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	<title>Kommentare zu: Innenministerium verz&#246;gert Neubewertung von Lobbyisten-Einsatz</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Von: vera</title>
		<link>http://carta.info/23524/innenministerium-verzoegert-neubewertung-von-lobbyisten-einsatz/comment-page-1/#comment-10943</link>
		<dc:creator>vera</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Mar 2010 18:55:55 +0000</pubDate>
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		<description>Es gibt eine gemeinsame Aktion von &lt;a href=&quot;http://www.campact.de/parteien/home&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;Campact&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;http://www.lobbycontrol.de/blog/index.php/2010/03/aktion-mehr-transparenz-beim-partei-sponsoring/&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;LobbyControl&lt;/a&gt; und &lt;a href=&quot;http://www.transparency.de/Aufruf-Mehr-Transparenz-in-de.1587.0.html&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;Transparency International&lt;/a&gt; gegen zweifelhaftes Parteien-Sponsoring.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt eine gemeinsame Aktion von <a href="http://www.campact.de/parteien/home" rel="nofollow">Campact</a>, <a href="http://www.lobbycontrol.de/blog/index.php/2010/03/aktion-mehr-transparenz-beim-partei-sponsoring/" rel="nofollow">LobbyControl</a> und <a href="http://www.transparency.de/Aufruf-Mehr-Transparenz-in-de.1587.0.html" rel="nofollow">Transparency International</a> gegen zweifelhaftes Parteien-Sponsoring.</p>
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		<title>Von: André Rebentisch</title>
		<link>http://carta.info/23524/innenministerium-verzoegert-neubewertung-von-lobbyisten-einsatz/comment-page-1/#comment-10871</link>
		<dc:creator>André Rebentisch</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Mar 2010 13:19:11 +0000</pubDate>
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		<description>Ein Lobbyregister ist eine gut gemeinte aber praktisch schlechte Idee. Das zeigt das Lobbyregister auf europ&#228;ischer Ebene. Das Hauptproblem ist, dass es die Assoziationsfreiheit bedroht, und Interessenvertretung von regul&#228;ren Vereinen und B&#252;rgerinitiativen diskriminiert. Ohnehin haben wir seit dem Preussischen Landrecht eine sehr restringierte obrigkeitsstaatliche Praxis im Vereinsrecht was &quot;politische Bet&#228;tigung in Vereinen&quot; betrifft.

Was meine ich zum Beispiel? Um einen Anreiz f&#252;r die Registrierung zu schaffen, die hier angesprochenen Verb&#228;nde fordern gar eine Zwangsregistrierung, werden nun nicht-registrierte Vereinigungen bei EU-Konsultationen wie Einzelpersonen behandelt, also in eine andere Kategorie einsortiert, die &#252;blicherweise ignoriert wird. Um sich registrieren zu lassen, muss die Organisation meines Wissens ein B&#252;ro in Br&#252;ssel haben und &#252;ber bestimmte operative Strukturen verf&#252;gen. Ein normaler deutscher Verein z.B. kann daher praktisch nicht mehr gleichrangig an einer Konsultation in eigner Sache teilnehmen. Ist er gemeinn&#252;tzig, ist eine Registrierung als Interessenvertretung sch&#228;dlich aus steuerrechtlichen Gr&#252;nden. Praktisch werden b&#252;rokratische H&#252;rden f&#252;r die zivilgesellschaftliche Mitwirkung aufgestellt, die von professionalisierten Akteuren mit Leichtigkeit genommen werden. Mir ist kein Fall bekannt, in denen jemand das Register konsultiert hat, um etwas Informatives &#252;ber einen Akteur heraus zu finden.

https://webgate.ec.europa.eu/transparency/regrin/welcome.do

Wer sich registriert muss auch den Code of Conduct zeichnen, man hat gar keine M&#246;glichkeit, das zu verweigern. Darin steht Unsinn wie z.B.

http://ec.europa.eu/commission_barroso/kallas/doc/joint_statement_register.pdf

&quot;...not sell to third parties copies of documents obtained from Parliament or
Commission;&quot;

Was nach EU-Recht vollkommen legitim ist, da die Schriften gemeinfrei sind, und anderes belangloses Zeug, das z.T. im Widerspruch zu geltendem Recht steht im Sinne einer sanktionierten Selbstverpflichtung.

Wenn wirklich etwas ge&#228;ndert werden soll:
* Besondere Transparenzpflichten bzgl. der T&#228;tigkeit von Akteuren aus Drittstaaten. 
* Klare Regeln f&#252;r PPP und beh&#246;rdenexterne Consultants und Vertragspartner

Der Denkfehler: Ob ein Dienstleister eine Gesch&#228;ftsstelle in Geb&#228;uden eines Ministeriums hat, ist nur eine formale Frage, die dann relevant ist, wenn die Integrit&#228;t der Beh&#246;rde beeintr&#228;chtigt wird. Es reicht vollkommen, wenn die offensichtlich inakzeptablen Praktiken unterbunden und dokumentiert werden, jede Erbsenz&#228;hlerei besch&#228;ftigt allenfalls die B&#252;rokraten.

Wir jammern auf hohem Niveau, &#252;ber solche Merkw&#252;rdigkeiten stolpert man bei der EU-Kommission: http://bit.ly/9UrQ4P</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Lobbyregister ist eine gut gemeinte aber praktisch schlechte Idee. Das zeigt das Lobbyregister auf europ&#228;ischer Ebene. Das Hauptproblem ist, dass es die Assoziationsfreiheit bedroht, und Interessenvertretung von regul&#228;ren Vereinen und B&#252;rgerinitiativen diskriminiert. Ohnehin haben wir seit dem Preussischen Landrecht eine sehr restringierte obrigkeitsstaatliche Praxis im Vereinsrecht was &#8220;politische Bet&#228;tigung in Vereinen&#8221; betrifft.</p>
<p>Was meine ich zum Beispiel? Um einen Anreiz f&#252;r die Registrierung zu schaffen, die hier angesprochenen Verb&#228;nde fordern gar eine Zwangsregistrierung, werden nun nicht-registrierte Vereinigungen bei EU-Konsultationen wie Einzelpersonen behandelt, also in eine andere Kategorie einsortiert, die &#252;blicherweise ignoriert wird. Um sich registrieren zu lassen, muss die Organisation meines Wissens ein B&#252;ro in Br&#252;ssel haben und &#252;ber bestimmte operative Strukturen verf&#252;gen. Ein normaler deutscher Verein z.B. kann daher praktisch nicht mehr gleichrangig an einer Konsultation in eigner Sache teilnehmen. Ist er gemeinn&#252;tzig, ist eine Registrierung als Interessenvertretung sch&#228;dlich aus steuerrechtlichen Gr&#252;nden. Praktisch werden b&#252;rokratische H&#252;rden f&#252;r die zivilgesellschaftliche Mitwirkung aufgestellt, die von professionalisierten Akteuren mit Leichtigkeit genommen werden. Mir ist kein Fall bekannt, in denen jemand das Register konsultiert hat, um etwas Informatives &#252;ber einen Akteur heraus zu finden.</p>
<p><a href="https://webgate.ec.europa.eu/transparency/regrin/welcome.do" rel="nofollow">https://webgate.ec.europa.eu/transparency/regrin/welcome.do</a></p>
<p>Wer sich registriert muss auch den Code of Conduct zeichnen, man hat gar keine M&#246;glichkeit, das zu verweigern. Darin steht Unsinn wie z.B.</p>
<p><a href="http://ec.europa.eu/commission_barroso/kallas/doc/joint_statement_register.pdf" rel="nofollow">http://ec.europa.eu/commission_barroso/kallas/doc/joint_statement_register.pdf</a></p>
<p>&#8220;&#8230;not sell to third parties copies of documents obtained from Parliament or<br />
Commission;&#8221;</p>
<p>Was nach EU-Recht vollkommen legitim ist, da die Schriften gemeinfrei sind, und anderes belangloses Zeug, das z.T. im Widerspruch zu geltendem Recht steht im Sinne einer sanktionierten Selbstverpflichtung.</p>
<p>Wenn wirklich etwas ge&#228;ndert werden soll:<br />
* Besondere Transparenzpflichten bzgl. der T&#228;tigkeit von Akteuren aus Drittstaaten.<br />
* Klare Regeln f&#252;r PPP und beh&#246;rdenexterne Consultants und Vertragspartner</p>
<p>Der Denkfehler: Ob ein Dienstleister eine Gesch&#228;ftsstelle in Geb&#228;uden eines Ministeriums hat, ist nur eine formale Frage, die dann relevant ist, wenn die Integrit&#228;t der Beh&#246;rde beeintr&#228;chtigt wird. Es reicht vollkommen, wenn die offensichtlich inakzeptablen Praktiken unterbunden und dokumentiert werden, jede Erbsenz&#228;hlerei besch&#228;ftigt allenfalls die B&#252;rokraten.</p>
<p>Wir jammern auf hohem Niveau, &#252;ber solche Merkw&#252;rdigkeiten stolpert man bei der EU-Kommission: <a href="http://bit.ly/9UrQ4P" rel="nofollow">http://bit.ly/9UrQ4P</a></p>
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