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	<title>Kommentare zu: Obama nach der Senats-Nachwahl: Party over</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Von: John Dean</title>
		<link>http://carta.info/22010/senatswahl-masschusetts-obama/comment-page-1/#comment-9195</link>
		<dc:creator>John Dean</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Jan 2010 17:42:01 +0000</pubDate>
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		<description>Bei uns auf Arbeit hat sich schon vor 12 Monaten die Sitte eingeschlichen, auf ein &quot;Yes you can&quot; oder &quot;Yes we can&quot; mit &quot;Du mich auch!&quot; zu antworten.

Au&#223;erhalb von Au&#223;en- und Milit&#228;rpolitik ist das politische Instrumentarium eines US-Pr&#228;sidenten eben doch relativ begrenzt. Es war nicht zu erwarten, dass die Amerikaner in Zeiten einer tief greifenden &#246;konomischen Krise mit grenzenloser und unbefristeter Liebe zu Obama reagieren werden - aber immerhin hat er noch die Sympathie von rund der H&#228;lfte der US-Bev&#246;lkerung. Die Blockade-Politik der Republikaner wird sein politisches Leben schwer machen und ihm eventuell ein &#228;hnlich trostloses Schicksal wie Jimmy Carter bescheren.

Die Devise &quot;Yes we can&quot; bedeutet auch, zumal in einer Demokratie, dass sich der politische Gegner auf Kompromisse einl&#228;sst. Wo jedoch ein Klima der Kompromisslosigket und Hetze herrscht, bei dem Reformen im Gesundheitswesen auf g&#228;nzlich &#252;bergeschnappte Art (und sehr verbreitet ...) als &quot;communism&quot; oder &quot;socialsm&quot; diffamiert werden, da ist das Regieren erschwert.

In unserem Land w&#252;rden Publizisten wie Ann Coulter oder Rush Limbaugh zurecht ins Gef&#228;ngnis wandern und etwa die H&#228;lfte der Kommentatoren von Fox News als Extremisten gelten.

Die USA sind da anders. Die Unvers&#246;hnlichkeit und bis zum Extremismus versch&#228;rfte Aggressivit&#228;t der politischen Rechten in den USA erkl&#228;ren vor dem Hintergrund eines weit reichenden publizistischen Einflusses deartiger Str&#246;mungen auch, warum es dort ein demokratischer Pr&#228;sident stets schwer haben wird.

Ich sehe nicht, dass Obama in seiner Amtsf&#252;hrung bislang allzu viele Fehler gemacht hat. Sein Macht- und Ansehensverlust hat meines Erachtens eher mit der politischen Konstitution der USA zu tun als damit, wie er das Pr&#228;sidentenamt ausf&#252;llt.

Bislang finde ich diesen amerikanischen Pr&#228;sidenten erfreulich. Nach wie vor.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Bei uns auf Arbeit hat sich schon vor 12 Monaten die Sitte eingeschlichen, auf ein &#8220;Yes you can&#8221; oder &#8220;Yes we can&#8221; mit &#8220;Du mich auch!&#8221; zu antworten.</p>
<p>Au&#223;erhalb von Au&#223;en- und Milit&#228;rpolitik ist das politische Instrumentarium eines US-Pr&#228;sidenten eben doch relativ begrenzt. Es war nicht zu erwarten, dass die Amerikaner in Zeiten einer tief greifenden &#246;konomischen Krise mit grenzenloser und unbefristeter Liebe zu Obama reagieren werden &#8211; aber immerhin hat er noch die Sympathie von rund der H&#228;lfte der US-Bev&#246;lkerung. Die Blockade-Politik der Republikaner wird sein politisches Leben schwer machen und ihm eventuell ein &#228;hnlich trostloses Schicksal wie Jimmy Carter bescheren.</p>
<p>Die Devise &#8220;Yes we can&#8221; bedeutet auch, zumal in einer Demokratie, dass sich der politische Gegner auf Kompromisse einl&#228;sst. Wo jedoch ein Klima der Kompromisslosigket und Hetze herrscht, bei dem Reformen im Gesundheitswesen auf g&#228;nzlich &#252;bergeschnappte Art (und sehr verbreitet &#8230;) als &#8220;communism&#8221; oder &#8220;socialsm&#8221; diffamiert werden, da ist das Regieren erschwert.</p>
<p>In unserem Land w&#252;rden Publizisten wie Ann Coulter oder Rush Limbaugh zurecht ins Gef&#228;ngnis wandern und etwa die H&#228;lfte der Kommentatoren von Fox News als Extremisten gelten.</p>
<p>Die USA sind da anders. Die Unvers&#246;hnlichkeit und bis zum Extremismus versch&#228;rfte Aggressivit&#228;t der politischen Rechten in den USA erkl&#228;ren vor dem Hintergrund eines weit reichenden publizistischen Einflusses deartiger Str&#246;mungen auch, warum es dort ein demokratischer Pr&#228;sident stets schwer haben wird.</p>
<p>Ich sehe nicht, dass Obama in seiner Amtsf&#252;hrung bislang allzu viele Fehler gemacht hat. Sein Macht- und Ansehensverlust hat meines Erachtens eher mit der politischen Konstitution der USA zu tun als damit, wie er das Pr&#228;sidentenamt ausf&#252;llt.</p>
<p>Bislang finde ich diesen amerikanischen Pr&#228;sidenten erfreulich. Nach wie vor.</p>
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		<title>Von: Matthias Schwenk</title>
		<link>http://carta.info/22010/senatswahl-masschusetts-obama/comment-page-1/#comment-9173</link>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Jan 2010 12:02:25 +0000</pubDate>
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		<description>Aus deutscher Sicht kann man jetzt sehen, dass das amerikanische Politiksystem nicht nur Vorteile hat: Zwar kann dort ein &quot;Au&#223;enseiter&quot; wie Barack Obama relativ einfach Pr&#228;sidentschaftskandidat werden und mit einem sehr geschickten Wahlkampf am Ende auch noch die Wahl gewinnen. 

Damit aber hat er seine eigene Partei noch lange nicht wirklich hinter sich. Meines Erachtens h&#228;tten sich die Demokraten geschlossener hinter ihren Pr&#228;sidenten stellen m&#252;ssen, um wichtige Vorhaben besser voran zu bringen. Das Geschacher um die Gesundheitsreform in beiden Kammern (Senat und Kongress) liegt ja nicht nur an den Republikanern, sondern auch merkw&#252;rdigen Eigensinnigkeiten bei manchen Demokraten. 

Dazu passt die Hybris bei der Nachwahl in Massachusetts: W&#228;hrend der republikanische Herausforderer offenbar einen musterg&#252;ltigen Wahlkampf mit sehr viel Basiskontakt lieferte, verlie&#223; man sich bei den Demokraten wohl auf die pure Hoffnung, das so ein ruhm- und traditionsreicher Senatssitz schon nicht an den politischen Gegner fallen w&#252;rde.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Aus deutscher Sicht kann man jetzt sehen, dass das amerikanische Politiksystem nicht nur Vorteile hat: Zwar kann dort ein &#8220;Au&#223;enseiter&#8221; wie Barack Obama relativ einfach Pr&#228;sidentschaftskandidat werden und mit einem sehr geschickten Wahlkampf am Ende auch noch die Wahl gewinnen. </p>
<p>Damit aber hat er seine eigene Partei noch lange nicht wirklich hinter sich. Meines Erachtens h&#228;tten sich die Demokraten geschlossener hinter ihren Pr&#228;sidenten stellen m&#252;ssen, um wichtige Vorhaben besser voran zu bringen. Das Geschacher um die Gesundheitsreform in beiden Kammern (Senat und Kongress) liegt ja nicht nur an den Republikanern, sondern auch merkw&#252;rdigen Eigensinnigkeiten bei manchen Demokraten. </p>
<p>Dazu passt die Hybris bei der Nachwahl in Massachusetts: W&#228;hrend der republikanische Herausforderer offenbar einen musterg&#252;ltigen Wahlkampf mit sehr viel Basiskontakt lieferte, verlie&#223; man sich bei den Demokraten wohl auf die pure Hoffnung, das so ein ruhm- und traditionsreicher Senatssitz schon nicht an den politischen Gegner fallen w&#252;rde.</p>
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