Netzlese
Robin Meyer-Lucht | 4 Kommentar(e)
Michael Seemann mit einer kleinen Eloge auf die “Gabeninfrastruktur” von Flattr.
21.05.2010 |
Michael Seemann lobt Flattr auf CRTL-Verlust als Startup, dass die neuen Bedingungen des Publizierens mit einer neuen Vergütungslogik kombiniert habe:
Flattr berücksichtigt sowohl die Asynchronität der Gabe und die Unmöglichkeit ihrer Rückerstattung, als auch die Freiwilligkeit und Freizügigkeit des Schenkens. Flattrn ist anonym, der Geflattrte weiß nicht, von wem er beschenkt wird, was das Flattern widerum zum echten Geschenk macht. Es versucht eben keinen “Preis” für den Artikel zu “bestimmen” oder irgendwie ausfindig zu machen. Flattrn ist kein Zurückgeben, aber auch keine Spende. Es ist wie Bloggen ein freies Schenken. Es bietet eine Gabeninfrastruktur die einer Spiegelung der Gabeninfrastruktur von Blogs nahe kommt.
Flattr gibt den Lesern von Blogs ein einfach zu bedienendes, schnell einsetzbares Tool in die Hand, mit der sie das Geschenk eines Blogartikels erwidern können, ohne das Geschenk als Geschenk zu neutralisieren. Damit erkennt es die Emanzipation des Lesers, wie den Kontrollverlust des Senders vollkommen an. Flattr ist das vielleicht erste Beispiel eines Startups, das die neuen Bedingungen des Publizierens verstanden und sie mit der monetären Sphäre so verbunden hat.


Hallo,
“bloggen” mit einer altruistischen Schenke-Werthaltung zu vergleichen ist nicht nur schwülstig, sondern falsch. Man kann sehr wohl bloggen, ohne den Menschen etwas schenken zu wollen: die eigene Meinung öffentlich zu verbreiten ist nicht immer ein Geschenk an die anderen.
Flattr scheint mir, eine nette Erfindung zu sein, um (finanzielle) Aufmerksamkeiten im Internet zu verteilen. Wo Geld, da auch… Der Empfänger wird das verbuchen können, der Absender kann seinen Einsatz nicht als Spende verbuchen, es sei denn ein passendes Verfahren kommt dazu. Z.B. flattr-en auf Seiten gemeinnütziger Organisationen, da müßte dem Absender der gemeinnützig-anteilige Einsatz bescheinigt werden.
“flattr” kommt also von “flatrate”, auf Deutsch: Dem Empfänger flattert Einiges aufs Konto. Laut http://flattr.com ist das noch ein Beta-System. Bei Wiki gibt es eine englische Seite http://en.wikipedia.org/wiki/Flattr , aber die deutsche Seite http://de.wikipedia.org/wiki/Flattr wurde am 26.04.2010 gelöscht (wg. Beta usw.).
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