluss nehmen könnte. (nicht mal die fb-”Freunde”)

  193. Heinz Hörter |  26.02.2011 | 11:19 | permalink  

    So, ihr lieben Besserwisser und Schlauberger. Wer hat denn diesen “Betrug” eigentlich abgesegnet?
    Der Hehler ist schlimmer als der Stehler !!!

    H. Hörter Wuppertal

  194. Andrea Erfurt |  26.02.2011 | 11:28 | permalink  

    Wie soll ich als Lehrerin meinen Schülern Werte vermitteln, wenn ein Herr Guttenberg nicht von seinem Ministerposten zurücktritt. Er darf im Amt bleiben, weil er in der Bevölkerung so beliebt ist? Klar, der Serienmörder war bei den Menschen sehr beliebt, daher haben wir ihn nicht veruteilt. Ich habe Angst um dieses Land und den nachfolgenden Generationen. Es fällt mir sehr schwer meinen Beruf als Pädagogin weiterhin auszuüben.

  195. Peter Neubert |  26.02.2011 | 11:29 | permalink  

    Ein Verbrecher wie Guttenberg (das von erspare ich mir an dieser Stelle) darf seinen Posten als Minister behalten. Wenn ein Schwindler Minister bleiben darf, wer soll vor solch einen Banditen überhaupt noch Respekt haben? Niemand, auch niemand! Wieder nur ein Beweis für die penetrante Dekadenz einer Möchtegern-Elite. In der sogenannten freien Wirtschaft hätte ein Guttenberg die fristlose Kündigung erhalten. Und das zu Recht!

  196. alex |  26.02.2011 | 11:30 | permalink  

    @Heinz Hörter

    Es ist ja nicht so, dass der “Stehler”, sprich Hr. zu Guttenberg, keine direkten wie indirekten Vorteile daraus erlangen konnte, oder? Insofern ist dem “Stehler” ein Nutzen aus seiner (wissentlichen) “Tat” zugekommen, was ihn meiner Meinung nach nicht minder zum Hehler macht. Siehe u.a.:

    “Wer hoch stapelt, kommt ganz nach oben?”
    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/34/34259/1.html

    Auszug:
    “Danach hätte er (Hr. zu Guttenberg) sich, sollte die Kopie zutreffend vom 22. Oktober 2006 stammen, schon vor dem 22. Oktober 2006 den Doktortitel auf seiner damaligen Website zu eigen gemacht – falls der Antrag erst im Mai 2007 genehmigt wurde, wäre dies doch etwas voreilig gewesen.”

  197. Franz Steinkühler |  26.02.2011 | 11:40 | permalink  

    Ein kluger Mensch tritt zurück um als Sieger zurückzukehren. Sehr intelligent ist Guttenberg nicht. Rhetorisch geschult sicherlich, aber leider zu machbesoffen, zu selbstverliebt, arrogant und schwerfällig. Er hätte gleich zurücktreten müssen. 2 bis 3 Jahre soziale Projekte und Parteiarbeit an der Basis, um dann als Sieger wieder in den Ring zu steigen. Die Menschen vergessen schnell ;-) CDU- 100.000,- DM Schäuble Koffer, jetzt Finanzminister. Angela Merkel – DDR, Sekretärin für Agitation und Propaganda (30 Seiten ihere Doktorarbeit sind Lobhudelei auf den SED-Staat und den Sozialismus), jetzt Bundeskanzlerin. Die Liste lässt sich fortführen.

  198. Mit intellektuellem Anstand |  26.02.2011 | 11:43 | permalink  

    @Reiner/SB

    Ich weiß nicht, ob Ihre Arroganz, die sich aus einer Position der Stärke am ehrlichen Erschrecken ihrer Mitmenschen weidet qualitativ mit derjenigen vergleichbar ist, die Guttenberg innewohnt. Quantitativ müssen Sie allerding noch etwas zulegen. Was sind schon ihre 300.000 Stimmen gegen einen Mann, der die Stirn besitzt ein 80 Millionen Volk mit rechtlichen Konsequenzen zu drohen, wenn es seiner Empörung Luft macht? Der Bundestag ist der innere Kern und das demokratische Zentrum unseres Landes und hat wahrlich wichtigeres zu tun, als wegen der erbärmlichen Verfehlungen dieses überführten Gockels und Hochstaplers zusammenkommen.

    Guttenberg ist ein Schande für unser Heimatland.

  199. Hans-Joachim Siegel |  26.02.2011 | 11:57 | permalink  

    Wenn allzuviele dasselbe schreiben, werde ich regelmäßig misstrauisch. Bisschen albern finde ich, dass es Leute gibt die wegen dieses v.G. Ihren Dr. zeitlich begrenzt nicht mehr führen wollen. Beleidigt?

    Welches Licht werfen aber diese Vorgänge auf akademische Kontrollinstanzen?
    Hat Herr v.G. nach relativ kurzer Zeit eine Arbeit die er selbst verfasst haben will als unwürdig, oder wie immer die lauschige Begründung war, zurückgenommen, so frage ich mich, wer hat denn diese Arbeit an der hochgelobten Bayreuther Uni gelesen und sogar mit höchste Auszeichnung bewertet?
    Kann es denn sein, dass veritable Rechtsprofessoren anfällig sind für merkwürdige Freiherrn und ihr Gehabe, oder nur ganz einfach für Geld?
    Ist es nicht vielleicht auch so, dass für viele dieser Herren die akademische Laufbahn lediglich Einstieg ins Geldscheffelgeschäft via Gutachten bedeutet? Und warum soll man dann die Arbeit eines v.G. auch noch auf Abschreiben überprüfen, wenn der einem doch mal zukünftig nützlich sein könnte? Hinderlich wäre das fürs Konto. Andersrum könnte es ja sehr nützlich sein.
    Ich denke der Betrug eines Einzelnen wird niemals zu vermeiden sein. Die Handlanger allerdings sitzen ja vielleicht im System? Wer traut sich schon, da genau hinzugucken und ggf. sogar auszumisten?

  200. Andreas |  26.02.2011 | 11:59 | permalink  

    Wo und Wie kann man dem Aufruf folgen???

  201. Bernhard Fischer |  26.02.2011 | 12:03 | permalink  

    An Lutz Hachmeister
    Ich stimme Ihnen ohne wenn und aber inhaltlich voll zu und bedanke mich für Ihr Engagement. Die Fakten sind klargelegt, was nicht besagt, dass noch ganz große Neuigkeiten auf uns zukommen könnten. Geklärt ist noch nicht:
    Die vollständige Rolle der Bildzeitung, die Rolle von Frau Dr. Merkel, das vollständige Ausmaß der Einflussnahme der Familie zu Guttenberg, die Namen der Ghostwriter und die Konsequenzen für die Herrn zu Guttenberg betreuenden Professoren.
    Zur Person zu Guttenberg lässt sich zusammenfassend sagen, dass er immer wieder angefeuert wurde, sich eine Arroganz und Selbstüberschätzung anzueignen, die es ihm nicht mehr erlaubt, sich kritisch mit seinen Taten auseinander zu setzen. Von Erfolg zu Erfolg jagend oder gejagt werdend, von einem Großteil der Presse hochgeschrieben und in immer neuen Umfragen gepuscht, hatte er keine Chance zu sich selber zu finden. Dies macht das Problem und die Gefährlichkeit des Herrn zu Guttenberg aus. Er kann sich nicht wirklich reflektieren und kontrollieren. In seinem Umfeld findet sich anscheinend aber auch niemand, der ihn korrigiert. Dies ist sein Dilemma: Der Gutmensch in ihm ist zu schwach dem Machtmenschen in ihm gegenüber. Somit hat Frau Dr. Merkel sehr klar erkannt, dass zwei Seelen, ach, in seiner Brust wohnen. Dies ist das Tragische an der Person des Herrn zu Guttenberg und wir alle müssen dies leider ertragen, gesetzt den Fall, dass es zu wichtigen Entscheidungen durch den Verteidigungsminister kommen sollte. Dann braucht es wenig Fantasie für uns Bürger.

  202. Heinz Hörter |  26.02.2011 | 12:07 | permalink  

    Frage an Alex.:

    Wer hat denn an der Uni Bayreuth diesen offensichtlichen, von vielen so bezeichneten Betrug mit einem schriftlichen Gutachten eigentlich abgesegnet?

    H. Hörter Wuppertal

  203. eldor |  26.02.2011 | 12:36 | permalink  

    Ich weigere mich zu glauben, dass anscheinend niemand ausser mir vermutet wie diese Promotionsleistung wirklich zustande gekommen ist. Liegt es nicht auf der Hand, dass Herr zu Guttenberg diese Arbeit mit fremder Hilfe erarbeitet hat. Die betreffende Person wird Herrn zu Guttenberg darauf hingewiesen haben dass dort Stellen kopiert worden sind, aber noch zu überarbeiten seien. Natürlich hat auch Herr zu Guttenberg viel Arbeit dort hineingesteckt.

    Aufgrund seiner parlamentarischen Arbeit und der geringen Zeit die dann noch für die Familie bleibt hat Herr zu Guttenberg die Arbeit ungenügend überarbeitet dann nach sieben Jahren abgegeben und zwar in dem Bewusstsein dass dort nicht alles überarbeitet wurde wie von seinem Ghostwriter mit Sicherheit angesprochen. Er wusste schlicht weg nicht wie viele Stellen dort einfach kopiert wurden, hätte er dies gewusst, hätte er die Arbeit nicht eingereicht. So blöd kann ein angehender Wissenschaftler nicht sein. Ich zumindest könnte keine Nacht mehr ruhig schlafen.

    Die Lüge wurde offensichtlich an einer Reaktion, speziell zu der Frage nach einem Helfer, während der Fragestunde im Bundestag. Man muss nicht Psychologie promoviert haben um dieses Moment, als er sich mit der rechten Hand an’s Herz gefasst hat und erstmalig während dieser Fragestunde unglaubwürdig angehört hat, als Lüge zu entlarven.

    Habe nur ich eine derart ausgeprägte Menschenkenntnis?

    Ich jedenfalls werde meinen Titel nicht mehr führen solange Herr zu Guttenberg im Amt ist, Hand auf’s Herz.

  204. eldor |  26.02.2011 | 12:42 | permalink  

    Nein, Falsch… HaHa… Ich werde einen Titel führen solange Herr zu Guttenberg im Amt ist.

    Dr. B. Eldor

  205. alex |  26.02.2011 | 12:59 | permalink  

    @Heinz Hörter

    Absegnen ist die eine Seite, daraus Vorteile ziehen die andere.

    Das die Vorgänge hinter den Türen der Uni Bayreuth ebenfalls der Aufklärung bedürfen, ist selbstredend.

    Andererseits gilt allgemeinhin: „Unwissenheit schützt vor Strafe nicht“. Wobei Hr. zu Guttenberg nach bekannter Sachlage nicht wirklich mehr als der Unwissende, was seine Dissertation anbelangt, beschrieben werden kann.

    Weiterhin besteht der “Fehler” des Hr. zu Guttenberg eben nicht alleinig in seiner Dissertation, sondern ebenso in seinem “Fehlverhalten” nach dem Bekanntwerden dieses Vorgangs. Wen verwundert es da noch, dass der Großteil der Aufmerksamkeit ihm gebührt?

    Zumal, ginge es nach der CDU/CSU bzw. der Kanzlerin, Hr. zu Guttenberg alsbald wieder Rehabilitiert wäre, u.a. durch Strategien der Verharmlosung, Zeitschinderei (Wir sitzen es mal aus) sowie suggestive Umfragen etc..

  206. Johannes Döh |  26.02.2011 | 13:43 | permalink  

    @Mit intellektuellem Abstand #196/195

    Der Bundestag ist der innere Kern und das demokratische Zentrum unseres Landes…

    Wieviel Demokratie und Gerechtigkeitssinn sind denn dort noch vorhanden? Ausgerechnet die konservative Mehrheit, sonst immer so darauf bedacht, dass Tugenden bewahrt werden, benutzt ihre gesamte Macht, den Betrüger und Lügner K.T. zu Guttenberg im Amt zu halten: http://guedesweiler.wordpress.com/2011/02/25/doktor-plagiator-wie-man-trotzdem-ins-kanzleramt-springert/

    @Wolfgang Wegener #171

    Als bürgerlicher Wähler verlange ich von einer bürgerlichen Regierung, ethische Maßstäbe an ihre Minister anzulegen, die vorbildhaft sind.

    Auch für Sie gilt das gleiche, wenn Sie sich schon als bürgerlicher Wähler ausweisen. Der Fall Andreas Kasper (siehe Link oben) wird unter diesem Aspekt wieder interessant…

  207. Jens Best |  26.02.2011 | 14:08 | permalink  

    Hola carta,

    könnt ihr mal diese Sockenpuppen und Bots aus den Kommentaren rausschmeissen? z.B. @M it inte llektu ellem Anst and

  208. Edmo |  26.02.2011 | 14:09 | permalink  

    Herr Hachmeister, ich hoffe Sie haben die Arbeit des Herrn zu Guttenberg selbst gelesen und sich ein Bild darüber darüber gemacht!?
    Ansonsten sollten Sie ihren Mund halten, da Sie nur geistiges Eigentum anderer Leute wiedergeben ohne Quellenangabe!
    Sie sollten sich schämen, sich so vor den politischen Karren von irgendwelchen Wichtigtuern (selbsternannten Plagiatsjägern) spannen zulassen!
    Davon abgesehen müssten auch die Betreuer der Arbeit von KTzG ihren Hut nehmen, da sie bei ihrer Arbeit/Betreuung jämmerlich versagt haben!

  209. alex |  26.02.2011 | 15:26 | permalink  

    @Hola carta
    Warum, ich finde die Kommentare mitunter recht amüsant.

    @Edmo (Kommentar 215)
    “Sie sollten sich schämen, sich so vor den politischen Karren von irgendwelchen Wichtigtuern (selbsternannten Plagiatsjägern) spannen zulassen!”

    Das Plagiat muss man nicht jagen, es drängt sich einem beinahe auf. (vgl.
    http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/Plagiate )

    Selbst wenn wie Sie sagen, es sich hierbei um Wichtigtuer (selbsternannte Plagiatsjäger) handelt, was bitte sind dann Sie? Ein verharmlosender Ignorant?

    Als nächstes tischen Sie uns auf, dass gegen Hr. zu Guttenberg eine Kampagne geführt wird, der arme. Als gewählter Volksvertreter, öffentliche Person hat er nunmal die Verantwortung sich auch unangenehmen Fragen zu stellen. Wenn ihm das zuwider ist, bleibt noch immer der Rücktritt.

    Außerdem… Schauen Sie sich doch mal um, dann sehen Sie wie schon manch andere PolitikerInnen wegen minder schwerer Vorgänger vorgeführt wurden. Macht Hr. zu Guttenberg hier eine Unterschied aus? Warum?

  210. Dr. Sören Petersen |  26.02.2011 | 15:30 | permalink  

    Liebe/r Lutz Hachmeister, Hanna Leitgeb, Leonard Novy:

    Dann tragt Euren Titel eben nicht, das ist mir extrem egal.
    Nicht egal ist es mir, wenn einer der hoffnungsvollsten Politiker dieses Landes gehen müsste.

    Guttenberg überzeugt mich als Politiker (im Gegensatz zu vielen anderen Abgeordneten) durch Souveränität, Stil und Weltgewandtheit. Er strebt keine akademische Laufbahn an, seine akademische Leistung interessiert mich deshalb in diesem Zusammenhang nicht.

    Ich bin selbst promoviert und habe viele Wissenschaftler als welt- und lebensfremde Schüchterlinge kennen gelernt.
    Ich verstehe, dass Ihr jetzt Eure Chance seht, endlich einmal im Rampenlicht zu stehen. Aber ich glaube, Euer Ansehen wird durch diese peinlichen Protestaktionen nicht besser.

    Bester Gruß
    S.P.

  211. ein normaler Bürger |  26.02.2011 | 16:15 | permalink  

    ..Erst mit diese Aktion hat sich Hr Guttenberg zu einem Politiker nach Mass entwickelt, seine betrügereien zum Dr Titel waren sozusagen der Test ob sich jemand zum Politiker eigent oder nicht… jeder Politiker lügt doch vor den Wahlen das sich die BAlken biegen und wenn er dann gewählt ist will er nix davon wissen.. die iegentlich wirklich dummen sind wir weil wir überhaupt noch denken das wir von den Politikern vertreten werden, aber in wahrhiet machen die nur Ihre Sache , stecken die dicke Kohle ein kriegen Rente das ainem schlecht wird und haben den Bezug zum Volk völligst verloren..

  212. schweinsberger |  26.02.2011 | 16:16 | permalink  

    Was ist das eigentlich für einer, der so was macht? Karrieregeil, eitel, faul, dumm? Jedenfalls wirft das ein bezeichnendes Licht auf ihn. Wohl doch nicht so makellos und anständig. Seine schwarzen Parteifreunde machen sich zum Komplizen von Lug und Betrug. Das ist nichts neues. Sie glauben das aussitzen zu können. Es kann aber auch passieren, dass sie zusammen untergehen.

  213. Manheim |  26.02.2011 | 16:24 | permalink  

    Nach einem Wochenende des Wiederlesens stellt Guttenberg fest, er habe Blödsinn geschrieben. Doktorvater und Zweitgutachter haben wahrscheinlich gar nicht gelesen, denn wie ließe sich sonst das “Summa cum laude” für Blödsinn erklkären?

  214. Robin Meyer-Lucht |  26.02.2011 | 17:06 | permalink  

    @204: Jens Best – Jip, etwas viel Sockenpuppen hier unterwegs. Ich bin da mal ein wenig eingeschritten.

    @ Alle hier: Laut Kommentarrichtlinien von Carta soll zumindest möglichst mit dem realen Namen kommentiert werden — Zumindest Vornamen, gerne mit realer Mail-Adresse, falls wir Moderatoren Rückfragen haben.

  215. OH |  26.02.2011 | 17:07 | permalink  

    @227 Sören Petersen

    “Guttenberg überzeugt mich als Politiker (im Gegensatz zu vielen anderen Abgeordneten) durch Souveränität, Stil und Weltgewandtheit. Er strebt keine akademische Laufbahn an, seine akademische Leistung interessiert mich deshalb in diesem Zusammenhang nicht.”

    Stil? Die Leute für dumm verkaufen ist also Stil?

    Im Übrigen zeugt es von wenig Verständnis für das, was ein Doktortitel repräsentiert, wenn man seine Bedeutung auf die akademische Laufbahn beschränkt. Schon Popper hat geschrieben “Alles Leben ist Problemlösen”. Der Doktortitel kennzeichnet jemanden, der gezeigt hat, dass er wissenschaftlich-systematisch ein Problem definieren und selbständig lösen kann. Genau das kann Guttenberg nicht, er kann nur abschreiben. Das hat mit Souveränität nicht das Geringste zu tun, wohl aber mit einer Mißachtung von Recht und Gesetz sowie von grundlegenden moralischen Normen.

    Wenn man Guttenberg “Weltgewandtheit” unterstellen will, dann allenfalls im Sinne von “mundus vult decipi”.

    Im Übrigen wurde vermutlich schon darauf hingewiesen, dass die Universitäten der Bundeswehr kaum als akademische Institutionen glaubwürdig sind, solange der oberste Dienstherr den Betrug zum Kavaliersdelikt macht. Soviel zum Thema “akademische Laufbahn”

    Dass jemandem, der selbst eine Dissertation verfasst hat, bei dieser Nonchalance mit der hier eine Dissertation zusammengegoogelt wurde, nicht das Messer in der Tasche aufgeht, legt allerdings nahe, dass man sich selbst mit der Dissertation nicht sonderlich viel Mühe gegeben hat.

  216. k.n. |  26.02.2011 | 17:27 | permalink  

    Irgendwelche Fakebook Gruppen mit vielen Fans haben mich nie interessiert. Diese Fan-Fakes kann man im 2.000er Pack kaufen, inklusive passender Kommentare. Das die ProGuttenberg so groß ist zeigt, das hier jemand richtig tief in die Tasche gegriffen hat.

    Ich unterstütze den Aufruf. Danke.

    “Wenn ein Soldat gegenüber Vorgesetzten und Dienststellen der Bundeswehr unwahre Erklärungen abgibt, büßt er hierdurch allgemein seine Glaubwürdigkeit ein.”

    Quelle: Urteil des Bundesverwaltungsgericht

    Meiner persönlichen Ansicht nach bestehen auch Zweifel daran, dass Herr zu Guttenberg die Arbeit selbst geschrieben hat. Anders ist seine große Unkenntnis der Mängel und das anfängliche Leugnen (Zitat: “völlig absurde Vorwürfe”) nicht erklärbar.

  217. Frank Peters |  26.02.2011 | 17:41 | permalink  

    @ Robin Meyer-Lucht

    “…Laut Kommentarrichtlinien von Carta soll zumindest möglichst mit dem realen Namen kommentiert werden — Zumindest Vornamen…”

    Und aus diesem Grund haben sie die (wirklich tollen und leidenschaftlichen) Kommentare eines User entfern? So lautet jedenfalls Ihre Begründung.
    Dann handelt es sich bei den nachfolgend genannten Kommentaren, die alle abgegeben wurden ohne dem Mindeststandard der Kommentarrichtlinien zu erfüllen um Ausnahmen, während der eine gelöschte User die Regel repräsentierte?
    Wohnen Sie etwa in der Bayreuther Gegend?

    1.
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    181.
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    200.
    201.
    208.
    210.
    212.
    213.

  218. alex |  26.02.2011 | 18:00 | permalink  

    @ Hr. Dr. Sören Petersen (Kommentar 207)

    “der hoffnungsvollsten Politiker dieses Landes”,
    “Guttenberg überzeugt mich als Politiker (…) durch Souveränität, Stil und Weltgewandtheit.”

    Aussagen wie Ihre, habe ich die vergangenen Tage zuhauf gehört. Auf die Frage, die Meinung durch Argumente / Beispiele zu konkretisieren, erhielt ich jedoch selten eine Antwort. Scheinbar steht das auch bei den meisten nicht wirklich im Vordergrund. Offenbar geht es zur Zeit eher um schwarz oder weiß, richtig oder falsch. Sich mit den Auswirkungen bzw. gar Hintergründen zu beschäftigen ist den meisten dann doch zu viel des Guten.

    Wie steht es um Sie, dürften wir mehr Beispiele erhalten, statt der einfachen Huldigung einer Person?

    “Ich (…) habe viele Wissenschaftler als welt- und lebensfremde Schüchterlinge kennen gelernt.”

    Dem kann ich leider nicht zustimmen. Wissenschaftler habe ich zum Teil als kreative, offene und aufgeweckte Persönlichkeiten kennen gelernt.

    “Ich verstehe, dass Ihr jetzt Eure Chance seht, endlich einmal im Rampenlicht zu stehen.”

    Wird es jetzt emotional?

  219. Dieter Otto |  26.02.2011 | 18:04 | permalink  

    Ich finde das Verharmlosungsgetue um ihn einfach nur ätzend !

  220. Robin Meyer-Lucht |  26.02.2011 | 18:05 | permalink  

    @ Frank Peters:

    Wir greifen bei Carta so wenig wie möglich in die Diskussion ein – diesem Fall aber erschien mir die Grenze bei “Mit intellektuellem Abstand” überschritten. Er hatte keine E-Mail zum Nachfragen hinterlassen, was gegen den Kommentarkodex von Carta verstößt.
    http://carta.info/kommentarkodex/

    Nicht jeder, der hier unter Pseudonym und ohne Angabe einer E-Mail kommentiert muss eine Kommentarlöschung befürchten. Aber wer es tut, riskiert eben, dass es hin und wieder mal passiert.

    Dass wir Kommentare mit Phantasie-Mail-Adresse stehen lassen, ist eben Kulanz. Moderation ist immer ein bisschen Willkür – wenn Sie mögen, können Sie gerne auch mal moderieren.

    Mein Wohnort liegt selbstverständlich außerhalb Bayerns. Ich dachte, dass man das Carta anmerkt.

  221. Aufmerksamkeit! |  26.02.2011 | 18:10 | permalink  

  222. Aufmerksamkeit! |  26.02.2011 | 18:19 | permalink  

    Die Uni Bayreuth geht jetzt in die Offensive, um zu retten, was zu retten ist. Außerdem hofft die Uni damit wohl von eigenen Fehlern (Abgründen) abzulenken:

  223. Ralf Möbius |  26.02.2011 | 18:20 | permalink  

    Interview mit einem Minister: Link

  224. alex |  26.02.2011 | 18:23 | permalink  

    @ Hr. Dr. Sören Petersen (Kommentar 207)

    “Guttenberg überzeugt mich als Politiker”

    Seit seinem Amtsantritt im Herbst 2009 überzeugt Hr. zu Guttenberg mich hingegen weniger. Allein die Affären sowie sprechen für sich:

    - Kundus-Affäre (1)

    “Anfangs bezeichnete er den todbringenden Bombenangriff auf einen
    entführten Lkw in Afghanistan als angemessen, dann widerrief er.”

    - wiki-leaks-”Plaudertasche”

    - Gorch-Fock-Affäre

    “zum tödlichen Schießunfall in Nordafghanistan räumte Guttenberg im Bundestagsplenum eine „unvollständige“ Unterrichtung des Parlaments am 21. Dezember ein.”

    “Zunächst warnte er vor einer Vorverurteilung des in die Schlagzeilen
    geratenen “Gorch Fock”-Kommandaten, dann suspendierte er ihn ohne
    vorherige Anhörung.”

    - “Kundus”-Affäre (2)

    “Er (Hr. zu Guttenberg) schildert die Sachlage vor Journalisten, das Parlament wird aber wochenlang im Unklaren gelassen.”

    - Plagiats-Affäre

  225. Aufmerksamkeit! |  26.02.2011 | 18:38 | permalink  

    @Ralf Möbius :-)
    Nächstes Jahr wird in Bayreuth nicht “Tristan und Isolde” aufgeführt, sondern “Copy and Paste”

  226. Christian Benduhn |  26.02.2011 | 18:47 | permalink  

    Professor Hachmeister ist auch so ein Meister im öffentlichkeitswirksamen Ankündigen: Seinen Doktortitel trägt er immer noch zur Schau (wie ich schon in Kommentar 160 anmerkte).

  227. noName |  26.02.2011 | 19:22 | permalink  

    Das Interview mit Prof. Lepsius unter #219 sollten sich zu Guttenberg und alle anderen Mitglieder der Regierungskoalition angucken. Am kommenden Montag kommt nun hoffentlich die Ruecktrittserklaerung…

  228. Robert Mugabe |  26.02.2011 | 20:03 | permalink  

    Er wird nicht mehr lange im Amt sein. Der Skandal schlägt mittlerweile sogar international hohe Wellen:

    http://bluthilde.wordpress.com/2011/02/26/anhaltende-emporung-uber-guttenberg/

  229. rls |  26.02.2011 | 21:27 | permalink  

    Lieber Frank Peters,

    Sie wissen doch, wer Bücher verbrennt, verbrennt Menschen.
    Wer Kommentare löscht, suggeriert eine Meinung.
    Er lenkt dadurch die Massen und wir gefährlich.
    Solche Plattformen taugen nichts,
    und man sollte sie nicht durch Kommentare unterstützen.
    Deshalb ist dieses auch mein letzter Kommentar.

    Mir gefällt auch nicht jeder Kommentar,
    aber ich würde keine Kommentare löschen.
    Ich toleriere jede Meinung.
    Ich argumentiere gegen eine Meinung die mir nicht gefällt.
    Damit gebe ich der anderen Person die Möglichkeit sich zu währen,
    und vielleicht überzeugt diese Person mich ja, mit seiner Meinung.

    Aber auf solchen Foren wollen sich Menschen oft nur selbst darstellen.

    Wir leben in einer verlogenen Gesellschaft,
    in der die Wahrheit nichts mehr zählt.

    Wer die Wahrheit sagt, muss sterben.

    Ist nicht von mir, dass hat Sokrates gesagt. (Fußnote)

  230. alex |  26.02.2011 | 21:28 | permalink  

    Guttbye-Demo gegen Guttenberg:

    http://wp.me/pfYk8-yj

  231. Recent Linkage 8 « Signifying Media |  27.02.2011 | 11:07 | permalink  

    [...] offenen Briefe der Akademiker aus Münster, aus München, und von Promovierenden und Unterstützern aus der ganzen Nation, sind sicher [...]

  232. party |  27.02.2011 | 11:32 | permalink  

    http://www.br-online.de/bayerisches-fernsehen/rundschau/plagiat-zu-guttenberg-professor-lepsius-ID1298652527365.xml

    Prof.iur. Lepsius, Jur.Fak. Bayreuth, wünscht sich „als Staatsbürger“ vor laufender BR-Kamera „Minister, die wissen was sie tun“

    Noch ist Guttenzwerg BVertMin.

  233. Robin Meyer-Lucht |  27.02.2011 | 12:21 | permalink  

    @ Party: Jip, haben wir auch hier kurz aufgegriffen. Das Video ist der Hammer_

    http://carta.info/38589/der-minister-leidet-unter-realitaetsverlust/

  234. Wolfgang Wegener |  27.02.2011 | 14:36 | permalink  

    Das Video #219 bzw. #229 hat mir echt sehr, sehr gut getan. Es ist irre, was Journalisten der Bild, die evtl. sogar noch stolz darauf sind, abgebrüht und zynisch ihre eigenen Machtspielchen zu spielen, hier veranstalten. Das darf einfach nicht so stehenbleiben.

  235. Peter Hennecke |  28.02.2011 | 06:16 | permalink  

    Ich hätte ein dermaßen gesinnungloses, verantwortungsloses und unverschämtes Verhalten von der rechten “christlichen” Regierung nicht für möglich gehalten. Wieder Mal ein Grund, sich seines Deutschseins zutiefsat zu schämen. Ganz besonders auch deshalb, weil es mal wieder von der Mehrheit gestürtzt wird. Ist die Mehrheit der Deutschen gesinnunglos und unmoralisch?

  236. Richard Albrecht |  28.02.2011 | 10:13 | permalink  

    Betr. zu Guttenberg/noch BVertMin.

    Sehr geehrte Herren Dr´es Meyer-Lucht & Prof. Hachmeister,

    auf die Gefahr hin, politisch sehr traditionell, altmodisch und konservativ zu wirken –ich sehe hier auf dem Pullover des Noch-BMVertM zu G.

    http://www.modepilot.de/2009/09/08/umfrage-zum-minister-im-acdc-shirt/

    zwei mühsam als Voltsymbole getarnte Siegrunen der SS, die nur deshalb nicht als solche sofort erkannt werden, weil sie nicht nebeneinander, sondern untereinander stehn.

    Soweit ich weiß gilt die SS hierzulande als „verbrecherische Organisation“.

    Aus meiner StudieZeit erinnere ich, daß 1967/69 in Baden-Württemberg wegen Benützen von Nazisymbolen verfolgt wurde, wer ´n NPD-Plakat durch Hakenkreuze kenntlich machte. In diesem Bundesland (damaliger MP der „furchtbare Marinerichter“ Dr.iur. Filbinger) wurde auch der Sozialistische Studentenbund (SDS) im Sommersemester Ende Juni 1970 verboten …

    Freundliche Grüße

    Richard Albrecht, 280211
    http://eingreifendes-denken.net

  237. Dr. Jürgen Spielhofen |  02.03.2011 | 11:24 | permalink  

    Mir fällt auf: BILD und SPIEGEL (beide lese ich seit ca. 1965) kumpanieren wg. Auflagensteigerung. Meine publizischische Prognose: HTzG ist nicht nur gegeelt, sondern auch noch gefärbt und war eigentlich gar nie nicht ein lupenreiner Demokrat.

    Ich schäme mich nicht: Dr. phil (magna: deshalb unverdächtig in beiden Richtungen), Jürgen Spielhofen (Diplompsychologe: kein linker Seeelenklempner), Leutnant d.Res. (gemogelt bei der Mindestgröße 1,60 – ich habe mich etwas gestreckt.)

  238. Richard Albrecht |  02.03.2011 | 13:20 | permalink  

    PostScript

    Dreist – vuz Guttenberger – Uni BAYreuth [~ 47´´ bis 59´´]

    -> http://www.perlentaucher.de/feuilletons/2011-03-02.html

  239. Richard Albrecht |  03.03.2011 | 17:33 | permalink  

    Werter Dr.habil. Lutz Hachmeister,

    erlauben Sie mir, bitte, abschließend sine ire et studio jemanden, der weißmarx nicht zu meinen Politfreunden gehört/e, zu zitieren: Dr.phil.habil. Michael Stürmer, o.Prof.em., Zeitgeschichtler und „Chef“korrespondent von „Die Welt“ faßte den Formalaspekt eines herkömmlichen Promotionsverfahrens in heutiger „Die Welt“ m.E. richtig so zusammen

    -> http://www.welt.de/print/die_welt/kultur/article12685554/Die-Schuld-der-Vaeter.html?print=true

    „Der Doktorvater, ein geachteter, mittlerweile emeritierter Jurist, hat sich geäußert, als habe er das Corpus delicti erst jetzt zur Kenntnis genommen: Die “mir unvorstellbaren Mängel sind schwerwiegend und nicht akzeptabel”. Das führt zu der Frage, was eigentlich Aufgabe des Doktorvaters ist. Das Wort vom Doktorvater ist keine Metapher. Man muss schauen, ob das dem Doktoranden gestellte Thema zu dessen Fähigkeiten und Möglichkeiten passt – und zu den Vornoten. Guttenbergs Thema war gewaltig und, wenn er noch anderes zu tun hatte, von vornherein eine Überforderung. Um den Stand der Arbeit abzugleichen, gibt es das Oberseminar, wo die Kommilitonen und der Professor nicht die Aufgabe haben, zu staunen, sondern Fragen zu stellen. Da hört man, ob es hohl klingt. Wenn eine Arbeit sich über Jahre und Jahre dahinschleppt, dann wird es Zeit zu einem kritischen, auch selbstkritischen Wort zwischen Vater und Sohn. Wenn das alles nichts Anstößiges zutage bringt, dann gab es auch schon vor dem Internet den prüfenden Blick auf logische und stilistische Brüche. Wenn dann noch immer nicht die Warnlampen blinken, folgen Hauptgutachten und Zweitgutachten. Die sind nicht zum Loben da, sondern zum Prüfen, Bewerten und, notfalls, zum Verwerfen. Zu alledem kommt die vierwöchige Auslegungsfrist, in der jedes Mitglied der Fakultät sich informieren kann. Krönung des Verfahrens ist die Übernahme in eine geachtete Reihe eines geachteten Verlages. Auch da gibt es in der Regel Gutachter als Torhüter der Wissenschaft. So oder ähnlich ist es in Bayreuth geschehen.“

    Dies werde ich hier besonders was den CSU-Amigo Prof.iur.Häberle als “Leutturm” der JurFajk. Uni BAYreuth betrifft

    -> http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_H%C3%A4berle

    nicht, obgleich nötig, kritisch kommentieren (sondern Mitte nächster Woche als FLASCHENPOST 13 (-> http://ricalb.files.wordpress.com/2011/03/flaschenpost.pdf -> „Guttenzwerger als Symptom“). Der m.E. wichtigste Fakt nicht die von Ihnen auf “akademischer Fälscher” zugespitzte larmoyante Schwindelfigur des vuzG., sondern daß sich erstmals seit der deutschdeutschen Staatszwangsvereinigung Anfang Okt. 1990 empirisch zeigte: BILD kann nicht grenzenlos manipulieren …

    Ich denk schon, Sie verstehn was damit angesprochen ist,

    best;-)

    Richard Albrecht/030311
    http://eingreifendes-denken.net

  240. Prof.Dr. Detlef Berg |  03.03.2011 | 19:00 | permalink  

    Wir haben mit dem Verlauf des “Falls zu Guttenberg” ein neues Phänomen in unserer Internetwelt erleben müssen: Lynchjustiz per Mausklick.
    Der Fall zu Guttenberg hat viele Merkmale von Lynchjustiz, im Kern: Die Menge will nicht auf einen Richterspruch warten und nimmt die Verurteilung und die Vollstreckung des Urteils selbst in die Hand. Dabei speist sich die Empörung nicht nur aus der Sensationslust, sondern aus vielen unterschiedlichen Motiven, die dann alle in einen Klick unter einen Aufruf zur Selbstjustiz münden.
    In der Welle der Empörung ging unter, was eigentlich passiert ist: Ein Doktorand hat sich nicht an Zitierregeln gehalten. Ob die Dissertation nicht angenommen worden wäre, wenn zu Guttenberg jede Textstelle mit der korrekten Quellenangabe versehen hätte, ist völlig ungeklärt. Deshalb ist auch ungeklärt, ob er überhaupt einen Grund gehabt hätte, „geistiges Eigentum zu stehlen“ oder absichtlich zu betrügen.
    Wäre an der Universität Bayreuth angemessen gearbeitet worden, gäbe es keinen Fall zu Guttenberg. Den Gutachtern hätte bei sorgfältiger Lektüre der Dissertation auffallen müssen, dass die Arbeit so nicht in Ordnung ist, und sie hätten sie zur Überarbeitung zurückgeben müssen. Zudem liegt jede Dissertation wochenlang im Dekanat zur Prüfung durch Professorinnen und Professoren aus, die nicht am Promotionsverfahren beteiligt sind. Auch hier hat niemand bemerkt, dass der Text nicht von ein und derselben Person stammen kann. Von einem dementsprechenden Einspruch, der im Promotionsverfahren zu berücksichtigen gewesen wäre, ist nichts bekannt geworden .
    Das Phänomen der Ablösung rechtsstaatlicher Verfahren durch die Animation zu Klicks unter Aufrufen im Internet verdient jedenfalls nach diesem “gelungenen” Beispiel sowohl die Aufmerksamkeit der Medien- und Kommunikationswissenschaft als auch der Rechtswissenschaften.

  241. Johannes Döh |  03.03.2011 | 20:37 | permalink  

    Lieber Herr Prof. Dr. Detlef Berg #239,

    so wie Sie hier das Phänomen beschreiben, ist es faktisch von Ihnen falsch interpretiert worden, sofern man den Sachverhalt überhaupt als Phänomen betrachten darf.

    Lynchjustiz per Mausklick.
    Der Fall zu Guttenberg hat viele Merkmale von Lynchjustiz, im Kern: Die Menge will nicht auf einen Richterspruch warten und nimmt die Verurteilung und die Vollstreckung des Urteils selbst in die Hand.

    Die “Menge” wie Sie hier die Leute bezeichnen, die sich größtenteils über das Internet zum Thema ausgetauscht haben, hatten durchaus entgegengesetzte Meinungen. Laut diverser Umfragen sollen sogar die Guttenberg- Fans in der Überzahl gewesen sein. Wenn eine virtuelle Lynchjustiz vorgeherscht hätte, hätte man nur eine Seite wirklich wahrgenommen. Dort, wo gerade die Guttenberg- Gegner, sofern man überhaupt diese Bezeichnung wählen sollte, über den Sachverhalt diskutierten und das Niveau über dem digitalen Hulligan- Standard lag, wurde argumentativ Tatsachenanalyse betrieben. Im Lager der Guttenberg- Fans konnte man quasi ausschließlich emotional getriebene Empörung mit Ignorierung der Faktenlage erkennen. Da wurde weder verurteilt noch vollstreckt. Das Netz hat lediglich die Reaktionszeiten beschleunigt.

    Anders als früher war lediglich, dass die Medien, allen voran die Springer- Presse, in ihrer manipulativen Macht der Meinungsgestaltung empfindlich gestört wurden. Ein Schwarmverhalten im positiven Sinne konnte aufgrund dieser Vernetzung in rasantem Tempo Fakten schaffen, die womöglich ohne diese Möglichkeit nie so zusammen getragen worden wären. Politiker können sich, dank Web 2.0 keine eklatanten Fehler mehr leisten, die man noch vor wenigen Jahren gelassen ausgesessen hätte.

    Ob die Dissertation nicht angenommen worden wäre, wenn zu Guttenberg jede Textstelle mit der korrekten Quellenangabe versehen hätte, ist völlig ungeklärt.

    Dass diese Spekulation überhaupt nicht zur Debatte steht, wissen Sie hoffentlich selbst. Sie gleiten auf die Argumentationslinie der Guttenberg- Befürworter ab, die sich mit gezielter Ablenkung vom eigentlichen Sachverhalt, einen Nebenschauplatz aufbauen möchte, um durch das Auffinden von etwaigen Mitschuldigen, die Last vom Einzeltäter Guttenberg auf andere Akteure zu verteilen.

    Deshalb ist auch ungeklärt, ob er überhaupt einen Grund gehabt hätte, „geistiges Eigentum zu stehlen“ oder absichtlich zu betrügen.

    Schließlich versuchen Sie einen Kausalzusammenhang zu konstruieren, der höchst spekulativ erscheint. Dass das Plagiat vorsätzlich zusammengestellt wurde, beweist allein die Vielzahl an kopierten Textpassagen. Man muss dafür kein Jurist oder Deutschlehrer sein, um hierbei keinen Vorsatz erkennen zu wollen. Welchen Grund Herr Dr. a.D. zu Guttenberg gehabt hat, zu betrügen oder nicht zu betrügen, ist völlig belanglos. Es wäre interessant, es von ihm zu erfahren…

  242. klaudia kochta |  04.03.2011 | 14:01 | permalink  

    Weiß Jemand, wie sein Promotionsthema lautet?
    Wer ist auf die ungewöhnliche !!! Idee gekommen, eine jahrealte Promotion zu überprüfen?
    Wem wurde er unbequem, um zum “Abschuss” frei gegeben zu werden? (Vielleicht unserer FDJ- Sekretärin?)
    Ich hoffe, dass er jetzt ein so gutes Buch wie Dr. !!! Thilo Sarrazin schreibt!

  243. marcus wolff |  04.03.2011 | 14:27 | permalink  

    Der arme kriegsminister hätte lieber an unserer anerkannten !!! juristischen hochschule potsdam (bis 1989) promovieren sollen. Dann hätte er jetzt keine probleme. Unsere themen, egal wie abartig, machen unsere doktores nicht mal heute angreifbar.
    Wer ist mit fdj- sekretärin gemeint? Wohl eine, die mit mehr als 10 fingern tippen kann?

  244. klaudia kochta |  04.03.2011 | 17:08 | permalink  

    @Marcus Wolff
    Sind Sie Ausländer? Von orthografischen Regeln haben Sie scheinbar noch nie was gehört? Wir Deutschen haben eine Groß- und Kleinschreibung. Noch sind wir keine US- Amerikaner! Ich habe von dieser HS Potsdam/Golm=Eiche nur Mieses gehört. Da ist der Fall zu Guttenberg eine harmlose Affäre.

  245. marcus wolff |  04.03.2011 | 17:40 | permalink  

    Na,nicht ausländer i.e.s.,aber habe meine jugend in russland verlebt,weil mein vater es so wollte.Der war schriftsteller+lag am liebsten in der sonne.Er schrieb, wenn er mal lust hatte.Das soll selten gewesen sein! Ich habe seine bücher nie gelesen,aber die sollen raffiniert für proles gefertigt sein.Das muß sich vererbt haben.

  246. helmut |  04.03.2011 | 18:25 | permalink  

    @klaudia

    Ausländer bin ich, das isser nicht, der @Marcus, nur´n bisserl sarkastisch, aber das mag dran liegen, daß sein Bruder Konny öffentlich mal 19 war;-)

  247. klaudia kochta |  04.03.2011 | 18:40 | permalink  

    Ich kenne diese eklige Wolf-Brut nicht persönlich+”das ist auch gut so.” :-)

  248. Christoph Kappes |  05.03.2011 | 10:39 | permalink  

    Seid nett zueinander.
    Die Redaktion.

  249. Paul Ney |  06.03.2011 | 02:22 | permalink  

    [WOSCIC] Beachtenswerter Aufruf im Geiste der World Scientific Community (Kürzel davor). Eine Aufruf-Website — mit dem Text, eUnterschrift-Feld, Namens-Liste, Nachrichten usw. — ist üblich, aber kein Muß; hier bei Carta habe ich keinen Link gesehen.
    ++ “Diese Regeln mussten lange Zeit” auch gegen die Unsitte des europäischen Mittelalters, als Schriften ganz oder teilweise unter neuem Namen “nachgedruckt” wurden, “durchgesetzt werden” ;-)
    ++ “Wir klagen niemanden an.” Indirekt irgendwie schon… ;-)
    ++ “werden wir unseren Doktortitel solange nicht führen” — Ich respektiere die Entscheidung, kann den Ansatz jedoch nicht so richtig nachvollziehen. Kann das temporäre Nicht-Führen eines Titels nicht arbeitsrechtliche und andere Probleme bewirken? Übrigens, die Uni hat den Titel am 24.02.2011 aberkannt und der Minister ist am 01.03.2011 zurückgetreten. Eine Entlassung der Unterzeichnenden aus der Pflicht dürfte geboten sein — ist sie erfolgt?!
    ++ “In der zuerst veröffentlichten Version [...] Beide legen jedoch Wert [...]“ — Da stand noch ein Zusatz unter “Mitunterzeichner”, hat ihn Carta absichtlich weggezaubert? Liegt oder lag eine “abweichende Meinung” vor? Kann die “andere Textversion” irgendwo eingesehen werden?

    @ #61, comment-24390, Mc Herb am 22.02.2011 16:30
    “erhebliche Mitverantwortung der wiss. Organe und Einrichtungen” — Die Diskussion dieses Aspekts hat mir gefallen.

  250. Peter Hilgers |  11.03.2011 | 00:42 | permalink  

    Was mich an der ganzen Plagiatsgeschichte schaudern liess,
    war vor allem die dabei zutage tretende geringschätzige Haltung von Herrn Guttenberg gegenüber der berechtigten Kritik an seiner Person.
    Selbst bei seiner Rücktrittserklärung bestand noch der Eindruck, dass er sich in der Affäre als Opfer verstand.
    Weil er “am Ende seiner Kräfte”war, ist er zurückgetreten .

    Verhöhnt das nicht alle, die sich ihre Dissertation oder Habilitation ehrlich erarbeitet haben ?

  251. Antigua Hire |  27.06.2011 | 23:48 | permalink  

    Ohje…nun wurde der nächsten der Dr.-Titel abgenommen, was sagt ihr denn dazu?! Wer wird der/die nächste sein? Warum wird nur in dem “privaten” Leben der “Politiker” und “Stars” herumgewühlt??

  252. Invest |  26.10.2011 | 10:31 | permalink  

    Nun sieht man, welche Auswirkungen es hatte, dass Guttenberg nicht mehr seinen Platz hat. Es geht nun einiges abwärts in der Politik. Wirklich schade.

  253. GoodNewz (107): Zeichen setzen! | tazblog |  16.10.2012 | 12:29 | permalink  

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