Marvin Oppong | 1 Kommentar(e)
Dieses Mal mit einer Kurzauswahl von Artikeln: Wikileaks und Journalismus – Günter Wallraff – Entstehung von Skandalen – Pressestellen und Journalisten.
06.01.2010 |
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Wikileaks
In dem Blogeintrag, der diesem Beitrag voranging, ist die Seite Wikileaks Thema. Die taz beschäftigte sich kürzlich in einem Artikel mit dem Titel “Digitale Denuziation oder Aufklärung?” – kritischer als die meisten anderen Medien bisher – mit Wikileaks.
So revolutionär Wikileaks ist, so bringt “die ungefilterte Veröffentlichung auch Probleme mit sich: Massiv könnten Persönlichkeitsrechte von Betroffenen beeinträchtigt werden, wenn die Informationen sich, so Weichert [Datenschutzbeauftragter des Landes Schleswig-Holstein], ‘auf natürliche Personen beziehen und falsche oder diskriminierende Informationen darstellen’”, schrieb die taz. Privatsphäre sei “fast überhaupt kein Problem” behauptet hingegen Daniel Schmitt von Wikileaks in einem Video zu einem Bericht von Zeit Online.
Zur Zeit ist Wikileaks übrigens abgestellt, damit die Mitarbeiter Spenden sammeln können. Mit der erweiterten Google-Suche kann man aber noch auf Beiträge zugreifen.
Auch der österreichische Standard berichtete über wikileaks.org. Der Deutschlandfunk zitiert Deutschlands bekanntesten Investigativjournalisten Hans Leyendecker zum Thema Wikileaks.
Heute Morgen antwortete der Stern-Reporter Hans-Martin Tillack in seinem Blog auf Äußerungen in dem CARTA-Interview von gestern.
Hersh
Den bekanntesten US-amerikanischen Enthüllungsjournalisten Seymour Hersh, der unter anderem das Massaker von My Lai während des Vietnamkriegs aufdeckte, portraitierte die Neue Zürcher Zeitung. Titel des Beitrags über Hersh, den George W. Bush als Lügner bezeichnete: “Ich hasse Lügen”.
Wallraff
Schon etwas älter, aber erst jetzt entdeckt: Der Blog “Black in NRW” zieht Günter Wallraff durch den Kakao.
Skandale
Wie Skandale entstehen, untersucht ein Feature im Deutschlandfunk.
Umgang mit Journalisten
“Immer häufiger mißachten deutsche Ämter die Landespressegesetze und verweigern Journalisten Informationen”, so die junge Welt, die den Buchautor Jürgen Bertram interviewte. Bertram, der viele Jahre als ARD-Korrespondent in der Hauptabteilung Zeitgeschehen beim NDR-Fernsehen tätig war, sagt: “Behörden sind kaum noch kritische Nachfragen gewöhnt.”
### Dem begegnet auch der Autor dieses Beitrags immer wieder. Um die Bundestagswahlzeit herum erzählte mir ein Redakteur einer der größten deutschen Tageszeitungen, dass die Bundesministerien in letzter Zeit Anfragen von Journalisten vermehrt schriftlich verlangen würden. Es bedürfte mehrerer Seiten, um hier aufzulisten, in wie vielen Fällen ich den Satz “Können Sie uns Ihre Anfrage bitte schriftlich schicken?” von einem Mitarbeiter einer Pressestelle gehört habe. Der Branchendienst epd medien hat dieses Phänomen einmal in einer Sammlung gängiger PR-Floskeln vortrefflich analysiert:
PR-Sprech: Können Sie die Anfrage schriftlich stellen?
Klartext: Stellen Sie die Anfrage schriftlich! Dann können Sie keine kritischen Nachfragen stellen. Außerdem haben wir sowieso schon eine Stellungnahme vorbereitet und wollen sichergehen, dass in allen Zeitungen auch wirklich Wort für Wort dasselbe steht. Fernsehinterviews geben wir eigentlich gar nicht, die Kollegen von “Zapp” haben das ja ein paarmal versucht…
Dass der Umgang von Pressestellen mit Journalisten immer rüder wird, habe ich an eigenem Leib erleben können. Neulich sagte eine Mitarbeiterin eines zu 100 Prozent öffentlichen Unternehmens zu mir: “Sie sind der absolute Vollidiot!”. Vielleicht hat sie Recht. Ich hätte vielleicht wissen müssen, dass Journalisten dort offenbar nicht sehr willkommen sind. ###






Dass Vertreter öffentlicher Einrichtungen Journalisten missachten, daran hat jene Masse von Journalisten Schuld, die kaum noch NACHfragt. Diese sog. Journalisten lassen sich ja nicht mal mehr abwimmeln. Sie fragen erst gar nicht NACH.