Annette Milz

Nikolaus Brender: “Sie können einen Intendanten nicht in ein imaginäres Reich der Freiheit beamen.”

Annette Milz | 3 Kommentar(e)


Brender, der heute als “Journalist des Jahres 2009” geehrt wird, im Interview: über Handschellen für den Journalismus, politisches Interesse abseits des Politikbetriebs und die verpasste Chance zum Gespräch mit Roland Koch.

14.01.2010 | 

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Annette Milz: Wenn Sie als Journalist noch einmal von vorn anfangen könnten, was würden Sie anders machen?
Nikolaus Brender: Ich würde mich – zumindest in den Anfangsjahren – wohl mehr in Zeitungs- und Zeitschriftenredaktionen umsehen. Je älter man wird, desto wichtiger wird einem die Bedeutung von Wort und Text für die journalistische Alltagsarbeit. Die jugendliche Faszination für Bilder schwindet dann doch mit der Einsicht in die engen Grenzen des Bildermediums Fernsehen zur Erklärung einer differenzierten Welt.

Würden Sie noch einmal einer Partei beitreten?
Die Erfahrungen, die ich in den 60erJahren in der Jungen Union gemacht habe, möchte ich nicht missen. Die inneren Gesetze, nach denen sich Parteien ausrichten, sind mir durch den Praxistest von damals vertraut. Dieser Einblick in die spezifischen Irrungen und Wirrungen des Parteilebens ließ sich später journalistisch durchaus verwerten – auch zur Abwehr von Übergriffen durch Parteien. Als ich dann aber spürte, wie schwer es als Journalist ist, die Partei auf Distanz zu halten, bin ich ausgetreten.

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Die Rechte für den Zweitabdruck dieses Interviews auf Carta sind leider abgelaufen. Das ganze Interview beim medium magazin. Link siehe unten.


Annette Milz hat dieses Interview für das medium magazin geführt. Wir danken für die freundliche Genehmigung zur Übernahme.

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3 Kommentare

  1. karenina |  17.01.2010 | 17:18 | permalink  

    Für wie signifikant darf man es halten, dass Sie, sehr geehrte Frau Milz, Herrn Brender nicht nach seiner Einschätzung der Zukunft von ‘Neues aus der Anstalt’ und ‘Frontal 21′ fragen und auch der Geehrte selbst das Thema nicht einmal streift? Das Thema? – “Wieviel Freiheit im Geiste leistet sich das ZDF?”

  2. Robert Klemme |  17.01.2010 | 22:04 | permalink  

    Sehr interessantes Interview, an dem man auch die Sperrigkeit Brenders gut erkennen kann. Seine Absetzung bleibt nach wie vor ein Skandal der deutschen Mediengeschichte. Was uns das neue Nachrichtenstudio des ZDF allerdings gebracht hat, ist mir immer noch nicht klar. Für mich sind die dreidimensional eingeblendeten Bildschirme bei den Gesprächen mit Gästen und Korrespondenten nicht wirklich so viel besser als das vorherige Modell – zumal sie ja nur vorübergehend zu sehen sind. Auch die anderen “Features” (Redakteur sitzt vorne auf der Bank) erscheinen mir eher als Mätzchen.

  3. Texhnolyze |  18.01.2010 | 13:40 | permalink  

    > Die jugendliche Faszination für Bilder schwindet dann doch mit der Einsicht in die engen Grenzen des Bildermediums Fernsehen zur Erklärung einer differenzierten Welt.

    Welch weise Worte vom einem TV Menschen.

    > Im Bundestagswahlkampf haben wir mit der „Zeit“ und „StudiVZ“ ein Format entwickelt, das bei jungen Bürgern sehr gut ankam

    Um das GEZ finanzierte ÖR Angebot wahrzunehmen muss ich mich also bei der Datenkrake StudiVZ anmelden? GEZ finanzierte ÖR Angebot werden benutzt um Werbung für die Dienstleistungen kommerzieller Unternehmen zu machen? GEZ Unterstützung zur Profitmaximierung? Und wieso StudiVZ? Warum richtet sich das Angebot nur an Studenten? Wer entscheidet mit welchem Sozialen Netzwerk zusammengearbeitet wird und mit welchem nicht?

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