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Standortpolitik meets Digital Economy Bill: Die Berliner Senatskanzleichefin Barbara Kisseler drängt auf Provider-Sanktionen zum Schutz der Kultur- und Medienindustrie. Die Provider sollten endlich Warnhinweise an ihre Nutzer verschicken – und auch eine “Gegenleistung” für die Inhalte erbringen. Die “freie Wildbahn im Internet” liege nicht im Interesse der Gesellschaft.
30.05.2010 |
Als Chefin der Berliner Senatskanzlei und “heimliche Kultursenatorin” (Tagesspiegel) ist Barbara Kisseler zugleich Kultur-, Medien- und Standortpolitikern. Bundespolitisch ist sie bislang vor allem als kulturpolitisches Mitglied im Kompetenzteam von Frank-Walter Steinmeier aufgetreten.
Nun fordert sie im Interview mit der medienpolitischen Fachzeitschrift promedia ein deutlich härteres Vorgehen gegen Urheberrechtsverletzungen im Netz. Mit der Eindämmung von Raubkopien im Netz habe sich der Staat viel zu lange Zeit gelassen. Die Geschäftsmodelle der Kultur- und Medienindustrie müssten besser geschützt werden. Insbesondere die Provider will Kisseler in die Pflicht nehmen. Das britische “Three Strikes”-Modell geht für Kisseler in die richtige Richtung.
Carta dokumentiert das promedia-Interview in Auszügen:
Helmut Hartung / promedia: Neben der materiellen Unterstützung wünscht sich die Kreativwirtschaft auch eine stärkere Unterstützung beim Schutz ihrer Urheberrechte in der digitalen Welt. Es werden in Europa gegenwärtig verschiedene Wege beschritten, um Internetpiraterie zu unterbinden. Welchen Weg würden Sie sich für Deutschland wünschen?
Barbara Kisseler: Wir befinden uns in einem etwas anderen verfassungsrechtlichen Rahmen als etwa die Engländer oder die Franzosen und müssen deshalb einen eigenen Weg finden, der auch die Verhältnismäßigkeit der Mittel nicht aus dem Auge verliert. Sowohl für die Anbieter als auch die Nutzer müssen die aus einer Lösung resultierenden Anforderungen zu bewältigen sein. Wir werden in der Diskussion schnell auf eine Ebene kommen, auf der wir von Fundamentalpositionen eingekreist werden: Auf der einen Seite „The world is free“ und auf der anderen Seite „Schluss mit lustig“.
Wir haben eine Abwägung zu treffen: Allgemeine Persönlichkeitsrechte, Schutzbereich der Informations- und Kommunikationsfreiheit sowie Selbstbestimmungsrecht über eigene Inhalte. Ich sehe hier persönlich noch keine Lösung, wobei mir das britische „Three Strikes“-Modell eher entgegen kommt als das französische. Ich finde es vom Grundsatz her die angemessenere Variante, dass dem Betroffenen die Möglichkeit eingeräumt wird, sich darauf einzustellen.
Es scheint mir in die richtige Richtung zu gehen, wenn erst nach mehreren Warnhinweisen und bei wiederholten Rechtsverstößen technische Sanktionen ergriffen werden können.
Reichen also die bisherigen Maßnahmen nicht aus?

Kisseler: Provider ziehen einen nicht zu unterschätzenden wirtschaftlichen Nutzen aus den kreativen Inhalten Dritter.
Nein. Aus unserer Sicht mehren sich die Klagen über eine Ausweitung der Piraterie insgesamt, auch wenn es in der einen oder anderen Branche zu partiellen Rückgängen kommt. Ich glaube nicht mehr, dass wir noch länger auf eine Selbstregulation hoffen dürfen, weil wir sonst irgendwann den Schutz jedes Rechteinhabers und kleiner Anbieter aufgegeben haben. Die freie Wildbahn im Internet kann nicht in unserem gesellschaftspolitischen Interesse sein.
Müssen die Provider hier einen größeren Beitrag leisten?
Da die Provider einen nicht zu unterschätzenden wirtschaftlichen Nutzen aus den kreativen Inhalten Dritter ziehen, würde ich ihnen das dringend raten. Die Provider sollten zuerst selbst darüber nachdenken, wie dieser Beitrag aussehen sollte, wenn hier aber keine substantiellen Vorschläge kommen, werden wir uns in absehbarer Zeit überlegen müssen, wie wir mit dieser Frage umgehen.
Wollen Sie diese Diskussion parallel zur Debatte um den Korb Drei der Novellierung des Urheberrechts führen?
Wir würden zumindest für Berlin überlegen – und ich hoffe, dass Brandenburg mitzieht – in welcher Form wir uns zum Beispiel für die gesetzliche Formulierung eines Formatschutzes einsetzen könnten. Darin hat uns auch ein aktuelles Urteil des Landgerichts München zu einem Fall des Plagiatvorwurfs für ein Format bestärkt. Das Gericht hat eine Klage abgewiesen, deren Ursprung bereits aus dem Jahr 2003 stammte, als der Kläger ein von ihm entworfenes Konzept für ein TV-Format an den beklagten Sender schickte, der einige Jahre später eine nahezu identische TV-Sendung – ohne Beteiligung des Klägers – zur Ausstrahlung brachte.
Das zeigt, wie schwer es der Schutz kreativer Ideen hat. Ich kann mir daher vorstellen, dass wir dazu eine Bundesratsinitiative einbringen. Parallel dazu kann man sicherlich mit der Bundestagsfraktion Gespräche führen, mehr Möglichkeiten haben wir aber als Land zur Einflussnahme auf ein Bundesgesetz nicht.
Ein solches Vorgehen ist doch überfällig…
Absolut. Insbesondere bei der Eindämmung von Raubkopien im Netz haben wir uns zu viel Zeit gelassen. Das wirtschaftliche Ausmaß dieser Problematik war nicht allen klar. Weltweit reden wir hier von Milliardenbeträgen. Aber auch bei den nicht geschützten Formaten entgehen den Entwicklern Lizenzeinnahmen in ähnlicher Höhe. Nun dämmert es aber auch einigen, dass wir handeln müssen. Aber wir werden dennoch keine schnelle Lösung finden, die das Problem komplett abstellt. Es wäre aber ein erster deutlicher Schritt in die richtige Richtung.
Plädieren Sie damit generell für eine stärkere Regulierung der Internetwelt?
Man muss sorgfältig das Für und Wider aus der Sicht des Nutzens oder Schadens für die Gesellschaft abwägen. Aber grundsätzlich muss man auch im Internet für Content bezahlen, aus dem ein kommerzieller Nutzen gezogen wird. Wenn man als Provider journalistische Inhalte benutzt, hat man davon einen direkten Vorteil und muss eine Gegenleistung erbringen. Auf diese Ausgewogenheit wird man achten müssen. Es wird für unsere Gesellschaft immer wichtiger, dass in der Online-Welt neue Geschäftsmodelle entstehen und deshalb wird man nicht umhinkommen, bei den Rahmenbedingungen regulierend eingreifen zu müssen.
Kreative müssen auch im Digitalzeitalter von ihren Leistungen leben können.
Ist die Kultur-Flatrate eine hilfreiche Idee?
Ich glaube nicht, dass uns hier die Kultur-Flatrate weiterbringt, auch wenn ich dazu noch zu keinem abschließenden Urteil gekommen bin. Die Senatskanzlei wird nach der Sommerpause eine Veranstaltung organisieren, die sich mit Paid Content und der Kultur-Flatrate auseinandersetzt. Darüber hinaus müssen wir in der Öffentlichkeit noch mehr darüber informieren und diskutieren, dass die Schaffung geistigen Eigentums einen großen Wert für unsere Gesellschaft darstellt und unsere kulturelle, wissenschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung davon abhängt.
Im Augenblick ist bei vielen Internetnutzern, die diese Leistung nicht selbst erbringen, sondern sie abrufen, kein Bewusstsein dafür vorhanden.
Wie dringend sehen Sie die Forderung der Verleger nach einem Leistungsschutzrecht? Man hat den Eindruck, es geht nicht so richtig voran…
Vielleicht haben die Verleger inzwischen darüber nachgedacht, was sie mit diesem Leistungsschutzrecht eigentlich erreichen wollen. Es ist sicherlich ein wichtiges Anliegen ihre Inhalte zu schützen, aber letztlich liegen die Rechte an den journalistischen Inhalten immer noch bei den Autoren. Man müsste sich daher genau überlegen, welche Leistung – über die der Zusammenstellung von Autorenwerken hinaus – der Verlage schutzfähig und -würdig sind und auf welcher rechtlichen Grundlage diese Leistungsschutzrechte basieren sollen und das ist nicht in einer Hauruckaktion zu leisten.
Um auch im Online-Bereich Geld verdienen zu können, benötigen die Verleger, nach eigenen Aussagen, ein solches Recht.
Das ist ihr gutes Recht, aber dabei müssen auch die Interessen aller Beteiligten gewahrt bleiben. Wir sollten abwarten, welche Änderungen im Urheberrecht durch die Bundesregierung vorgenommen werden und inwieweit der dritte Korb zum Urheberrechtsgesetz diese Frage berücksichtigt. Um es deutlich zu sagen: Ich sehe diese Frage nicht ganz vorn auf der Agenda.
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Das vollständige Interview und weitere medienpolitische Interviews finden Sie in der Fachzeitschrift promedia, Kooperationspartnerin von Carta.
Update: Die Staatskanzlei in Berlin heißt Senatskanzlei. In einer vorherigen Fassung des Textes stand “Staatskanzleichefin” statt “Senatskanzleichefin”. Wir haben dies nachträglich korrigiert und entschuldigen uns für die Ungenauigkeit.


Es ist immer wieder erstaunlich, dass Sonderfälle (Raubkopien) zu politischen Fehlüberlegungen führen. Ein Ende der “freien Wildbahn im Internet” wird die Netzneutrlität negativ beeinträchtigen. Hingegen mag es Sinn machen, Dezernate zur Ermittlung von ‘Internetstraftaten’ auszubauen. Im Bereich der Präventionsmaßnahmen kann schlichtweg aufgeklärt werden.
Kann mir jemand erklären, was Kisseler mit “nicht geschützten Formaten” meint?
[...] ich Artikel, wie diesen hier auf Carta lese, in dem eure Berliner Staatskanzleichefin Barbara Kisseler sich allen Ernstes für [...]
Das von Kisseler angeführte Beispiel (‘Plagiat’) hat nichts mit dem Internet zu tun. Seine Verwendung führt zwangsläufig zu erheblichen Zweifeln an ihrer Sachkompetenz und/oder an ihrer Redlichkeit.
[...] Barbara Kisseler hat der Zeitschrift Promedia ein Interview zum Urheberrecht gegeben, was Carta in Auszügen spiegelt. In dem Interview spricht sie in Neusprech von der “freien Wildbahn im Internet” (Mal [...]
Ach, ist ja interessant. Die Kulturbauftragte denkte keine Sekunde daran, wie die Bürger mittels Internet legal an das Wissen der Menscheheit herankommt. Früher haben sich die Sozen dafür stark gemacht, dass allen Schichten über Bibliotheken Wissen kostenlos zur Verfügung steht. Heute stehen nur noch die Interessen der Verwertungsindustrie au f der SPD-Agenda.
Nicht für den Aufbau des Internets getan, nur mistige Gesetze gemacht und nun auch noch endlos abzocken wollen. Nicht mal an die Künstler denkt man, nur die leistungslose Verwertungsindustrie.
Damit marschiert die SPD sramm in die Bedeutungslosigkeit mit diesser perfiden Verhinderung von Kultur. Bitte, man muss die nicht wählen. Aber es ist geschmacklos von Kultur zur reden wenn man nur die leistungslose, finanzielle Umverteilung im Kopf hat.
Widerlich.
Mir wird schlecht wenn ich derartigen Blödsinn lese.
Raubkopien eindämmen? Provider sollen zahlen?
Ja – an wen denn? All diese Regelungen sind immer wettbewerbsverzerrend weil sie einzig und allein große Verlags- und Medienhäuser begünstigen. Genau die also, welche sowieso schon von staatlicher Stütze in anderen Bereichen profitieren.
Die beschworenen “neuen Geschäftsmodelle im Internet” werden durch so eine Politik der Protektion bestehender Großunternehmen nicht bestärkt sondern aktiv be- und verhindert.
Der innovative Selbstständige oder Mittelständler wird damit absichtlich und in vollem Wissen mit zweckentfremdeten Steuermitteln vom Markt ferngehalten, da er mit staatlich subventionierten Großkonzernen freilich nicht konkurrieren kann.
Wir sollten das Internet deregulieren und der Staat sollte sich gefälligst heraus halten. Die Musikindustrie hat den Zug verschlafen. Etwas besseres kann einer Marktwirtschaft doch gar nicht passieren!
Das ist die Gelegenheit, dass sich große und kleine Unternehmen auf Augenhöhe in einem neuen Markt gegenüberstehen, weil es für ALLE etwas neues ist und keiner den anderen übervorteilen kann. Man muss nur auch mal den Mut aufbringen, die Marktkonsolidierung zuzulassen und den schlechten Geschäftsmodellen erlauben zu sterben!
Stattdessen erleben wir jetzt, dass man auf Teufel-komm-raus versucht das Medium Internet so zurecht zu regulieren, dass der Heimvorteil der alten Platzhirsche wiederhergestellt wird. Dieses Vorgehen wird jegliche Chancen neuer Unternehmen, die dank der bestehenden überzogenen Schutzrechte und der verfilzten Strukturen es ohnehin nie leicht hatten, im Keim ersticken.
Wirtschaft heißt Veränderung. Wer diese Veränderung zu Gunsten Einzelner verhindern will, kann der gesamten Marktwirtschaft genauso gut gleicht eine Kugel in den Kopf jagen!
Vielleicht wird es in der Tat höchste Zeit auf die Straße gehen und die feinen Herren in Schlips und Kragen wieder daran zu erinnern, wer hier eigentlich das deutsche Volk ist und dass es 1989 um mehr ging, als um den Austausch eines Regimes durch ein anderes. Die DDR ist nicht am Sozialismus zugrunde gegangen, sondern an genau der Art Vetternwirtschaft, die jetzt mit anderen Mitteln fortsetzt wird.
Es ging stets darum, dass JEDER ohne Ansehen der Person die gleiche faire Chance hat. Nicht nur derjenige, der eine Lobbygruppe in Berlin hat und einigen Ministern Flausen ins Ohr setzen kann, damit die eine Klientelpolitik durchsetzen.
Der freie Wettbewerb um die besten Ideen findet mit derartigem Protektionismus sein endgültiges Ende und der Steuerzahler wird noch bis in die x-te Generation die Zeche dafür zu zahlen haben.
Bin sonst nicht so indifferenziert aber mein erster Gedanke blieb mir erhalten …
LobbySchl***e ….
mfg
So, so, Frau Kisseler bringt also zum Ausdruck, dass die “freie Wildbahn im Internet” nicht im Interesse der Gesellschaft liege. Jetzt sollte sie uns aber auch fairerweise mitteilen, welche Gesellschaft einen so großen Einfluss auf ihre Staatskanzlei ausübt, dass diese jetzt auf gravierende (Provider-) Sanktionen drängt.
Schließlich gibt es in Deutschland genügend Gesellschaften (z.B. AG / KG / GmbH etc.) die als Ableger weltweit agierender Musikkonzerne nach verpassten Internet-Chancen am Hungertuch nagen.
Um mehr Geld mit Abmahnungen privater Musikkopierer zu verdienen als mit dem Musikvertrieb selbst, dafür würden Konzerne, bzw. Verlagsgesellschaften inzwischen ALLES tun, um ihr absehbares Ende ein wenig hinauszuzögern.
Also welche Gesellschaft macht da gerade “Druck” Frau Kisseler?
Oh ja, Frau Kisseler hat sicher Recht. Wenn ich allein an die Fantastilliarden Euros denke, die an jährlichem Schaden schon durch die über 80 Millionen Raubkopierer in Deutschland entstehen – schlimm, schlimm. Die armen kreativen Verleger bedürfen in der Tat des Schutzes, der durch das englische Modell der Zusammenarbeit von Musikindustrie und Ermittlern ja nun wirklich gewährleistet wird. In was für einer Welt leben wir nur – ach.
[...] Berliner Staatskanzleichefin fordert Ende der “freien Wildbahn im Internet” (CARTA) – Nach dem "rechtsfreien Raum Internet" wird die nächste Floskel vorbereitet… leider von einer SPD-Politikerin. [...]
Dass Provider journalistische Inhalte nutzen, war mir voellig neu. Ich dachte immer, die stellen Bandbreite zur Verfuegung und legen Leitungen. Aber vielleicht hab ich auch einfach keine Ahnung.
Und noch eine Anmerkung: Wenn die Musikindustrie nicht so dämlich wäre, würde sie auch mehr Geld verdienen. Aber so kann man in den 2 größten Musik-download Märkten, GB und FR, den Eurovisions Sieger-Song nicht kostenpflichtig downloaden (bei iTunes).
Wenn man es seinen Kunden schwer macht, ein gewünschtes Produkt legal zu erwerben, dann werden sich diese Kunden eben nach anderen Mitteln und Wegen umsehen. Und das ist es, was die Musikindustrie seit 15 Jahren macht. Ihre Kunden kriminalisieren und missachten. Selber Schuld.
[...] Chefin der Berliner Staatskanzlei fordert eine Herrwerdung über die freie Wildbahn Internet zum Schutz der Leistungen der Kreativen, deren Arbeit bislang maßlos ausgebeutet werde. [...]
Kulturpolitik ist bei der SPD nun nur noch Teil des Strafrechtes?
Die VG Wort hat längst Mechanismen implementiert, die Künstlern Vergütungen zukommen lässt, wenn Menschen ihre Werke lesen. Über Geräteabgaben udn ohne Verleger.
Der BGH hat die Arbeitsmöglichkeiten für arbeitslose Anwälte im Gravenreuthschen Abmahnwesen drastisch einegsränkt mit dem WLAN Urteil. Mit der weggelassenen Schadensersatzpflicht, ist die Erlösmöglichkeit über Gericht mit Beihilfe des Staates ohne den Markt zu Ende bei verschlüsselten WLANs.
In Berlin hat es die Kuturbürokratie (oder Präziser die Strafjustiz) nicht geschafft, sozial schwachen Bürgern kostenlosen WLAN-Zugang zu schaffen, da sie sich ja nru für Strafjustiz und Eintreibungsmeodelle für Distributionsindustrie interessiert. Die Kohleindustrie des 21. Jahrhunderts. Die Sozis wollen wieder abstrebende Geschäftsmodelle zum Nachteil der Verbraucehr subventionieren udn nennen das zynisch Kultur.
Wo waren eigentlich die “Kulturschaffenden” aus dem Justizpalast als die GEMA mit den Verhandlungen mit Google/YouTube scheiterten? Als Deutscher wird man international jetzt stagniert: In Deinem Land kannst du keine Youtube-Sony-Lieder gucken. Werde Amerikaner, oder was anderes, aber bloss kein Deutscher, wo Kultur ein TTeil der Strafjustiz ist.
Zypries hat auch hintersinnige Google-Books hintertrieben: SPD-Wähler sollen keine Bücher lesen.
Und Aigner läuft Amok, weil Google sich erdreistet, Funkwellen, die Menschen ungehemmt in den öffentlichen Raum abstrahlen, empfangen und speichern. Bald kommen die CB-Funker dran: dann werden die Empfänger in den Knast gesteckt, weil die personenbezogene Funksprüche im öffentlichen Raum auf öffentlichen Frequenzen empfangen haben.
Die SPD hat auch zum Zugangserschwerungsgesetz gestimmt. Dem Aufbau einer Mega-Zensurinfrastruktur. Jetzt wo der BMI das BKA angewiesen hat, ein rechtskräftiges Gesetz zu brechen und keine Sperrlisten zu verteilen, schweigt die SPD brutalst möglich und wendet sich strafprezzessualen Erlösmöglichkeit für die sterbende Verwertungsindustrie zu, die es in der Marktwirtschaft nicht schafft.
OK. Ich habe verstanden.
Ich werde das nächste Mal grün wählen.
Der Ansatz aus dem Bremer Senat zu Copyrightfragen war mir bürgerfreundlicher. Ich möchte eine Regierung, deren Politik nicht ständig vom Bundesverfassungsgericht auf den Boden der Verfassung zurückgeholt werden muss, wie bei der Vorratsdatenspeicherung, die für die Abmahnorgien gebraucht wurde.
Ist es eigentlich immer noch so, dass die SPD über die Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft mbH noch größere Anteile an Medienunternehmen&Zeitungen hält? Kein Wunder also, wenn hier wieder Stellung für Verlage (und unterschwellig gegen Google et al. digitale Emporkömmlinge) bezogen wird. Wie steht die SPD eigentlich zum Leistungsschutzrecht?
Ups? Hat die Frau da gerade “den Köhler gemacht”? Seit wann gehört es zum Aufgabenbereich der Politik, dysfunktionale Geschäftsmodelle bestimmter Branchen zu schützen?
nur kurz @Jan Dark
Das mit dem Grün wählen würde ich mir überlegen. Die Lex Google, die eine Einschränkung des Rechts auf freie Fotografie im öffentlichen Raum bedeutet (insb. §29) wurde vom Grünen Hamburger Justizsenator in den Bundesrat eingebracht.
Eine schwarz-grüne Regierung würde das Internet genauso unwissend reglementieren wie es die von der SPD getragene parteilose Kisseler-Tante anstrebt.
Der Wandel von einer repressiven zu einer progressiven Internetpolitik und -kultur wird nicht durch eine spezielle Partei geschehen, sondern nur durch gemeinsames öffentlichkeits-wirksames Handeln der Digital Aufgeklärten.
Wirbel um angebliche SPD-Politikerin: Wie neutral ist netzpolitik.org?…
In seinem Artikel “SPD– ?Politikerin Barbara Kisseler gegen ‚freie Wildbahn im Internet‘“ fragt GRÜNEN-?Mitglied Markus Beckedahl „Ist das eigentlich die offizielle Position der SPD, die Barbara Kisseler in diesem Interview vertritt?“?—?ein wenig…
Angebliche SPD-Politikerin bei netzpolitik.org …
Markus Beckedahl (Mitglied der GRÜNEN) fragt in seinem Artikel “SPD- ?Politikerin Barbara Kisseler gegen freie Wildbahn im Internet‘“, ob die Interview-Antworten von Barbara Kisseler eigentlich die offizielle Position der SPD darstellten.
Ein w…
Um noch einmal deutlich darauf hinzuweisen:
Frau Kisseler ist parteilos, aber als Senatskanzlei-Chefin einer rot-roten Regierung und Mitglied in Steinmeiers Kompetenzteam ja offensichtlich SPD-nah.
Obwohl uns klar ist, dass es in Berlin Senatskanzlei heißt, haben wir das in Deutschland verbreitetere “Staatskanzlei” benutzt, da der Begriff einfach verständlicher ist und ja im Prinzip äquivalent ist.
Ja nee is klar.
Da “fordert” eine Internetausdruckerin mal was und carta publiziert das. Bang on.
Als ob Transportunternehmen zahlen müssten wens sie Zeitungen liefern… Das ist eine Dienstleistung. Die Verwerter sollten froh sein, dass die Provider den Zugriff auf ihren Content ermöglichen. Wie wärs denn mit subventionierten Internetzugängen? Immerhin ist jeder zusätliche Zugang ein bis mehrere potentielle Kunden.
Die Frau ist doch politisch tot.
Ich finde es ehrlich gesagt höchst irritierend mit welchen Argumenten sich hier Kommentatoren um den eigentlichen Informationsgehalt von Frau Kissler herumdrücken. Die Kommentare ad hominem (#24., #22, #8) senken das Niveau der Diskussion doch deutlich.
Mich selbst rief vor wenigen Jahren noch eine Werbedame der deutschen telekom an, und bot mir einen Internetzugang an, mit dem Argukement, man könne damit umsonst Musik herunterladen.
Raubkopien sind schädlich für den Kulturbetrieb, nicht nur für die Verwerter, sondern für Künstler selbst, damit also für den gesamten Kulturbetrieb.
Sie addressiert, dass Raubkopien schädlich sind, und dass die ISPs, die durch den Verkauf von Internetzugängen und vor allem Breitbanderweiterungen viel Geld verdienen,davon profitieren. Von einer Sache, deren gesellschaftlicher Schaden eigentlich logisch und erwiesen ist, sollten privatwirtschaftliche Nutznießer nicht so ohne weiteres profitieren können.
Gruß,
Stefan
@Stefan Herwig
“Mich selbst rief vor wenigen Jahren noch eine Werbedame der deutschen telekom an, und bot mir einen Internetzugang an, mit dem Argukement, man könne damit umsonst Musik herunterladen.
Raubkopien sind schädlich für den Kulturbetrieb, nicht nur für die Verwerter, sondern für Künstler selbst, damit also für den gesamten Kulturbetrieb. ”
Bleiben Sie sachlich. Es ist auch heute noch so, dass man viele Musikstücke kostenlos und legal herunter laden kann. In vielen Ländern gibt es Abkommen mit Youtube, dass die Rechteverwerter Pauschalen bekommen. In Deutschland haben sich dagegen die Internethasser durchgesetzt und die GEMA kriegt keinen Vetrage zu stande. So dass heute Deutsche weltweit diskriminiert werden, weil die Internethasser das Internet kaputt wollen.
ich setze noch eins drauf: Neulich war ich in New York und durfte als Gebürhenzahler das ARD-Programm nicht abrufen. Weil die Internethasser absurde Geschäftsmodelle erfinden, die dem wichtigesten Teil des Kulturbetriebes, den Konsumenten, völlig ausser acht lässt. Wie Sie es in ihrem Beitrag auch gemacht haben.
Aber das Internet ist keine einseitige Vermarktungsplattform für Altbackende, die ihre Ideen, die von 1500-2000 eine zeitlang Bedeutung hatten, bis ans Ende aller Tage fortsetzen wollen. Kein Mensch aus dem klassischen Kuturbetrieb macht sich Gedanken darüber wie man Menschen finanziert, die Zeitungen oder Bloga anreichern oder Wikipedia füttern. Alle rufen geirig nur nach Sperren, Polizei, Abmahnung, Three Strikes, Verlängerung des Copyright, “Störerhaftung”. Diese Leute interessiert Kultur nicht, die interessiert nur Geldgier. Deise leute sind Kulturzerstörer. Sie leisten keinen Beitrag, das das Internet wächst, die Kultur der Menschheit in jedes Kacknest kommt. Si e interessiert nur ihre rückwärtsgewandte Gier.
Ich habe übrigens bei Arte neulich eine faszinierende Inszenierung des “Don Giovanni” gesehen. Brillant. Ein paar Tage nach der Ausstrahlung im klassischen Fernsehen. Weil ich da keine Zeit hatte. Im Internet. Legal und kostenlos. Und ich bin Telekomkunde und kann die Dame nur bestätigen, dass man kostenlos und legal dort Musik hören kann. Und durch meinen Rundfunkgebühren wurde die Produktion finanziert.
Ihr Beitrag zeigt nur, dass es Ihnen nicht um Kultur geht. Ad hominos.
“Bleiben Sie sachlich.
<>
So dass heute Deutsche weltweit diskriminiert werden, weil die Internethasser das Internet kaputt wollen.”
Muss ich dazu noch was sagen?
Ach ja, vielleicht das noch:
Pete Waterman, Teil des Produzententrios Stock, Aitken Waterman erhielt 1998 von YouTube für 140 Millionen Streams des Rick Astley Videos “never going to give you up” Tantiemen von … 12,76 GBP.
Soviel zu den reichhaltigen Lizenzen, die youtube an Kreative ausschüttet.
Und: Es mag vielleicht einfach sein, die Welt in “Internethasser” und “Internetliebhaber” zu unterteilen, aber es kaum konstruktiv. Aber Schwarz und Weiss Polarisierungen mögen für Viele ein probates Mittel sein, einfache Antworten auf komplexe Sachverhalte zu finden.
Gruß,
Stefan
Hanbüchener Unsinn
Zu Peter Waterman:
“Dabei lässt er jedoch gekonnt außen vor, dass es nicht wirklich das Verschulden von Google oder YouTube ist. Den Lizenzvertrag, in welchem ihm Gebühren zuerkannt werden, hat er selbst akzeptiert. Wenn der Song nicht mehr Einnahmen erzeugt hat, dann ist dies nun einmal einfach so. Schuld scheint ein immer bedeutenderes Wort für die Musikindustrie zu sein, insbesondere dann, wenn man diese bei anderen suchen kann.”
Wieviel hat dann Peter Warermann für den Vertrieb seiner Produkte gezahlt?
Und Sie haletn sich für sachlich, wenn sie fordern, dass schlechte Vertäge doch gute Vergütungen bringen müssen? Und dann brauchen wir Three-Strikes, Störerhaftung, Abmahngrossraumbüros für arbeitslose Anwälte und eine Überwachungsinfrastruktur wie in China und Iran mit dem Zugangserschwerungsgesetz.
Wieviel hat dann Peter Warermann für den Vertrieb seiner Produkte gezahlt?
Solche hanebüchenen Unsinn können nur echte Internethasser verzapfen.
Moment. Sie vergessen hier, dass SIE zunächst die GEMA kritisierten, weil sie die Konditionen von youTube nicht akzeptieren wollte, nun kritisieren sie Waterman, weil er genau das getan hat.
Im Rahmen ihrer ursprünglichen Aussage widersprechen Sie sich damit selbst. ich habe lediglich erklärt, warum die GEMA nicht mehr mit YouTube verhandelt.
“Solche hanebüchenen Unsinn können nur echte Internethasser verzapfen.”
Dazu habe ich mich ja bereits geäussert. Wollen Sie nicht lieber zurück zum Thema, anstatt hier weitere unkonstruktive Gräben zu ziehen?
Gruß
Stefan Herwig
Ich habe die GEMA kritisiert, weil sie unfähig ist einen Vertrag mit Youtube zustande zu bekommen. Zahlreiche andere Nationen schaffen dass. Warum bekommen wir Deutschen von der GEMA eine internationale Sonderbehandlung?
Was gibt es da zu jammern, dass Herr Watermann exakt das bekommt, was er selbst vorher vertraglich verhandelt hat? Das ist pure Heuchelei eine Internethassers.
Welchen Grund solch ich haben konstruktiv zu sein? Frau Kisseler ist auch nicht konstruktiv. Die Konsumenten interessieren sie auch nicht, ausser als Three-Strike-Opfer, damit die Musikindustrie mit dem Strafrecht das erreicht, was sie in der Marktwirtschaft nicht erreicht? Ich liebe den Markt sehr. Aber Umsätze sind die Summe dessen, was man auf dem Markt als Preis erzielen kann. Jedem ist es unbenommen, ein markttaugliches Geschäftsmodell zu entwickeln. Wie iTunes. Wer aber zu blöd dazu ist und den Staat und staatliche Gewalt herbeiruft, hat es nicht verdient, “konstruktiv” behandelt zu werden.
Wenn die Internethasser es wieder zu doll treiben, wird wieder eine Petition durchs Dorf geajgt, wie bei diesem absurden Zugangserschwerungsgesetz. Der Schock sitzt den Politikern durch die 140.000 Petenden so dermassen in den Gliedern, dass sie sich erblöden, dass der BMI das BKA anweist, rechtswidrig ein gültiges Gesetz zu brechen und keine Sperrlisten zu versenden.
Wenn die Frau Kisseler die SPD 5%-Punkte mit aller Gewalt runterdrücken will, weil sie eine Kulturpolitik gegen die Bürger machen will, statt offen und ehrlich sich von der Distributoren bezahlen zu lassen, dann kann sie das haben. Die SPD hat schon mehrfach ihre Internet-Inkompetenz bewiesen.
Ich muss nicht jedem Unsinn hinterherlaufen. Wenn die SPD nicht mehr regieren will, bitte. Kann sie haben. Einfach so weiter machen mit der Politik gegen die Bürger. Dann istd as schnell erledigt.
Die FDP hat in NRW in einem halben Jahr zwei Drittel ihrer absoluten Stimmen verloren. Ich muss nicht “konstruktiv” seinen, wenn die brutal den Hoteliers einen Milliarde in den Po stecken, bloss weil die satt dem Guido gespendet haben udn nun holen sie es bei Hartz4-Empfängern wieder rein.
Wer eine Kulturpolitik gegen die Bürger macht, hat keine konstruktive Haltung zu erwarten, der muss einfach weg.Demokratien funktionieren heute anders als manch korrupter Lobbyist von früher noch vermutet. Gerade mit dem Internet. Die Internethasser sollten sich wenigstens ein wenig mit dem Medium beschäftigen, damit sie nicht politisch darüber stolpern wie Frau Kisseler jetzt. Diese Frau ist politisch tot.
Im Gegensatz zu Ihnen lasse ich jetzt mal Fakten anstatt Ideologien sprechen:
http://www.bitkom.org/files/documents/BITKOM-Presseinfo_Geistiges_Eigentum_25_04_2010.pdf
“Die Internethasser sollten sich wenigstens ein wenig mit dem Medium beschäftigen, damit sie nicht politisch darüber stolpern wie Frau Kisseler jetzt.”
Die Internetfanatiker sollten sich ab und zu ein wenig mit der Realität ausserhalb des Netzes beschäftigen, damit sie nicht faktisch über ihre eigenen Falschaussagen stolpern.
Stefan Herwig
Gruß,
Stefan Herwig
[...] » Berliner Staatskanzleichefin fordert Ende der freien Wildbahn im Internet [...]
Das ist ein durch und durch Ideologischer Text, was man bereits an der exzessiven Verwendung des Terminus “Raubkopie(rer)” deutlich erkennt. Bemerkenswert finde ich darin folgende Passage:
BITKOM-Präsidiumsmitglied Volker Smid gibt hier auf begrüssenswert offene Art zu verstehen, wie man die Priroritäten setzt: NEBEN der Strafverfolgung werden AUCH>/b> attraktive Angebote im Netz als Beitrag GEGEN die Piraterie angesehen. Aha. Das die “Piraterie” selbst eine Gegenbewegung zu fehlenden, attraktiven Angeboten darstellt(e), will oder kann man nicht erkennen? Ich möchte der BITKOM empfehlen, zumindest die Schwerpunkte anders zu setzen. Die Strafverfolgung dem Geschäftsmodell voranzustellen, macht, glaube ich, wenig Sinn.
Stimmt, der Bitkom Verband ist ja auch vor allem für seine exzessiven Nähe zur Kreativwirtschaft bekannt.
*kicher*
Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie es ideologisch aufgeladene Einzelmeinungen schaffen, sich um den eigentlichen Informationsgehalt einer Aussage herumzudrücken. In diesemFalle: die deutliche Mehrzahl unserer Gesellschaft lehnt Urheberrechtsverletzungen ab.
“Das ist ein durch und durch Ideologischer Text, was man bereits an der exzessiven Verwendung des Terminus “Raubkopie(rer)” deutlich erkennt. ”
Was soll das werden? Sprachzensur? Linguistischer Revisionismus? Schlechter Aprilscherz zum 01.Juni?
“Das die “Piraterie” selbst eine Gegenbewegung zu fehlenden, attraktiven Angeboten darstellt(e), will oder kann man nicht erkennen?”
Das konnte man vielleicht 2002 noch halbwegs behaupten, mittlerweile grenzt diese Schutzbehauptung ans Lächerliche. Man kann Kreativwirtschaftsgüter nicht zum Nulltarif produzieren, und genausowenig kann man mit Angeboten zum Nulltarif konkurrieren.
Das konstituietrt ein Marktversagen. Wurde hier auf dieser Plattform bereits lang und breit erklärt.
Gruß,
Stefan
Dasss der Bitkom dei Strafverfolgung vor dem Markt sieht, disqualifiziert ihn als seriösen Diskussionteilnehmern. Der Begriff Raubkopierer ist grober Unsinn. Es wird ja kein Eigentum geraubt, sondern ein unsächliche Informationen kopiert. Der urspüngliche Eigentümer hat nach wie vor seine Sache.
“Man kann Kreativwirtschaftsgüter nicht zum Nulltarif produzieren, und genausowenig kann man mit Angeboten zum Nulltarif konkurrieren.”
Diese ideologischen Abschweifungen sind grober Unsinn. Die Linux-Community zeigt sehr wohl, dass man hochwertiges kreative Güter sehr wohl zum Nulltarif produzieren kann. iTunes zeigt sehr deutlich, dass man dem Markt sich auch ohne Strafverfolgung nähern kann. Die 250 Millionen Euro von bitkom zeigen die Marktgröße an, nicht die Möchtegerneumsätze der lesitungslosen Distributionsindustrie. Wo kämen wir dahin, wenn die Autoindustrie auch dazu überginge, ihre Umsätze nicht mehr auf dem Markt sondern mit staatlicher Gewalt und Strafverfolgung erzoelen wollte, uns so lange Politiker schmierte wie die Hoteliers, bis es gesetzliche Bürgerpflicht wäre, Autos zu kaufen?
Das Beispiel ARTE (Don Giovanni) zeugt, dass es sehr wohl möglich ist, höchstwertige Angebote zu finanzieren, ohne Strafverfolgung, sondern mit umegelegten Gebühren und von mir aus mit Steuern.
Es gibt einfach keinen rationalen Grund ausser, übermäßiger Gier, Millionen von Jugendlichen zu kriminalisieren und Beschäftigungsprogramme für sonst arbeitslose Juristen in der leistungslosen Abmahnindustrie. Der BGH hat mit seinem WLAN-Urteil auch erste Grenzen für die maßlos gierigen eingezigen: kein “Schadensersatz” udn max 100 € für die Abmahnindustrie.
Wir haben auch keine Heizer mehr auf E-Loks, obwohl das englische Gewerkschaften eine zeitlang durchgesetzt haben.
Wer weiter gegen die Bürger Politik macht und unter Kultur versteht, Gewinne für leistungslose Verteileinrichtungen zu maximieren, wird künftig einfach kleine politische Rolle mehr spielen.
Frau Kisseler hat mit ihren unbedachten Statements sich politisch getötet.
Juristisch gesehen stellt Raub eine schwere Form des Diebstahls dar, die sich durch Anwendung oder Androhung von physischer Gewalt auszeichnet und dadurch ein höheres Strafmass verdient. De jure ist eine Urheberrechtsverletzung aber weder mit einem Diebstahl zu vergleichen, da die notwendigen Bedingungen nicht erfüllt sind (fehlendes Gut beim Eigentümer) und ausserdem stellt es zu rein privaten Zwecken, ohne kommerziellen Hintergrund ausgeführt, obendrein nur ein Bagatelldelikt dar.
Der “Raubkopie(rer)” wurde von der Rechtevertreterlobby bewusst als ideologischer Kampfbegriff eingeführt, um einen semantischen Bezug zu einem schweren Verbrechen zu konstruieren, welches eine möglichst harte, abschreckende Strafe verdient, was aber bei einer leichthin nebenbei angefertigten Kopie nie der Fall sein kann und wird. Wer diesen tendenziösen (Kampf-)Begriff in einer seriösen Diskussion und/oder in eben dieser Konnotation verwendet, diskreditiert sich und seine Argumentation damit selbst. Entweder als ideologisch motiviert, oder als ahnungslos bezüglich der Implikationen und Hintergründe.
[...] Heute beschäftigen wir uns mit Berlins „heimlicher Kultursenatorin“ Barbara Kissler. Carta hat Auszüge eines Interviews mit der Zeitschrift promedia mit besagter Dame dokumentiert. Das [...]
@ Diominic / Jan Dark
“Raub-: drückt in Bildungen mit Substantiven aus, dass etw. auf widerrechtlichem Wege hergestellt, gemacht wird, …” (Quelle: http://www.duden.de/suche/index.php?suchwort=Raub&suchbereich=mixed#inhalte).
Vergleiche auch den Raubbau. Auch der “Raubvogel” oder der “Raubfisch” rauben niemanden in der Einkaufszone mit vorgehaltener 38er aus.
Hiermit wäre also auch die Duden-Redaktion ideologisch verblendet.
Der Begriff “Raubkopie” ist deutlich älter als die Internetpiraterie. Den juristischen Kontext stellen sie selbst aktiv her, der besteht aber in diesem Falle kaum. Ich vermute da einen idelogischen Hintergrund auf IHRER Seite.
@Jan Dark
“Diese ideologischen Abschweifungen sind grober Unsinn.”
-> Wikipedia -> Ausschließbarkeit.
Sie befinden sich leider auf dem Kriegsfuss mit der Wirtschaftswissenschaft. Ausserdem halte ich es für einen schlechten Scherz, wenn Sie wirtschaftliche Ausführungen auf denen mal eben große Teile unseres Wirtschaftssystems basieren, als “groben Unsinn” bezeichnen.
Lieber Jan Dark,
sie haben nun mit einem Potpurrie aus Verkürzungen und unsachgemässen Verallgemeinerungen die eigentliche Diskussion vergiftet. Wenn sie in ihren nächsten Beiträgen nicht wieder zurück zu einer akzeptablen Argumentation finden, anstatt von einem verblendeten Argument zum Nächsten zu hüpfen, wie ein Frosch in einem Rosenblattteich, werde ich Sie leider zukünftig ignorieren müssen.
Solcherlei idelologisch aufgeladene Scheinargumente, konstruiert eine Realität, die lediglich einer bestimmten Nutzergruppe entgegenkommt. In dieser realität werden ganze Verbände diskreditiert, weil Sie ein Ihrem Gusto nicht genehmes, aber ansonsten gesellschaftlich bereits jahrelang akzeptiertes Vokabular benutzen. Vor der Exekution sollte aber die Argumentation kommen, und die sticht leider in ihrem Falle nicht.
Ach, und da dies schätzungsweise mein letzter Beitrag an Sie bleiben dürfte empfehle ich ihnen abschließend noch das Buch “You Are Not A Gadget” von Jaron Lanier, insbesondere das Kapitel “Trap For A Tribe”. Da steht ein Bild von Ihnen drin.
Gruß,
Stefan
“werde ich Sie leider zukünftig ignorieren müssen”
Danke. Dann brauchen wir uns nicht mehr mit Ihren ideologsichen Anwürfen und unsachlichen Polemiken auseinander zu setzen. Guter Vorschlag.
Wir könnten uns dann um Kultur kümmern, statt um da Strafrecht wie die nich “Staatskanzlei”-Chefin in Berlin, der es nicht um Kultur geht, sondern um strafprozessuale Förderung einer untergehenden CD-Industrie.
Mit dem Bitkom spreche ich lieber selber als mit Ihnen darüber zu spekulieren und was Wirtschaft ist, das sind Sie kein Massstab.
Fakt bleibt, dass der BGH absurde, entartete Geschäftsmodelle eingedämmt hat. Und wenn Frau Aigner noch mehr “Datenschutz” durchsetzt, wird sich die CD-Brenn-Industrie noch mehr um seriöse Geschäftsmodelle kümmern müssen, statt um sozialistische Staatswirtschaft bei Internethassern zu buhlen.
Zur Ausschliessbarkeit:
Sie können sich gerne mit Wirtschaftstheorie des 19. Jahrhunderts beschäftigen, bis sie sie verstanden haben. Ich kümmer mich derweil um Wirtschaftspraxis des 21. Jahrhunderts.
Aber vergessen Sie nicht die Grundlagen der Wirtschaftstheorie:
“Die Wirtschaftswissenschaft untersucht den rationalen Umgang mit Gütern, die nur beschränkt verfügbar sind”
Digitaler Content ist nicht knapp. Aber machen Sie sich keine Sorgen, wird schion werden. Wenn Sie hier nicht weiter rumpolemisieren, haben Sie ja Zeit zum Nachdenken.
Das Ganze hat fuer mich einen sehr bitteren Beigeschmack wenn ich den Artikel und die Kommentare lese.
Ich bin 22 Jahre jung – und wusste schon mit 8 das ich mein Leben der IT wittmen moechte.
Das Internet war damals ein faszinierender Ort. Doch die Entwicklungen der letzten 16 Jahre fuehren mich zu der Erkenntnis das wir uns immer mehr dem Ende der eigentlichen Faszination des fruehren Internets zubewegen.
Im Moment ist nicht abzusehen wie alles enden wird. Aber in anbetracht der Situation das SPD-Nahe Amtstraeger, wie auch andere Politiker sich zunehmend mehr als Marionetten von diversen Medien Interessenverbaenden herraus stellen und ungefaehr so intelligent, flexibel wie auch kompromissbereit zeigen wie ein Sack Reis – fuehren mich zu der Vermutung das dieses Ende kein schoenes sein wird fuer alle.
Es ist frustrierend mit zu verfolgen wie Tag ein Tag aus die eigenen Rechte fuer ein paar $ oder € kastriert werden – und nichts passiert um es wirksam aufzuhalten (Ausgenommen einiger Interessenverbaende die nicht gerade eine Lobby simbolisieren).
Ein Mathelehrer brachte mir einst bei, das es fuer jedes Problem eine Loesung gibt.
Das gilt auch fuer die Politik. Flexibilitaet, Kompromissbereitschaft und ein wenig Mut neue Wege zu gehen ist der Pfad der eingeschlagen werden muss.
Ich bin ein Konsument, ich bin ein Steuerzahler, ich bin ein schoepfer Geistigen eigentums, ich bin ein Verbrecher? – Allein aus Prinzip verteile ich alles von mir geschaffene fuer low. Meistens noch nichteinmal fuer Geld sondern eine Schachtel Zigaretten oder mal eine Coke fuer Dienste fuer die andere unsummen kassieren wuerden. (An der Stelle spreche ich von Professionellem Webdesign)
Das Ziel sollte es werden die Leute zu entmundigen die ihrer eigenen Politik den todesstos geben. Es ist Zeit fuer einen Kurswechsel…
Mir ist durchaus bewusst das es nur wunschdenken ist. Aber ich sehne mich nach einer Epoche in der die Menschen sich nicht wie Egoistische Mistkaefer auffuehren und mal gemeinsam und fuereinander einstehen und das Geld nur sekundaeren Charakter erhaelt.
Lange Rede kurzer Sinn…
Politikverdrossen – Nein
Zufrieden mit der Situation – Nein
Zustimmung fuer den Nonsense von Frau Barbara Kisseler – Nein
Hoffnung fuer die Zukunft – Nein
Prognose – Es stehen dem Internet turbulente Zeiten bevor.
(Tut mir leid fuer das feahlen seamtlicher Sonderzeichen… bin derzeit (zum Glueck) nicht in Deutschland – daher keine Deutsche Tastatur)
Man bekommt einen wirklich komischen Eindruck von ihnen, Herr Stefan. Freuen Sie sich schon auf VDL als neuen chef? ;-)
@Bartosz
“Prognose – Es stehen dem Internet turbulente Zeiten bevor.”
Mach Dir keine Sorgen. Es gibt immer ältere Leute, die lange brauchen, um mit der Neuzeit zurecht zu kommen. Frau Kisseler hat nie was mit dem Internet gehabt. Das das was mit Kultur zu tun hat, ist ihr fremd. Dass Google alle Bücher der Welt online zur Verfügung stellen will, ist ihr unverständlch. Sie versteht nur, wnn man Bibliotheken baut, wo Bücher drin stehen, die man anfassen kann. Aber selbst damit kommt das Land Berlin schwer zurecht.
(Neulich hörte ich, dass die Senatskanzlei für die Verwaltung von 2,5 Mio Budget eine eigene Förderdatenbank entwickeln liess. Die haben kein Mass).
Die Älteren haben Angst vor dem Neuen, also rufen sie nach dem Staat: Kriminalisieren, verprügeln (wie beim Schahbesuch), Gefängnisse vollstopfen, Three-Strike, Abmahnen, Internetüberwachung wie in China und Iran (die SPD hat fleissig die Hand gehoben zum Zugangserschwerungsgesetz).
Aber irgendwann sterben die alten Leute aus. Dann ist Schluss mit Bimbes nach Kohl, dann ist Schluss damit, dass Bestechungsgelder von der Steuer abgesetzt werden können wie bei Kohl. Wenn die Alten meinen, sie könnten den Frtschritt aufhalten (und so wie Ursula von der Leyen Kinderornogafie im Netz lassen statt den Dreck zu löschen), dann gibt es halt eine Petition. 140.000 Bürger. Ratz Fatz. Dann könne die noch so viel Unsinn erzählen.
Die haben Angst vor dem Internet: Die wollen keine Kultur. Die wollen nur die Macht und die Kontrolle behalten. Aber die werden sich nicht durchsetzen. Die haben ihren Luhmann nicht zu Ende gelesen. Die werden eifnach von der Geschichte fortgewischt als Sand im Getriebe.
Und Du wirst sehen, dass das Wissen der Menschheit doch eines Tages komplett im Internet verfügbar ist. Ich mache den Eiertanz mit den Ewiggestrigen seit 1988 mit. Sie haben es nicht erhindern können. Sie sind Loser.
@41:
Nö.
Gut möglich, dass sie zumindest aus einem gewissen Eigeninteresse heraus, die Formulierung unkritisch/unhinterfragt so übernommen hat. Ich sehe persönlich konkret auch nur genau dieses eine Beispiel für eine Wortkonstruktion, welche die Bedingung “…dass etw. auf widerrechtlichem Wege hergestellt, gemacht wird” überhaupt erfüllt. Ihre weiteren angeführten Beispiele, treffen darauf jedenfalls nicht zu:
Raubbau – nicht per se widerrechtlich; allerdings nahezu immer in Zusammenhang mit einem Gewalt-Aspekt (gegen die Natur, natürliche Ressourcen oder die lokal ansässige Bevölkerung gerichtet)
Raubvogel/Raubfisch – allgemein jedes “Raubtier” zeichnet sich ebenso vor allem dadurch aus, dass es sich gewaltsam etwas nimmt, in diesem Falle jeweils das Leben des Beutetieres.
“Raub-” hat also im primären Sinne etwas mit Gewalt zu tun, weniger mit einem strafrechtlichem Bezug (ausser eben bei besagter, von mir kritisierter “Raubkopie”). Die Duden-Redaktion war hier zumindest nachlässig, falls nicht tatsächlich in Eigeninteresse.
Richtig. Der “Kampf” besagter Lobby mit absolut gleichlautender Argumentation ist ja auch schon viel älter als das Internet. Werfen Sie doch mal einen Blick in den Spiegel! Hier ist z.B. ein Artikel aus dem Jahre 1977 – der klingt wirklich aktuell, wenn man davon absieht, dass es dort um “Tonband-Kassetten” und nicht um Musik-Dateien geht:
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40915958.html
“Schaffe niemals ein Gesetz für den Einzelfall” (Winston Churchill)
Aber der ist ja schon längst tot…
@Dominic:
” Die Duden-Redaktion war hier zumindest nachlässig, falls nicht tatsächlich in Eigeninteresse.”
LOL. Nein, eigentlch muss ich *ROFL* sagen. Merken sie es noch? Ich sehe schon die Headline:
“Dudenredaktion manipuleriert Sprachempfinden aus wirtschaftlichem Interesse!”
Schnell, jetzt noch einen eigenen Blog gründen! Pulitzer wartet!
“”Raub-” hat also im primären Sinne etwas mit Gewalt zu tun, weniger mit einem strafrechtlichem Bezug (ausser eben bei besagter, von mir kritisierter “Raubkopie”).”
Was passiert denn beim “Mundraub”? Die gewaltsame Entfernung von Körperöffnungen? Ist der “Brautraub” als Hochzeitstradition nur unter massiver Gewaltanwendung gegen die Braut geduldet?
Ich sehe gerade, dass die Dudenredaktion infamerweise mein Dudenexemplar von 1998 enwendet hat, und mir ein täuschend echtes nachgedrucktes Exemplar untergejubelt hat im dem auch von einem “Raubdruck” die Rede war. Diese Schlingel haben doch glatt das schon hunderte Jahre bestehende Wort “Raubdruck” in die Geschichtschreibung nachträglich “eingefügt”.
Und den “Kunstraub” haben sie auch erfunden, bei dem ja – wie wir alle wissen- nicht wirklich regelmässig dutzende Leute ums Leben kommen.
“”Raub-” hat also im primären Sinne etwas mit Gewalt zu tun.”"
I dont think so.
Realität ist das, was nicht verschwindet, sebst wenn du aufhörst, daran zu glauben. (Phillip K.Dick)
Gruß,
Stefan
Ich merke, dass Sie offensichtlich versuchen, Ihre argumentativen Schwächen mittels aufgesetzter Belustigung zu kompensieren. Meinten Sie das?
Ich habe Ihre vorgebrachten Beispiele widerlegt, nun bringen Sie ein paar neue. Warum haben Sie zunächst die anderen gewählt, wenn sie diese nun für zutreffender halten? Ob sie das tatsächlich sind, werden wir gleich sehen.
Ich rede nicht von “Sprachempfinden”, sondern von inhaltlicher Bedeutung, die gerade in einer seriösen Diskussion hinterfragbar sein muss. Dass der Duden Wörter des allgemeinen Sprachgebrauchs mit in seinen Wortschatz übernimmt, ist hinlänglich bekannt. Das er es mit der Begriffserklärung dabei nicht allzu genau nimmt, verschafft ihm nun auch keinen gravierenden Vorteil gegenüber der aufkommenden Konkurrenz von Wikipedia/Wiktionary etc. pp.. Apropos – diese unkommerzielle Konkurrenz im Netz dürfte der Redaktion des Dudens ein ebensolcher Dorn im Auge sein, wie gewissen anderen Medienvertretern die Blogs oder die lizenzfreien Downloads. Insofern scheint der Verdacht des Eigeninteresses hier durchaus nicht ganz aus der Luft gegriffen. Aber das ist nicht weiter von Bedeutung.
Nein, dabei handelt es sich um einen (in Deutschland mittlerweile abgeschafften) Straftatbestand. Genau genommen ist es ein klassiches Diebstahlsdelikt, allerdings von so geringem Ausmass, dass es in der Regel nicht weiter verfolgt wird.
Ernsthaft? Also war das mit der “Raubkopie” wohl eher als Spass gemeint? Auch die auf einen Kinoabend einstimmenden Kampagnien wie “Raubkopierer sind Verbrecher” dienten dann mehr der Belustigung, anstatt der versuchten Einschüchterung von
potenziellenzahlenden Kunden? Nun, wenn dem so gemeint war, dann ging das aber gründlich daneben.@Stefan Herwig
“Raubkopien sind schädlich für den Kulturbetrieb, nicht nur für die Verwerter, sondern für Künstler selbst, damit also für den gesamten Kulturbetrieb.”
Wie kommen sie zu dieser Aussage? Raubkopien sind und waren schon immer ein Teil der Kultur (vergleichen sie mal dieverse Gedichte, Lieder oder Statuen der Antike) und gerade das Remixen von anderen Inhalten fördert gerade die Kulturvielfalt. Ein Verbot solchen Verhaltens ist alles andere als förderlich für den Kulturbetrieb. Sie scheinen hier Kultur mit Gewinn zu verwechseln, das sind aber zwei vollkommen unabhängige Dinge.
Man muss weiterhin beachten, dass das Urheberrecht als solches Kulturgeschichtlich eher eine neuere Entwicklung ist und dessen Erfindung seltsamerweise gerade in eine Zeit fällt, die heute allgemein als ein Rückgang bzw. Verlust der Kultur bekannt ist (das sogenannte dunkle Mittelalter). Bis zu diesem Zeitpunkt war Kultur etwas, dass allen gehörte und wo jeder mitmachen konnte. Erst die Einführung von Begriffen, wie “geistiges Eigentum”, und des Urheberrechtes hat diese Kulturvielfalt stark eingeschränkt. Und das hat sich bis heute nicht geändert, obwohl unsere Kultur schon seit jeher auf dem Aufbaut, was andere an “geistigem Eigentum” erfunden haben. Auch ein Künstler heute erfindet seine Werke nicht selber, die Konzepte (wie Instrumente, Farben, Malstile, Schrift und so weiter) wurden schon vor Jahrhunderten erfunden und werden heutzutage selbstverständlich von jedem Künstler “raubkopiert”. Genau dieses “raubkopieren” ist die Basis dessen, was wir Kultur nennen. Ansonsten müsste jeder Mensch wortwörtlich erst einmal “das Rad neu erfinden”.
“Sie addressiert, dass Raubkopien schädlich sind, [ ... ]”
Nein, sie adressiert es nicht, sie behauptet es einfach. Allerdings gibt es dazu keinerlei belegbare Fakten, weswegen sie vermutlich auch keine Fakten nennt, sondern ihre Behauptung so stehen lässt.
Im Gegenteil ist sogar vor kurzem eine Studie des amerikanischen Rechnungshofes zu dem Ergebnis gekommen, dass illegales Filesharing keinen messbaren Einfluss auf die legalen Verkäufe hat.
> http://www.gao.gov/new.items/d10423.pdf
Eine britische Studie geht sogar noch weiter. In ihr wird dargestellt, dass Nutzer von Filesharing Diensten sogar mehr Geld für legale Angebote ausgeben, als andere.
> http://www.heise.de/newsticker/meldung/Studie-Filesharer-geben-mehr-Geld-fuer-Musik-aus-847907.html
Die Fakten sprechen also ganz klar gegen ihre unbelegten Behauptungen.
Raubkopien
Michaelangelo würde heute richtig Stress kriegen mitd er Sozinahen “Senatskanzleiterin” in Berlin. Seine vielen Kopien vom David passen überhaupt nicht zu dem verkrüppelten, bürgerverhöhnenden Kulturbegriff der Dame, die nur die Dollarzeichen im Augen hat und Knete mit Kultur verwechselt. Wir können dankber sein, dass diese Kulturbanusen keinen politischen Einfluss haben und künftig politisch einfach tot sind.
Süss finde ich auch, dass man mangelnden Markterfolg als Marktversagen deutet udn nach sozialistischen Staatsmassnahmen ruft, wenn man es als Loser nicht schafft.
Ich für meinen Teil kann dagegen gut damit leben, wenn echte Kultur mit hohen Marktchancen wie der “Don Giovanni” in ARTE von meinen GEZ-Gebühren udn Steuern finanziert für alle im Fernsehen und im Internet kostenlos abgestrahlt wird.
Das ist mir lieber als die Three-Strike-Fantasien der Kultur-Bolschewiken. Freiheit statt Jakobiner!
Es ist umgekehrt: Diejenigen die mehr Musik konsumieren, also kaufen, machen auch mehr Gebrauch von Filesharing Diensten. Das liegt schlicht und einfach an dem erhöhten Interesse an Musik, ist doch logisch, oder?
Mich wundert, dass niemand auf den eigentlichen neuen Aspekt eingeht, sie sagt nämlich, dass es ihr um die Verhältnismäßigkeit der Mittel geht!!!!
Die Diskussion um Begriffe wie “Raubkopie” ist doch tausendfach geführt und bringt rein garnichts.
In einer Welt, in der Kulturkommissare darüber entscheiden welcher Autor, Künstler etc. gefördert wird und welcher nicht, möchte ich nicht leben. Das wäre aber die bedauerliche Konsequenz wenn sich Investitionen in den Aufbau ebendieser Autoren, Künstler etc. nicht mehr lohnen.
Ein Geschäftsmodell zu schützen wird auch nicht bedeuten, dass es keine Musik etc mehr umsonst gäbe, die kostenlose Abgabe zu Promotionzwecken ist längst Teil des Business.
Mir ist hier zuviel Polemik in der Debatte und ich vermisse die differenzierte Betrachtung um das richtige Maß des Verhältnisses von Schutz und Freiheit.
Beides ist doch nötig, das liegt doch auf der Hand, eine absolute Wahrheit auf einer der beiden Seiten gibt es nur für Ideologen. Der gesellschaftliche Konsenz muss doch zwischen diesen beiden “Wahrheiten” gefunden werden.
@47
Ich habe andere Beispiele gewählt, weil Sie ihre Kriterien verändert hatten. In ihrem Post 38 stellten sie Raubkopie als erstmals juristischen kodifizeirten Begriff dar. Ich habe bewiesen, dass die Vorsilbe “Raub” auch sprachlich ausserhalb des juristischen Kontextes besteht.
Dann ÄNDERTEN sie ihre Argumentation, und meinten Raub habe prinzipiell etwas mit “Gewalt” zu tun, und lediglich die Raubkopie wäre die einzige Ausnahme davon. Dazu lieferte ich wiederum Gegenbeispiele die zeigten, dass dem nicht so ist. Es ist genauso wie der Duden sagte, raub ist eine Vorsible, die etwas mit unkontrollierter Aneignung zu tun hat.
Aber sie türmen ihr groteskes Argumentationsgebilde weiter, und verwerfen jetzt nach Bitkom sogar den Duden als sprachliche Autorität, und ihre Argumentationen halten zu können. Das spottet jeder Beschreibung.
Ebenfalls scheinen Sie zu vergessen in welchen Implikationen sie noch vor zwei beiträgen argumentiert haben, und hüpfen von einem fadenscheinigen Argument zum nächsten, vergessen selbst in welchem Kontext sie argumentieren. Das hat in etwa den Wert, als würde man mit einem Alzheimerpatienten diskutieren.
Sie belegen damit leider nur ihre eigene Verblendung. Ich hielt es ja eigentlich für übertrieben, als Jaron Lanier von einem nahezu religiösem Fanatismus der digitalen Maoisten sprach, aber mittlerweile glaube ich, dass das leider doch zutrifft.
@48
Vielen Dank für diese erfrischende Sichtweise. Sie fordern zwar den freien Zugang zu Informationen, aber leider setzen Sie noch nicht einmal die bereits vorhandenen richtig ein. Das lässt tief blicken.
http://de.wikipedia.org/wiki/Dunkle_Jahrhunderte_%28Mittelalter%29
Das Urheberrecht ins Frühmittelalter zu verfrachten ist echt eine Aussage, die jeglicher Grundlage entbehrt: Bitte Argumentiern sie nicht mit geschichtlichen Zusammenhängen, wenn sie diese nicht ansatzweise verstehen.
Gruß,
Stefan
Das Internet als Rechtsfreier Raum
Auch Barbara Kisseler hat endlich das Internet entdeckt. Sie hält es in ihrer Naivität für einen rechtsfreien Raum (die nennt es “Freie Wildbahn”). Sie glaubt im Internet können Politiker alles das Veranstalten zu können, was Politikern ausserhalb des Internets durch Gesetze verwehrt bleibt.
Das veranstaltet die Verwerterindustrie doch immer so nette Happennigs, spendet gar so freudig, da möchte man denen doch helfen, dass man das bekommt, was einem ausserhalb des Internets verwehrt bleibt.
Wie wäre es doch schön gewesen, wenn wegen des Urheberrechts die Verwerterindustrie jeden Brief, jedes Päckchen öffnen dürfte, in jede CD, in jede DVD der guten Sache wegen reinsehen dürfte. Endlich käme man dem Übel alles Bösen näher. Die Service Provider (Deutsche Post AG, PIN AG (gibt’s die noch?) müssten natürlich ihren Beitrag leisten und überall reinsehen. Weil sie sonst die Schäden, die die Transporteure aus behaupteten entgangenen Umsätzen festsetzen, als Störer haften müssten. Auch könnte man auch gleich die Versender und Empfänger von Raubkopien und Kinderpornografie identifizieren, das Material beschlagnahmen und der katholischen Kirche für Bedürftige spenden.
Und wer die Gesetze dreimal nicht einhält, den schließen wir lebenslang vom Postempfang aus. Damit er es lernt.
Allein, diese widerlichen Rechtsbrecher verstecken sich in ihrer Abartigkeit hinter Briefgeheimnis, Verfassung und so einen uncoolen Kram. Weigern sich den Staat dafür arbeiten zu lassen, was die Musikindustrie auf dem Markt nicht erreicht, mit staatlicher Gewalt einzutreiben: Volkswohl sozusagen, ich liebe Euch alle.
Na gut. Wenn wir die harte Nummer mit der Post nicht hinbekommen, dann gehen wir halt ins Internet. Da ist der rechtsfreie Raum, da ist die freie Wildbahn, da dürfen Politiker alles: Störerhaftung, Websperren. Threestrikes, Vorratsdatenspeicherung (warum gibts die bei der Post eigentlich immer noch nicht). China, Iran: Wir kommen! Lasst uns sein wie Ihr: 1,3 Milliarden Chinesen können nicht irren. Die freie Wildbahn, der rechtsfreie Raum! China hat es geschafft: 1,3 Mrd Menschen sind frei von Rechten. Hurra!
@Stefan Herwig
Diese Aussage ist gleich doppelt falsch. Zum einen ist Post 38 von Ihnen (Sie meinten wohl Ihr Zitat meines Posts Nr 36) – zum anderen habe ich lediglich den Begriff “Raubkopie” als unseriösen Propaganda-Begriff identifiziert und dies mit seiner juristischen Unhaltbarkeit belegt. Die Verwendung eines solchen Begriffes impliziert aus hinreichend dargelegten Gründen immer eine tendenziöse Absicht, die auf einen ideologischen Hintergrund schliessen lässt.
Daraufhin meinten Sie mir, den Duden zitierend, das Gegenteil beweisen zu wollen, mit folgendem Zitat:
Wenn Sie den Inhalt der obigen Aussage mit Ihren, dies angeblich unterstreichenden Beispielen vergleichen, dürfte offensichtlich werden, dass diese allesamt zumindest untauglich sind. Weder ein Raubtier, noch zwingend der Raubbau hat einen Bezug zu Handlungen, wo etw. auf widerrechtlichem Wege hergestellt, gemacht wird. Dies trifft übrigens auch auf Ihre zweispäter nachgeschobenen Beispiele zu, da der Straftatbestand des Mundraubes veraltet ist und das Brauchtum des “Brautraubes” nun gar keinen Zusammenhang mehr zu irgendwelchen “widerrechtlichen Handlungen” aufweist. (Übrigens: Juristisch gesehen wäre eine solche Handlung – ernsthaft ausgeführt – etwas zwischen Entführung und Geiselnahme, weil Diebstahlsdelikte generell nicht auf lebende Personen anwendbar sind.)
Insofern finde ich für die Erklärung des Dudens immernoch nur genau ein wirklich treffendes Beispiel: Das der “Raubkopie” und vielleicht noch den in der selben Konnotation abgefassten “Raubdruck”, was effektiv aufs Gleiche rauskommt. Abgesehen von diesen bekannten und bewusst missverständlich konstruierten Kampfbegriffen, hat für mich die Herleitung des Stammwortes raub immernoch in erster Linie etwas mit aktiv ausgeführter Gewalt zu tun, wie es ja auch im juristischen Sinne interpretiert wird.
Jetzt versteigen Sie sich auch noch völlig auf die Ebene des persönlichen Angriffs. Das ist umso badauerlicher, da Sie selbst solches bei anderen Kommentatoren eingangs moniert hatten:
(Zitat Stefan Herwig, Post 25)
Es werden wieder Bücher im Land verbrannt.
“WDR startet “das große Löschen
Der WDR hat nach eigenen Angaben unter dem Aufhänger “das große Löschen” mit der zweiten Welle der Anpassung seines Online-Auftrittes an die Vorgaben des 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrags begonnen. “80 bis 90 Prozent der Internetbeiträge” müssten im Rahmen der Aktion von den Servern des größten ARD-Senders gelöscht werden, heißt es bei den Kölnern.”
http://www.heise.de/newsticker/meldung/WDR-startet-das-grosse-Loeschen-1014623.html
@ Jan Dark:
Mein lieber Scholli – den Rundfunkstaatsvertrag mit Nazi-Aktionen zu vergleichen – da gehört schon einiges zu.
Zu Deiner Beruhigung: Der WDR könnte alles, wenn er möchte, über seine Vermarktungstochter werbefinanziert auch länger ins Netz stellen.
Und: Was hat das jetzt eigentlich mit dem Thema des obigen Textes zu tun?
Bücherverbrennungen
Über Bücherverbrennungen und die Nazis solltest Du Dich informieren. Kaiser Diokletian war nachweislich kein Nazi :
http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCcherverbrennung
“Was hat das jetzt eigentlich mit dem Thema des obigen Textes zu tun?”
Die Internethasser gebärden sich, als wenn das Internet ein rechtsfreier Raum wäre. Kulturgut wird gelöscht, so wie früher immer missliebige Bücher verbrannt wurden. Die Internethasser haben kein Interesse daran, dass das Kulturgut der Menschheit der Menschheit auch zur Verfügung steht. Sie sperren Leiber Leute aus (Three Strike Model) wie die Berliner Senatskanzleichefin anstatt Kultur zu den Menschen zu bringen. Internethasser hassen auch die Kulturflatrate. Ich habe mit meinen Gebühren das Angebot beim WDR mitfinanziert, aber die Internethasser und Kulturhasser gönnen mir nicht den Zugriff darauf. Diese Menschen sind nicht zukunftsfähig. Man kann nur hoffen, dass ihr zynischer und perverser Kulturbegriff möglichst bald biologisch durch Aussterben der Internethasser gelöst wird.
Berliner Internethasser aus der SPD laufen Amok
Es ght weiter. Es ist nicht nur die Leiterin der Staatkanzlei: der Hass auf das Internet und die Zerstörungswut haben die ganze Berlin SPD erfasst. Das Internet wird offen zum rechtsfreien Raum. Eine Alterskennzeichnungspflicht für Content konnt man weder bei der Papierpresse noch beim Briefversand durchsetzten. Aber im Internt glauben die Internethasser von der SPD, sie könnten machen was sie wollen. Man muss sich ja wundern, dass die CDU gesagt hat, dass sie so einen hasserfüllten Blödsinn nicht mitmachen, sondern erst mal die Enquete-Kommission abwarten will.
“Nur noch kleine Korrekturen bei Reform des Jugendmedienschutzes”
…
“Dagegen fand die Kritik aus Landesparlamenten an Kernpunkten wie einer Alterskennzeichnung für alle Online-Inhalte und Filtermöglichkeiten für Erziehungsberechtigte kein Gehör. Bloggern oder Forenanbietern würden die gleichen Maßgaben auferlegt wie großen Content-Produzenten, hatten Medienpolitiker des Berliner Abgeordnetenhauses im April bemängelt. Die Einwände seien praktisch verworfen worden, da sie in der Kommission nicht als mehrheitsfähig gegolten hätten, erklärte Helbig.”
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Nur-noch-kleine-Korrekturen-bei-Reform-des-Jugendmedienschutzes-1014188.html
Diese Menschen sind nicht mehr regierungsfähig. Sie sind in ihrem Hass auf das Internet und ihrem Glauben, dort einen rechtsfreien Raum vorzufinden, in dme sie sich hemmungslos austoben können, gefährlich.
[...] » Berliner Staatskanzleichefin fordert Ende der freien Wildbahn im Internet [...]