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	<title>Kommentare zu: Google in der semi-digitalen Gesellschaft</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
	<lastBuildDate>Fri, 10 Feb 2012 01:08:11 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Von: Are You Ready for the 21st Century ? &#124; Alex Boerger goes Social Media - Dipl. Medien-Designer, Mainz</title>
		<link>http://carta.info/21607/google-semi-digitale-gesellschaft/comment-page-1/#comment-10861</link>
		<dc:creator>Are You Ready for the 21st Century ? &#124; Alex Boerger goes Social Media - Dipl. Medien-Designer, Mainz</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Mar 2010 12:27:25 +0000</pubDate>
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		<description>[...] via carta.info [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] via carta.info [...]</p>
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		<title>Von: Matthias Schwenk</title>
		<link>http://carta.info/21607/google-semi-digitale-gesellschaft/comment-page-1/#comment-9192</link>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Jan 2010 17:36:31 +0000</pubDate>
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		<description>@Robert Klemme: Mit den gro&#223;en Datenmengen bzw. ihren Speicherm&#246;glichkeiten ist es doch wie mit jeder Erfindung. Es liegt in der Verantwortung von uns Menschen, was wir daraus machen. Ich bin so optimistisch zu glauben, dass hier der Nutzen auf lange Sicht &#252;berwiegen wird. Klar ist auch, dass sich Missbrauch bzw. Schadensf&#228;lle nicht werden vermeiden lassen.

Was den User Generated Content betrifft: Selbstverst&#228;ndlich stelle ich den Betreibern von Plattformen wie YouTube keinen Freibrief aus. Ich appelliere nur daran, dass es bez&#252;glich der offen zug&#228;nglichen Inhalte auch eine Ebene der Verantwortung seitens der Internetuser gibt, die diese Inhalte aufrufen.

Jaron Laniers Ausf&#252;hrungen in der FAZ sind durchaus interessant, aber etwa in Bezug auf Google und dessen Fokus auf Werbung irgendwie merkw&#252;rdig: Was hat er nur gegen all die Werbung? Niemand ist gezwungen, Anzeigen bei Google zu buchen und niemand muss ihnen dort, wo sie gezeigt werden, besondere Aufmerksamkeit schenken.

Auch der Gegen&#252;berstellung von Schwarmintelligenz und Werbung kann ich so nicht folgen: Werbung, in der Form wie wir sie heute kennen, hat sich in einem Zeitraum von &#252;ber 100 Jahren entwickelt. Angebote wie die Wikipedia dagegen sind bestenfalls 10 Jahre jung und k&#228;mpfen vielfach noch gegen Ablehnung oder Missachtung. Die gro&#223;e Zeit der Schw&#228;rme kommt erst noch, da sollte auch Jaron Lanier mehr Geduld zeigen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Robert Klemme: Mit den gro&#223;en Datenmengen bzw. ihren Speicherm&#246;glichkeiten ist es doch wie mit jeder Erfindung. Es liegt in der Verantwortung von uns Menschen, was wir daraus machen. Ich bin so optimistisch zu glauben, dass hier der Nutzen auf lange Sicht &#252;berwiegen wird. Klar ist auch, dass sich Missbrauch bzw. Schadensf&#228;lle nicht werden vermeiden lassen.</p>
<p>Was den User Generated Content betrifft: Selbstverst&#228;ndlich stelle ich den Betreibern von Plattformen wie YouTube keinen Freibrief aus. Ich appelliere nur daran, dass es bez&#252;glich der offen zug&#228;nglichen Inhalte auch eine Ebene der Verantwortung seitens der Internetuser gibt, die diese Inhalte aufrufen.</p>
<p>Jaron Laniers Ausf&#252;hrungen in der FAZ sind durchaus interessant, aber etwa in Bezug auf Google und dessen Fokus auf Werbung irgendwie merkw&#252;rdig: Was hat er nur gegen all die Werbung? Niemand ist gezwungen, Anzeigen bei Google zu buchen und niemand muss ihnen dort, wo sie gezeigt werden, besondere Aufmerksamkeit schenken.</p>
<p>Auch der Gegen&#252;berstellung von Schwarmintelligenz und Werbung kann ich so nicht folgen: Werbung, in der Form wie wir sie heute kennen, hat sich in einem Zeitraum von &#252;ber 100 Jahren entwickelt. Angebote wie die Wikipedia dagegen sind bestenfalls 10 Jahre jung und k&#228;mpfen vielfach noch gegen Ablehnung oder Missachtung. Die gro&#223;e Zeit der Schw&#228;rme kommt erst noch, da sollte auch Jaron Lanier mehr Geduld zeigen.</p>
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	<item>
		<title>Von: Robert Klemme</title>
		<link>http://carta.info/21607/google-semi-digitale-gesellschaft/comment-page-1/#comment-8988</link>
		<dc:creator>Robert Klemme</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 17 Jan 2010 21:10:40 +0000</pubDate>
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		<description>Sorry, aber der Artikel ist mir entschieden zu optimistisch. Nat&#252;rlich braucht man gro&#223;e Datenmengen f&#252;r neue Dienste, aber gleichzeitig kann man sie eben auch f&#252;r &quot;Dienste&quot; benutzen, die man lieber nicht in Anspruch nehmen m&#246;chte. Auch der Zugriff von Beh&#246;rden auf diese Datenberge ist nicht ohne Probleme. Die Crowd verantwortlich zu machen f&#252;r die Meldung von &#252;blen Inhalten kann leider auch so missverstanden werden, dass die Provider nicht mehr f&#252;r den Content verantwortlich sind, den sie auf ihren Rechnern bereitstellen. So einfach m&#246;chte ich sie aber nicht aus der Verantwortung lassen. Jaron Larnier hat dazu ein paar lesenswerte Dinge geschrieben (siehe Link).</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Sorry, aber der Artikel ist mir entschieden zu optimistisch. Nat&#252;rlich braucht man gro&#223;e Datenmengen f&#252;r neue Dienste, aber gleichzeitig kann man sie eben auch f&#252;r &#8220;Dienste&#8221; benutzen, die man lieber nicht in Anspruch nehmen m&#246;chte. Auch der Zugriff von Beh&#246;rden auf diese Datenberge ist nicht ohne Probleme. Die Crowd verantwortlich zu machen f&#252;r die Meldung von &#252;blen Inhalten kann leider auch so missverstanden werden, dass die Provider nicht mehr f&#252;r den Content verantwortlich sind, den sie auf ihren Rechnern bereitstellen. So einfach m&#246;chte ich sie aber nicht aus der Verantwortung lassen. Jaron Larnier hat dazu ein paar lesenswerte Dinge geschrieben (siehe Link).</p>
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	<item>
		<title>Von: Harald</title>
		<link>http://carta.info/21607/google-semi-digitale-gesellschaft/comment-page-1/#comment-8962</link>
		<dc:creator>Harald</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 16 Jan 2010 19:17:01 +0000</pubDate>
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		<description>Ist der Begriff Zensur f&#252;r eine Filterung, die auf einem demokratischen Konsens basiert und rechtsstaatlich ist, tats&#228;chlich der gleiche wie f&#252;r eine willk&#252;rliche, die auf Machtinteressen basiert? Im allgemeinen Sprachgebrauch wird h&#228;ufig zweites gemeint (auch wenn ersteres vorliegt ;-)). Vielleicht brauchen wir mal eine Begriffstrennung.

Google hat die Probleme zum Teil selbst erzeugt. Sicher ist auch die Geschwindigkeit der Entwicklung ein Faktor, und insbesondere bei Streetview und der B&#252;chererfassung sind sie eindeutig &#252;ber das Ziel hinausgeschossen. Pers&#246;nlichkeitsrechte und Urheberrechte zu verletzten oder zumindest den Eindruck zu erwecken und dann jovial ein Einspruchsrecht zu erlassen hat Google nicht gerade beliebt gemacht. Die Menschen f&#252;hlen sich zu recht &#252;berrannt. Und etwas versteckt gibt es ja von Google noch weitere Tools, die &#228;hnlich den Nutzern unter geschoben wurden.

Die Ursache f&#252;r diese Entwicklung ist sicher nicht nur die Verg&#252;nstigung von Speichermedien, sie steckt auch in einem radikalen Konkurrenzkampf gepaart den technisch hervorragenden Entwicklern von Google. Und als Entwickler macht man gerne das, was m&#246;glich ist, ohne &#252;ber die Konsequenzen nachzudenken. 

Nat&#252;rlich stimme ich weitgehend zu, wenn die aktuellen Ma&#223;nahmen gegen Google nicht als angemessen bezeichnet werden. Ich finde es besch&#228;mend, wenn Regierungen aus Technologiestaaten so kopflos reagieren. Nur nichts zu machen halte ich f&#252;r noch gef&#228;hrlicher.

Google hat sich in den letzten Jahren auf jeden Fall viel M&#252;he gegeben, Microsoft als Buhmann der IT-Branche abzul&#246;sen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ist der Begriff Zensur f&#252;r eine Filterung, die auf einem demokratischen Konsens basiert und rechtsstaatlich ist, tats&#228;chlich der gleiche wie f&#252;r eine willk&#252;rliche, die auf Machtinteressen basiert? Im allgemeinen Sprachgebrauch wird h&#228;ufig zweites gemeint (auch wenn ersteres vorliegt ;-)). Vielleicht brauchen wir mal eine Begriffstrennung.</p>
<p>Google hat die Probleme zum Teil selbst erzeugt. Sicher ist auch die Geschwindigkeit der Entwicklung ein Faktor, und insbesondere bei Streetview und der B&#252;chererfassung sind sie eindeutig &#252;ber das Ziel hinausgeschossen. Pers&#246;nlichkeitsrechte und Urheberrechte zu verletzten oder zumindest den Eindruck zu erwecken und dann jovial ein Einspruchsrecht zu erlassen hat Google nicht gerade beliebt gemacht. Die Menschen f&#252;hlen sich zu recht &#252;berrannt. Und etwas versteckt gibt es ja von Google noch weitere Tools, die &#228;hnlich den Nutzern unter geschoben wurden.</p>
<p>Die Ursache f&#252;r diese Entwicklung ist sicher nicht nur die Verg&#252;nstigung von Speichermedien, sie steckt auch in einem radikalen Konkurrenzkampf gepaart den technisch hervorragenden Entwicklern von Google. Und als Entwickler macht man gerne das, was m&#246;glich ist, ohne &#252;ber die Konsequenzen nachzudenken. </p>
<p>Nat&#252;rlich stimme ich weitgehend zu, wenn die aktuellen Ma&#223;nahmen gegen Google nicht als angemessen bezeichnet werden. Ich finde es besch&#228;mend, wenn Regierungen aus Technologiestaaten so kopflos reagieren. Nur nichts zu machen halte ich f&#252;r noch gef&#228;hrlicher.</p>
<p>Google hat sich in den letzten Jahren auf jeden Fall viel M&#252;he gegeben, Microsoft als Buhmann der IT-Branche abzul&#246;sen.</p>
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	<item>
		<title>Von: Matthias Schwenk</title>
		<link>http://carta.info/21607/google-semi-digitale-gesellschaft/comment-page-1/#comment-8956</link>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 16 Jan 2010 13:05:14 +0000</pubDate>
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		<description>@A. Einstein: Wer w&#252;rde es wagen, Albert Einstein zu widersprechen? ;-) 

Das Mooresche Gesetz und die Speichermedien bilden tats&#228;chlich wohl einen sehr &quot;d&#252;nnen&quot; Zusammenhang, aber f&#252;r die betriebswirtschaftlich-strategischen Folgerungen reicht es durchaus (selbst wenn Informatiker oder Physiker die Stirn runzeln). Entscheidend ist der Effekt und die Tatsache, dass es eine Art Richtschnur gibt, an der ein bestimmtes Handeln entlang ausgerichtet werden kann.

@Jonas Schaible: Vielen Dank f&#252;r die ausf&#252;hrliche Er&#246;rterung, die ganz klar um einen problematischen Punkt kreist. Meine etwas k&#252;nstliche Trennung (in Kommentar Nr. 5) traf ich mit dem Artikel 5 des Grundgesetzes im Hinterkopf. Dort steht: &quot;Eine Zensur findet nicht statt&quot; - obwohl andererseits in der Bundesrepublik neonazistisches Material (und andere Medien bzw. deren Inhalte) klar verboten sind. Wir zensieren also und sagen zugleich, dass eine Zensur nicht stattfindet.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@A. Einstein: Wer w&#252;rde es wagen, Albert Einstein zu widersprechen? ;-) </p>
<p>Das Mooresche Gesetz und die Speichermedien bilden tats&#228;chlich wohl einen sehr &#8220;d&#252;nnen&#8221; Zusammenhang, aber f&#252;r die betriebswirtschaftlich-strategischen Folgerungen reicht es durchaus (selbst wenn Informatiker oder Physiker die Stirn runzeln). Entscheidend ist der Effekt und die Tatsache, dass es eine Art Richtschnur gibt, an der ein bestimmtes Handeln entlang ausgerichtet werden kann.</p>
<p>@Jonas Schaible: Vielen Dank f&#252;r die ausf&#252;hrliche Er&#246;rterung, die ganz klar um einen problematischen Punkt kreist. Meine etwas k&#252;nstliche Trennung (in Kommentar Nr. 5) traf ich mit dem Artikel 5 des Grundgesetzes im Hinterkopf. Dort steht: &#8220;Eine Zensur findet nicht statt&#8221; &#8211; obwohl andererseits in der Bundesrepublik neonazistisches Material (und andere Medien bzw. deren Inhalte) klar verboten sind. Wir zensieren also und sagen zugleich, dass eine Zensur nicht stattfindet.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Jonas Schaible</title>
		<link>http://carta.info/21607/google-semi-digitale-gesellschaft/comment-page-1/#comment-8952</link>
		<dc:creator>Jonas Schaible</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 16 Jan 2010 00:32:41 +0000</pubDate>
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		<description>@Matthias Schwenk, #5: Die Unterscheidung, die Sie treffen, halte ich so f&#252;r nicht sinnvoll - zumindest was die Begriffswahl angeht; inhaltlich sind wir nicht so weit auseinander. Es f&#252;hrt in meinen Augen in die Irre, nur die den eigenen Wertma&#223;st&#228;ben (oder Gesetzen) entgegengehende Filterung als Zensur zu bezeichnen und die den eigenen Wertma&#223;st&#228;ben (oder Gesetzen) entsprechende Filterung nicht.
Ich halte derlei Formulierungen f&#252;r eine eine Art der Immunisierung des eigenen Standpunktes. 

Weil man etwa das Filtern von Kinderpornographie begr&#252;&#223;t (und als richtig ansieht) und das von Bildern vom Tiananmen 1989 nicht (es als falsch ansieht), aber nicht zugeben m&#246;chte, das man v&#246;llig willk&#252;rliche und an das vorherrschende Wertesystem (oder Gesetz) gebundene Vorstellungen von richtig und falsch hat - dadurch verl&#246;re man die Legitimit&#228;t, die andere willk&#252;rliche Filterung zu verurteilen -, wendet man den (zuvor negativ definierten) Begriff &quot;Zensur&quot; ausschlie&#223;lich auf die einem nicht zusagende Form der Filterung an. 

Das ist ein rhetorischer Kunstgriff, um einen generellen Unterschied zu suggerieren, wo eigentlich nur ein gradueller besteht.
Denn: Jedwede Filterung von Inhalten in Medien ist Zensur - egal was und egal aus welchen Gr&#252;nden gefiltert wird.
Die Frage ist also nicht: Ab wann &#252;berschreitet das Filtern die Schwelle zur Zensur.
Sondern die Frage ist: Ab wann definieren wir, ab wann definiert die jeweilige Gesellschaft eine Zensur als nicht mehr akzeptabel?

Nat&#252;rlich ist das eine weniger einfache Position, weil man etwa die Zensur in China nicht von der scheinbar h&#246;heren moralischen Warte des Nicht-Zensierenden beurteilen kann. Aber sich das bewusst zu machen - dass auch hier zensiert wird und dass die eben nur Frage ist, in welchem Umfang eine Gesellschaft oder eben auch ein Individuum Zensur zu akzeptieren bereit ist - halte ich f&#252;r wichtig.

Das hei&#223;t nat&#252;rlich nicht, dass ich beispielsweise Chinas Zensur nicht verurteile. Ich kann das aber nur, wenn ich auch andere Ma&#223;st&#228;be anlege als die Bewertung der gefilterten Inhalte. 
Und da sind wir dann schnell auch bei der Rechtsstaatlichkeit, die zwar als Gegensatz zur Zensur (wie von Ihnehn gebraucht) nicht taugt, aber die dennoch relevant ist: Wenn ein vom Volk legitmiertes Gremium unter Kontrolle anderer unabh&#228;ngiger Gremien (bzw. Gewalten) rechtlich &#252;berpr&#252;f- und anfechtbare Sperren initiiert, dann kann man von einer legitimierten (nicht legitimen) Zensur sprechen - und genau das ist etwa hierzulande (normalerweise) der Fall.

Auch wenn diese Erkenntnis schwerf&#228;llt, kann man Legitimit&#228;t niemals letztlich begr&#252;nden. Und genau deswegen sollte man einen Antagonismus wie etwa &quot;Rechtsstaat vs. Zensur&quot; auch nicht konstruieren - sondern entweder bei der Frage nach der Legitimation bleiben, sein Urteil als rein subjektives kennzeichnen oder sich auf das einzige globale Regelwerk berufen, das alle Staaten einzuhalten sich verpflichtet haben: die UN-Menschenrechtscharta. (Letzteres ist in einigen F&#228;llen ja durchaus m&#246;glich; wobei nat&#252;rlich ein Rekurs auf die jeweilige Landesverfassung auch zielf&#252;hrend ist, wenn man die Praxis eines speziellen Staates kritisieren m&#246;chte).

Was f&#252;r ein langer Kommentar, nur wegen eines Begriffes...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Matthias Schwenk, #5: Die Unterscheidung, die Sie treffen, halte ich so f&#252;r nicht sinnvoll &#8211; zumindest was die Begriffswahl angeht; inhaltlich sind wir nicht so weit auseinander. Es f&#252;hrt in meinen Augen in die Irre, nur die den eigenen Wertma&#223;st&#228;ben (oder Gesetzen) entgegengehende Filterung als Zensur zu bezeichnen und die den eigenen Wertma&#223;st&#228;ben (oder Gesetzen) entsprechende Filterung nicht.<br />
Ich halte derlei Formulierungen f&#252;r eine eine Art der Immunisierung des eigenen Standpunktes. </p>
<p>Weil man etwa das Filtern von Kinderpornographie begr&#252;&#223;t (und als richtig ansieht) und das von Bildern vom Tiananmen 1989 nicht (es als falsch ansieht), aber nicht zugeben m&#246;chte, das man v&#246;llig willk&#252;rliche und an das vorherrschende Wertesystem (oder Gesetz) gebundene Vorstellungen von richtig und falsch hat &#8211; dadurch verl&#246;re man die Legitimit&#228;t, die andere willk&#252;rliche Filterung zu verurteilen -, wendet man den (zuvor negativ definierten) Begriff &#8220;Zensur&#8221; ausschlie&#223;lich auf die einem nicht zusagende Form der Filterung an. </p>
<p>Das ist ein rhetorischer Kunstgriff, um einen generellen Unterschied zu suggerieren, wo eigentlich nur ein gradueller besteht.<br />
Denn: Jedwede Filterung von Inhalten in Medien ist Zensur &#8211; egal was und egal aus welchen Gr&#252;nden gefiltert wird.<br />
Die Frage ist also nicht: Ab wann &#252;berschreitet das Filtern die Schwelle zur Zensur.<br />
Sondern die Frage ist: Ab wann definieren wir, ab wann definiert die jeweilige Gesellschaft eine Zensur als nicht mehr akzeptabel?</p>
<p>Nat&#252;rlich ist das eine weniger einfache Position, weil man etwa die Zensur in China nicht von der scheinbar h&#246;heren moralischen Warte des Nicht-Zensierenden beurteilen kann. Aber sich das bewusst zu machen &#8211; dass auch hier zensiert wird und dass die eben nur Frage ist, in welchem Umfang eine Gesellschaft oder eben auch ein Individuum Zensur zu akzeptieren bereit ist &#8211; halte ich f&#252;r wichtig.</p>
<p>Das hei&#223;t nat&#252;rlich nicht, dass ich beispielsweise Chinas Zensur nicht verurteile. Ich kann das aber nur, wenn ich auch andere Ma&#223;st&#228;be anlege als die Bewertung der gefilterten Inhalte.<br />
Und da sind wir dann schnell auch bei der Rechtsstaatlichkeit, die zwar als Gegensatz zur Zensur (wie von Ihnehn gebraucht) nicht taugt, aber die dennoch relevant ist: Wenn ein vom Volk legitmiertes Gremium unter Kontrolle anderer unabh&#228;ngiger Gremien (bzw. Gewalten) rechtlich &#252;berpr&#252;f- und anfechtbare Sperren initiiert, dann kann man von einer legitimierten (nicht legitimen) Zensur sprechen &#8211; und genau das ist etwa hierzulande (normalerweise) der Fall.</p>
<p>Auch wenn diese Erkenntnis schwerf&#228;llt, kann man Legitimit&#228;t niemals letztlich begr&#252;nden. Und genau deswegen sollte man einen Antagonismus wie etwa &#8220;Rechtsstaat vs. Zensur&#8221; auch nicht konstruieren &#8211; sondern entweder bei der Frage nach der Legitimation bleiben, sein Urteil als rein subjektives kennzeichnen oder sich auf das einzige globale Regelwerk berufen, das alle Staaten einzuhalten sich verpflichtet haben: die UN-Menschenrechtscharta. (Letzteres ist in einigen F&#228;llen ja durchaus m&#246;glich; wobei nat&#252;rlich ein Rekurs auf die jeweilige Landesverfassung auch zielf&#252;hrend ist, wenn man die Praxis eines speziellen Staates kritisieren m&#246;chte).</p>
<p>Was f&#252;r ein langer Kommentar, nur wegen eines Begriffes&#8230;</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: A. Einstein</title>
		<link>http://carta.info/21607/google-semi-digitale-gesellschaft/comment-page-1/#comment-8951</link>
		<dc:creator>A. Einstein</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Jan 2010 23:55:07 +0000</pubDate>
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		<description>Das Moorsche Gesetz formuliert keine Gesetzmaessigkeit fuer Speichermedien. Moor hat damals lediglich postuliert, dass sich die Anzahl der Transistoren alle 18 Monate verdoppeln wird.

Das Downsizing zieht sich durch jede Industrie, hat aber nix mit dem Moorschen Gesetz zu tun. Eher duerfte der &quot;Giant Magnetoresistance (GMR)&quot; fuer die Groessenspruenge der HDDs verantwortlich sein.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Das Moorsche Gesetz formuliert keine Gesetzmaessigkeit fuer Speichermedien. Moor hat damals lediglich postuliert, dass sich die Anzahl der Transistoren alle 18 Monate verdoppeln wird.</p>
<p>Das Downsizing zieht sich durch jede Industrie, hat aber nix mit dem Moorschen Gesetz zu tun. Eher duerfte der &#8220;Giant Magnetoresistance (GMR)&#8221; fuer die Groessenspruenge der HDDs verantwortlich sein.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Matthias Schwenk</title>
		<link>http://carta.info/21607/google-semi-digitale-gesellschaft/comment-page-1/#comment-8944</link>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Jan 2010 18:14:21 +0000</pubDate>
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		<description>@Werner: Genau so wird es in China von offizieller Seite gesehen. Ausl&#228;ndische Firmen sollten sich einfach an die bestehenden Gesetze halten, hei&#223;t es dort im Zusammenhang mit dem Google-Streit. 

Die Grenze zwischen Zensur und berechtigterweise als illegal angesehene Inhalte ist im Zweifel wohl schwer zu ziehen. Der Unterschied sollte erkennbar werden am gesellschaftlichen Konsens: Entscheidet eine kleine, elit&#228;re und nicht demokratisch legitimierte Minderheit dar&#252;ber, was legal ist und was nicht, haben wir es wohl mit Zensur zu tun.

Gibt es dagegen einen breiten, gesellschaftlichen Konsens hinsichtlich bestimmter Inhalte (neonazistisches Propagandamaterial, Kinderpornografie....) und lassen sich Verbote auf dem Rechtsweg &#252;berpr&#252;fen (Einspruchsverfahren, Verfassungsbeschwerde...), haben wir es mit einem Rechtsstaat zu tun.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Werner: Genau so wird es in China von offizieller Seite gesehen. Ausl&#228;ndische Firmen sollten sich einfach an die bestehenden Gesetze halten, hei&#223;t es dort im Zusammenhang mit dem Google-Streit. </p>
<p>Die Grenze zwischen Zensur und berechtigterweise als illegal angesehene Inhalte ist im Zweifel wohl schwer zu ziehen. Der Unterschied sollte erkennbar werden am gesellschaftlichen Konsens: Entscheidet eine kleine, elit&#228;re und nicht demokratisch legitimierte Minderheit dar&#252;ber, was legal ist und was nicht, haben wir es wohl mit Zensur zu tun.</p>
<p>Gibt es dagegen einen breiten, gesellschaftlichen Konsens hinsichtlich bestimmter Inhalte (neonazistisches Propagandamaterial, Kinderpornografie&#8230;.) und lassen sich Verbote auf dem Rechtsweg &#252;berpr&#252;fen (Einspruchsverfahren, Verfassungsbeschwerde&#8230;), haben wir es mit einem Rechtsstaat zu tun.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Werner</title>
		<link>http://carta.info/21607/google-semi-digitale-gesellschaft/comment-page-1/#comment-8943</link>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Jan 2010 17:47:07 +0000</pubDate>
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		<description>&quot;Eine Suchmaschine sollte auch nicht bei der Verbreitung illegaler Inhalte im Netz helfen.&quot; - Dann ist die Zensur in China keine Zensur, schlie&#223;lich sind das f&#252;r China auch nur illegale Inhalte.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Eine Suchmaschine sollte auch nicht bei der Verbreitung illegaler Inhalte im Netz helfen.&#8221; &#8211; Dann ist die Zensur in China keine Zensur, schlie&#223;lich sind das f&#252;r China auch nur illegale Inhalte.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Martin Foerster</title>
		<link>http://carta.info/21607/google-semi-digitale-gesellschaft/comment-page-1/#comment-8942</link>
		<dc:creator>Martin Foerster</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Jan 2010 17:45:54 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=21607#comment-8942</guid>
		<description>Google zensiert auch in Deutschland - n&#228;mlich an Hand des. sog. BPjM-Moduls

http://unkreativ.net/wordpress/?p=3850
http://unkreativ.net/wordpress/?p=3958

Das bedeutet, dass allen Nutzern von google.de aus Gr&#252;nden des Jugendschutzes bestimmte Suchergebnisse vorenthalten werden (z.B. Pro Ana Magersuchtforen). Ich pers&#246;nlich f&#252;hle mich allerdings eines besonderen Jugendschutzes nicht mehr bed&#252;rftig. Gleichwohl ist google so f&#252;rsorglich (oder so paternalistisch) mich ebenfalls mit diesen Suchergebnissen nicht zu konfrontieren.

Google wurde nicht dazu gezwungen, die Suchergebnisse zu frisieren. Es handelt sich vielmehr um eine freiwillige Slebstverpflichtung:

http://www.fsm.de/de/Selbstkontrolle_Suchmaschinen</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Google zensiert auch in Deutschland &#8211; n&#228;mlich an Hand des. sog. BPjM-Moduls</p>
<p><a href="http://unkreativ.net/wordpress/?p=3850" rel="nofollow">http://unkreativ.net/wordpress/?p=3850</a><br />
<a href="http://unkreativ.net/wordpress/?p=3958" rel="nofollow">http://unkreativ.net/wordpress/?p=3958</a></p>
<p>Das bedeutet, dass allen Nutzern von google.de aus Gr&#252;nden des Jugendschutzes bestimmte Suchergebnisse vorenthalten werden (z.B. Pro Ana Magersuchtforen). Ich pers&#246;nlich f&#252;hle mich allerdings eines besonderen Jugendschutzes nicht mehr bed&#252;rftig. Gleichwohl ist google so f&#252;rsorglich (oder so paternalistisch) mich ebenfalls mit diesen Suchergebnissen nicht zu konfrontieren.</p>
<p>Google wurde nicht dazu gezwungen, die Suchergebnisse zu frisieren. Es handelt sich vielmehr um eine freiwillige Slebstverpflichtung:</p>
<p><a href="http://www.fsm.de/de/Selbstkontrolle_Suchmaschinen" rel="nofollow">http://www.fsm.de/de/Selbstkontrolle_Suchmaschinen</a></p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: step21</title>
		<link>http://carta.info/21607/google-semi-digitale-gesellschaft/comment-page-1/#comment-8941</link>
		<dc:creator>step21</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Jan 2010 16:51:31 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=21607#comment-8941</guid>
		<description>@Matthias: stimmt natuerlich irgendwie, es ist jedoch wichtig dabei zu bedenken das die meisten davon erfassten Inhalte so weit ich weiss nur bei Google Deutschland zensiert werden. Ausserdem ist es zwar aus deutscher Sicht natuerlich nicht das gleiche wie wenn andere Staaten Websites sperren oder Suchresultate zensiert haben wollen weil sie ihren Nationalstolz oder bestimmte Personen angegriffen sehen, oder aber weil sie, wie China meinen ihre Jugend und die Gesellschaft vor allen moeglichen Einfluessen zu beschuetzen, aber im Endeffekt ist es halt doch Zensur.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Matthias: stimmt natuerlich irgendwie, es ist jedoch wichtig dabei zu bedenken das die meisten davon erfassten Inhalte so weit ich weiss nur bei Google Deutschland zensiert werden. Ausserdem ist es zwar aus deutscher Sicht natuerlich nicht das gleiche wie wenn andere Staaten Websites sperren oder Suchresultate zensiert haben wollen weil sie ihren Nationalstolz oder bestimmte Personen angegriffen sehen, oder aber weil sie, wie China meinen ihre Jugend und die Gesellschaft vor allen moeglichen Einfluessen zu beschuetzen, aber im Endeffekt ist es halt doch Zensur.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Matthias Schwenk</title>
		<link>http://carta.info/21607/google-semi-digitale-gesellschaft/comment-page-1/#comment-8937</link>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Jan 2010 16:06:06 +0000</pubDate>
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		<description>@Claudia: Danke f&#252;r diesen Hinweis. Das stimmt nat&#252;rlich. Eine Suchmaschine sollte auch nicht bei der Verbreitung illegaler Inhalte im Netz helfen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Claudia: Danke f&#252;r diesen Hinweis. Das stimmt nat&#252;rlich. Eine Suchmaschine sollte auch nicht bei der Verbreitung illegaler Inhalte im Netz helfen.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Claudia</title>
		<link>http://carta.info/21607/google-semi-digitale-gesellschaft/comment-page-1/#comment-8931</link>
		<dc:creator>Claudia</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Jan 2010 13:52:21 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=21607#comment-8931</guid>
		<description>Hi,

sch&#246;ner Artikel, aber da ist ein inhaltlicher Fehler drin. Google zensiert sehrwohl  in Deutschland, nach geltemden Gesetz: Rechtsradikale Inhalte

LG C</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hi,</p>
<p>sch&#246;ner Artikel, aber da ist ein inhaltlicher Fehler drin. Google zensiert sehrwohl  in Deutschland, nach geltemden Gesetz: Rechtsradikale Inhalte</p>
<p>LG C</p>
]]></content:encoded>
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