Netzlese
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Sarrazin hält das Entstehen der Schichtung unserer Gesellschaft für das Ergebnis biologischer Auslese durch Vererbung, und nicht von Sozial- und Bildungspolitik. Das passt einfach nicht zur Sozialdemokratie, führt Sigmar Gabriel aus.
16.09.2010 |
Sigmar Gabriel arbeitet die Kritik an Sarrazins Thesen für Zeit Online um Sachlichkeit bemüht auf und stellt dar, warum es für die SPD geboten ist, ihn aus der Partei auszuschließen:
Da Bildungsanstrengungen die vorgegebene Intelligenz ganzer Bevölkerungsgruppen, Religionsgemeinschaften oder Völker für Sarrazin nur »akzentuieren« können, sieht er es als staatliche Aufgabe (!!!) an, in das Geburtenverhalten schichtenspezifisch einzugreifen. Und zwar nach einer ganz einfachen Formel: Oben = gut ––> mehr davon. Unten = schlecht ––> weniger davon.
[...]
Wem es bei der Botschaft »neues Leben nur aus erwünschten Gruppen« nicht kalt über den Rücken läuft, der hat wohl nichts begriffen. Thilo Sarrazin muss sich entscheiden, ob er dafür wirklich in Anspruch genommen werden will. Die SPD jedenfalls will sich damit nicht in Verbindung bringen lassen. Wer uns empfiehlt, diese Botschaft in unseren Reihen zu dulden, der fordert uns zur Aufgabe all dessen auf, was Sozialdemokratie ausmacht: unser Bild vom freien und zur Emanzipation fähigen Menschen. Und wer uns rät, doch Rücksicht auf die Wählerschaft zu nehmen, die Sarrazins Thesen (oder dem, was davon veröffentlicht wurde) zustimmt, der empfiehlt uns taktisches Verhalten dort, wo es um Grundsätze geht – und darüber jenen Opportunismus, der den Parteien sonst so häufig vorgeworfen wird.
Zeit Online kündigt im Disclaimer an, Sarrazin an gleicher Stelle Gelenheit für eine Entgegnung zu geben. Man darf also gespannt sein.


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