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Sandra Mamitzsch

Jede Stunde Abwartens ist verantwortungslos

Sandra Mamitzsch | 4 Kommentar(e)


Wäre nicht gerade Wahlkampf – Deutschland hätte die Bürgschaft für die Kredite für Griechenland wohl schon längst übernommen. Michael Spreng erinnert daran, dass auch Deutschland in den Strudel gerissen werden könnte.

29.04.2010 | 

Populismus hat gerade Hochkonjunktur:

Wir Deutsche glauben nach wie vor, wir seien besser, fleißiger, steuerehrlicher und disziplinierter als die Griechen und könnten uns deshalb erlauben, mit chauvinstischem Hochmut auf das Mittelmeer-Volk herabzusehen und ihm seine Politik vorzuschreiben, statt Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten.

Michael Spreng erinnert daher an die faktische Ausweglosigkeit der griechischen Krise und fordert:

In jedem Deutschen steckt ein Grieche – zumindest ein kleiner. Deshalb wird es Zeit, vom hohen Ross herunterzukommen und endlich die Bürgschaften für die Kredite der KfW-Bank an die Griechen zu gewähren, bevor weitere Länder, der Euro, die Europäische Währungsunion und am Ende auch Deutschland in den Strudel gezogen werden.

Das wäre auch möglich, wenn nicht in zwölf Tagen in Nordrhein-Westfalen gewählt würde. Alle Parteien haben Angst vor dem Zorn der Wähler, dabei haben sie den Zorn durch unverantwortliche Äußerungen (“Die Griechen sollen ihre Inseln verkaufen”) und durch ihr Abwarten selbst geschürt.

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4 Kommentare

  1. Tweets that mention Jede Stunde Abwartens ist verantwortungslos — CARTA -- Topsy.com |  29.04.2010 | 18:19 | permalink  

    [...] This post was mentioned on Twitter by Carta. Carta said: Jede Stunde Abwartens ist verantwortungslos http://goo.gl/fb/VovIU [...]

  2. Falk D. |  30.04.2010 | 11:28 | permalink  

    Die Frage nach einem Staatsbankrott als Möglichkeit, der Fähigkeit der Griechen überhaupt etwas zurückzuzahlen oder der indirekten Folgen einer Bürgschaft wurde allerdings nicht ausreichend beleuchtet. Was ist danach mit Portugal, Spanien, Italien, Irland, …? Wie reagiert der Markt, wenn man ihn seines Imunsystems beraubt und die Zockerbanken ein weiteres mal deckt? Was bedeutet es für den Euro, wenn alle Bedingungen des Vertrags von Maastricht im Zweifelsfall außer Kraft sind?

    Mittlerweile sind Prof. Wilhelm Hankels Thesen derartig präzise eingetreten, dass es schon gerade zu erstaunt, wie er damals von den Pro-Euro-gleichgeschalteten Banken und Medien als Spinner diffamiert werden konnte, wobei die Betrachtung der Vergangenheit nur soweit hilft, wie sie Handlungsanleitungen für die Zukunft hergibt.
    Entweder geben die Staaten ihre Finanzhoheit nahezu auf, was aber angesichts des Legitimationsdefizit der Kommission ausscheidet, oder der Vertrag von Maastricht muss mit einer Ausstiegs- und Ausschlussmöglichkeit erweitert werden.

  3. Paul Ney |  30.04.2010 | 12:31 | permalink  

    “Sprengsatz” — ein wirklich einfallsreicher Name! Ich habe mir auch weitere “Sprengsätze” angeschaut, die Anekdote “Wer abends saufen kann…” http://www.sprengsatz.de/p=2870 (“ein langer Abend beim Griechen…”) vermittelt den weisen ;-) Spruch “Wer abends saufen kann, kann auch morgens aufstehen”. Freie Getränke (von Wein bis zum Schnaps) für jede Partei-Wahlparty in NRW wäre auch eine Lösung ;-)

  4. Die Griechen sind echt die besten: Pleite, Beamten Saus und Braus, und wir sind Geizig .. | Griechen, Warum, Soweit, Nachtjournal, Ihnen, Abstriche | Blokster.de |  02.05.2010 | 15:33 | permalink  

    [...] könnte jetzt auf etliche theatralische Aspekte des Seins eingehen – möchte ich jetzt aber nicht unbedingt. Vielmehr wäre da ein Aspekt, der mich [...]

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