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Robin Meyer-Lucht

Schrille Diskussion um “Causa Niggemeier”

Robin Meyer-Lucht | 13 Kommentar(e)


Nach Stefan Niggemeiers letztem Text zur Abendblatt-Bezahlschranke werfen ihm gleich zwei Verleger unsachlichen “Schwarz-Weiß-Journalismus” vor.

16.12.2009 | 

Stefan Niggemeiers letzter Text zur Abendblatt-Bezahlschranke hat einigen offenbar nicht gefallen. Meedia-Chef Georg Altrogge meint nun, sich an Niggemeier als “medialen Pitbull ohne Beißhemmung” und “Aggro-Blogger” abarbeiten zu müssen:

Niggemeier leistet sich eine Entgleisung, deren Ursachen weniger im Thema als beim Kritiker selbst zu suchen sind. Ist der so frustriert von der Medienrealität, dass er nur noch mit Aggression darauf reagieren kann?

Auch Verleger Konstantin Neven DuMont kritisiert den jüngsten Niggemeier-Beitrag in den Kommentaren bei Niggemeier und Carta:

Wir brauchen Sparringspartner wie Sie. Aber auch Sie haben Schwachpunkte. Ihre Art, die Welt in Schwarz und Weiß einzuteilen, ist für mich persönlich kein zukunftsweisender Journalismus. Die Überschrift Ihres Beitrags erinnert mich irgendwie an altmodische Methoden der Kaufzeitungen.

Ich finde, Niggemeier hat den Iken-Text sehr treffend aufgegriffen und kritisiert. An einigen Stellen hätte dem Text sicher etwas weniger Formulierungsschärfe gut getan. Daher ist eine Debatte über eine angemessene und sachliche Diskussionskultur im Netz durchaus berechtigt. Dies aber eine grundsätzliche Frage, keine Causa Niggemeier.

Dabei haben augenscheinlich weder Altrogge noch Neven DuMont den Humor der Schlagzeile des Niggemeier-Textes missverstanden. Erstaunlich.

Offenbar ist die “Marke” Niggemeier einigen zu gross geworden – und soll nun ein wenig zurechtgestutzt werden.

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13 Kommentare

  1. Alex |  17.12.2009 | 00:14 | permalink  

    Naja, für den Normalsterblichen, so wie ich einer bin, erschließt sich der Humor der Schlagzeile auch nicht direkt.
    Es passt nur in die Kultur mancher MedienBlogger, die Artikel mit satirischen Beleidigungen zu spicken, um diesen in der Art eines Bild Artikels (sic) besonders interessant zu machen.

  2. Robin Meyer-Lucht |  17.12.2009 | 00:22 | permalink  

    @ Alex: Hm, gibt mir zu denken. Ich finde, dass deutlich wird, dass die Schlagzeile aus dem Iken-Thesen zusammengebaut ist. Vielleicht einfach zu kompliziert…

  3. Thomas Television |  17.12.2009 | 02:18 | permalink  

    @Robin:

    “Ich finde, dass deutlich wird, dass die Schlagzeile aus dem Iken-Thesen zusammengebaut ist”

    Ja, das ist auch deutlich.

    “Offenbar ist die “Marke” Niggemeier einigen zu gross geworden – und soll nun ein wenig zurechtgestutzt werden.”

    Schöne Verschwörungstheorie ;) Da möchte ich mal frühzeitig hier dokumentieren, dass ich damit nichts zu haben, denn auf meinem Blog finden sich auch drei Niggemeier kritische Artikel (http://tvundso.com/tag/stefan-niggemeier/), wovon aber zwei eigentlich Medienkritik sind und nur einer Niggemeier-Kritik. Und in Wirklichkeit handelt es sich bei allen sowieso nur um einen simplen Neidreflex, weil Stefan Niggemeier so gut ist.

    @Alex:

    “Es passt nur in die Kultur mancher MedienBlogger, die Artikel mit satirischen Beleidigungen zu spicken, um diesen in der Art eines Bild Artikels (sic) besonders interessant zu machen.”

    Zumindest würde ich derart lange Artikel wie eben den benannten bei Niggemeier sonst gar nicht lesen. So war es sehr unterhaltsam.

  4. Axl |  17.12.2009 | 09:13 | permalink  

    @Robin

    … hmmm, müsste es nicht heißen “Dabei haben augenscheinlich weder Altrogge noch Neven DuMont den Humor der Schlagzeile des Niggemeier-Textes verstanden.”? Statt miss-verstanden? Hieße ja sonst, dass sie es verstanden hätten und Du ihnen unterstellst, dass dieser Umstand “erstaunlich” sei.

    Im Gegenteil scheinen aber Altrogge und DuMont ja grade nicht kapiert zu haben, dass Niggemeier nur eine der Kernaussagen aus dem Iken-Text für seine Überschrift nutzt.

    … nur mal so als kleine Haarspalterei;-).

  5. Jochen |  17.12.2009 | 10:24 | permalink  

    Getroffene Hunde …

  6. lupe |  17.12.2009 | 11:30 | permalink  

    Wenn Beobachtungen zu einem Vorgang aufgeschrieben werden, sollte es mit klaren, eindeutigen Formulierungen geschehen. So entstehen zumeist keine Missverständnisse. Das tut Niggemeier – im Gegensatz zu sog. Hochwertjournalisten, die nicht nur mit abgewetzten, sondern vor allem mit nebulösen Formulierungen Fehldeutungen provozieren, vielleicht auch provozieren wollen (denn dann haben sie prima Ausrede: So habe ich es doch gar nicht gemeint).

    Was soll z.B. dieser Quatsch?: Er hat die Unwahrheit gesagt.
    So stand es Hunderte Mal in allen möglichen Medien.
    Ja was hat er denn getan? Er hat gelogen.
    Ist es so schwer, Leute, die von der nicht gesagten Wahrheit schwadronieren, zu fragen, ob sie denn meinten, derjenige habe gelogen. Wäre das nicht eine der grundlegenden Journalistenpflichten? Genau da versagen schon sehr viele.

    Ich wünsche mir klare, einfache und somit unmissverständliche Sätze. Niggemeier kann das, viele selbsternannte Journalisten können es nicht.

  7. Wolfgang Michal |  17.12.2009 | 11:40 | permalink  

    Niggemeier ist doch kein “medialer Pitbull ohne Beißhemmung“! Hier geht es eindeutig um die „abstruse Fantasie eines spätideologisch verirrten Web-Kommunisten“.

  8. 50hz – Werkstatt für Netzkommunikation » Blogarchiv » Paid Content: Schwarz und weiß |  17.12.2009 | 13:14 | permalink  

    [...] Oh! Robin Meyer-Lucht hatte für Carta die gleiche [...]

  9. Konstantin Neven DuMont |  17.12.2009 | 13:15 | permalink  

    Grundsätzlich halte ich die Arbeit von Stefan Niggemeier für sinnvoll. Ich kann allerdings nicht verstehen, warum er sich einer gehaltvollen Diskussion entzieht. Im Dialog mit mir konzentriert er sich bislang auf Nebensächlichkeiten. Hier ist ein Beispiel aus seinem Blog:

    244. Ulrich Voß: „Es ist ja auch müßig. Mit einem frechen Artikel von Niggemeier bekommt man zwar ein paar der wichtigen Köpfe der Branche dazu, einen Kommentar in diesem Forum abzugeben, aber eine Diskussion entsteht darauf leider nicht. Ein-Weg-Kommunikation. Leider.”

    @Voß: Ich sehe das ähnlich. In der Sendung „Kostenlos versus Copyright” des Deutschlandradio Kultur habe ich viele gesellschaftsrelevante Fragen gestellt, von denen Herr Niggemeier noch keine Einzige beantwortet hat http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/11/27/drk_20091127_1906_f1ebaab1.mp3
    drk_20091127_1906_f1ebaab1.mp3 (audio/mpeg-Objekt)

    Mittlerweile nehme ich an, dass Niggemeier die von Herrn Thomas Mosch artikulierte Meinung teilt: „Solche revolutionären Prozesse nehmen auf uns alle keine Rücksicht, man muss sich mit den Realitäten abfinden… ” Mosch ist ein Vertreter der Netzinfrastrukturanbieter, die zunehmend ins Inhaltegeschäft einsteigen.

    Politik, Autoren und Inhalteanbieter sollten sich damit meines Erachtens nicht abfinden. Immerhin geht es hier um entscheidende Prozesse der Meinungsbildung unserer Demokratie. Sehen Sie sich hierzu bitte folgendes Interview an: http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/media/interviewdumont100.html
    NDR Fernsehen – Sendungen – Zapp- Das Interview mit Konstantin Neven DuMont

    @JO: Mit Standard habe ich mich noch nie zufrieden gegeben. Das habe ich bei den „Investigative Reporters and Editors” gelernt. Wir können über das Thema „Datenschutz und Anonymität in Studien” gerne diskutieren.

    @Niggemeier: Leider kann ich Ihr Verhalten nicht verstehen. Wir sitzen doch im gleichen Boot.
    — Konstantin Neven DuMont — 17. Dezember 2009, 11:33

    Dennoch wünsche ich ihm weiterhin viel Erfolg.

  10. 50hz |  17.12.2009 | 13:28 | permalink  

    @DuMont: Mag ja sein, dass @niggi nicht mit Ihnen diskutieren mag. Unter dem hier in Rede stehenden Artikel diskutieren Sie jedoch auch reichlich off topic. Äußern Sie sich doch mal mutig über den Stil der Kollegen beim Abendblatt. Ist diese Art der Leserbeschimpfung wirklich ein gelungener Startschuss, um den von Ihnen postulierten Info-Eliten ein Angebot zu machen. Oder ist es nicht vielmehr ein Schuss ins Knie. In ihr Knie? Darum geht es. Und in sofern ist ihr Einwurf “schrill”.

  11. Sascha Pallenberg |  17.12.2009 | 16:09 | permalink  

    Muss man das ueberhaupt noch kommentieren oder waere es nicht sinnvoller fuer die Holzmedien, sich endlich mal den Gegebenheiten anzupassen und aufzuhoeren, sich mit Haenden und Fuessen gegenueber einer vermeintlichen kostenlos Kultur zu erwehren, die nie bestanden hat.
    Immerhin muss ich mir ja die Werbung anschauen oder etwa nicht?

    Diese ganze Diskussion ist so unglaublich deutsch und spielt sich auf einem Level ab, der mich vermuten laesst, dass die meissten Protagonisten der Publishing-Netzwerke auf dem Wissensstand der spaet 90er stehen geblieben sind.

    Die Uhr tickt und zwar immer schneller!

  12. Konstantin Neven DuMont |  18.12.2009 | 13:16 | permalink  

    @50hz: Grundsätzlich glaube ich nicht, dass es an einer kritischen Auseinandersetzung mit Medienschaffenden mangelt. Eine Kollegenschelte meinerseits wäre zur Zeit eher kontraproduktiv.

    @Sascha Pallenberg: Die Finanzierung von Journalisten durch den Endkunden erzeugt meines Erachtens eine höchstmögliche Qualität. Staatlich subventionierter Journalismus hat seine Tücken. Das hat der Fall Nikolaus Brender erst vor kurzem bestätigt. Rein werbefinanzierter Journalismus führt oftmals zu oberflächlichen Inhalten, wie bei vielen Anzeigenblättern beobachtet werden kann. Im Netz findet man ebenfalls genügend Beispiele.

    Momentan favorisiere ich eine gemeinsame Vermarktungsplattform von Inhalteanbietern und Autoren. Darin eingestellte Artikel sollen für wenige Cent angeboten werden. Es wäre sinnvoll, wenn möglichst viele Verantwortliche von dieser Idee überzeugt werden können. Die bisherige Resonanz ist durchaus positiv.

  13. v, Alzheimer |  22.12.2009 | 17:13 | permalink  

    Hallo

    zu Herrn Konstantin Neven DM (Köln) hier kein Wort. Und Herr Stefan Niggemeiers Weblog ZENSIERT nachweislich gerade in der “Debatte” um seinen Kommentar…

    v. Alzheimer (Bonn, 22.12.2009)

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