Ulrike Langer | 3 Kommentar(e)
Diesmal mit: Kathrins Passig unterhaltsame Metakritik – 5 Fragen an den Leistungsschutz – Passauer Fußballfan demontiert Verlag – AOL glaubt nicht an “wertlose” Besucher von Suchmaschinen – Journalist Georg Holzer wird Medienunternehmer, weil er’s kann
06.12.2009 |
=”Top-Tipp:
Standardsituationen der Technologiekritik
Unter dieser unscheinbaren Überschrift hat die Autorin Kathrin Passig (Riesenmaschine, “Dinge geregelt kriegen ohne einen Funken Selbstdisziplin”) für den Online-Merkur eine wunderbare zeitlose und lakonische Betrachtung über die stets wiederkehrenden Argumente gegen technologischen Fortschritt geschrieben. Wer jetzt keine Zeit hat sie zu lesen: einfach für die Weihnachtstage bookmarken. Oder für Ostern. Sie ist dann ebenso gültig. Aber nicht vergessen!
Weitere Tipps:
Fünf Fragen an den Leistungsschutz
… stellt Stefan Winterbauer bei meedia. Denn: ”Weil Nutzer als zahlungsunwillig gelten und es nicht ganz einfach ist, Suchmaschinen zur Kasse zu bitten, ist man auf eine neue Idee gekommen: Die Allgemeinheit soll zahlen. Das Thema wirft viele Fragen auf. Von der Staatsnähe bis zur Gefahr von Verfassungsklagen.”
Publisher Lays out Plan to Save Newspaper
“This is Gutenberg’s Country. We invented this” – Die New York Times zitiert Christoph Keese, Cheflobbyist des Axel Springer Verlags zur Zukunft des Journalismus (Paid Content, One Click Bezahlmodell, Google soll zahlen, Leistungsschutzrecht) sowie Medienberater und Carta-Blogger Robin Meyer-Lucht als Kritiker der Leistungsschutzrechts.
Wie ein 20-Jähriger einen Verlag demontiert
Christian Jakubetz erzählt die lesenswerte Geschichte des jungen Fußballfans Michael Wagner, der mit seinem Engagement für “ziemlich gruselige C-Klassen-Kicks” und einer Heerschaar freiwilliger Zuarbeiter konsequent lokale Bedürfnisse bedient und mit seinem Portal fussball-passau.de die Lokalsportseiten der Passauer Neue Presse ins Abseits beförderte, bevor es der Platzhirsch überhaupt bemerkte.
American Journalism Review beschreibt, wie Webmedien wie Slate, lokale Zeitungen wie Star-News in Wilmington, North Carolina und nationale Zeitungen wie das Wall Street Journal ihre Inhalte per Twitter, Facebook und Co. verteilen und über soziale Plattformen den Austausch mit ihren Nutzern pflegen.
AOL & Yahoo Will Take Those Worthless Search Visitors That Some Newspapers Don’t Want
Danny Sullivan (Daggle) glaubt, dass AOL Journalisten vor allem deshalb automatisierte Beitragsvorschläge bearbeiten lassen lassen, um die sogenannten “wertlosen Besucher von Suchmaschinen” (wertlos laut Murdochs News Corporation) besser zu monetarisieren. Denn die Themenideen beruhen auf Trends bei den Suchbegriffen. Eine kritische Betrachtung dieses Modells gibt es bei Zeit Online: “Roboter als Redakteure”.
Meine Zukunft und die der Medien
Der österreichische freie Journalist Georg Holzer, Spezialist für Multimedia- und Technologiethemen, gründet eine “Tageszeitung für die digitale Wissengesellschaft”. Als Vorbild nennt er eine Sports Illustrated-Anwendungsstudie des Time-Verlags für das noch nicht existente Apple Tablet. Holzers digitale Zeitung soll anfangs gratis erscheinen, später auch in Paid-Content-Versionen und soll keine bezahlten Anzeigen enthalten. Warum er sein Projekt startet: “Weil ich’s kann! 2010 kommen nicht nur die Endgeräte dafür, sondern auch die Geschäftsmodelle. Genau deshalb wird 2010 jeder zum profitablen Medienhaus werden können, der Inhalte auf professionellem Niveau anbieten kann.” Ein Bekenntnis, das wir im kommenden Jahr hoffentlich noch öfters vernehmen werden.
How Programmer/Journalists Craft Their Own Study Programs
Trotz CUNY Journalism School und anderen zukunftsweisenden Programmen: Auch in den USA wird die Zukunft des Journalismus weniger institutionell gelehrt als in Eigenregie erarbeitet. Megan Taylor von Mediashift stellt sechs junge und angehende Journalisten vor, die sich selbst für die multimedialen und technologischen Herausforderungen der journalistischen Zukunft wappnen. Eine Serie, die fortgesetzt werden soll – dann auch mit Frauen.
The Journalist’s Guide to Maximizing Personal Social Media ROI
Mashable stellt fünf US-Journalisten und ihre unterschiedliche Social-Media-Routinen vor – Beispiele unterschiedliche Strategien, um Vernetzung und Produktivität in Einklang zu bringen.
Die Fachjournalistin Ulrike Langer bloggt auf medialdigital, wo sie auch diese Linktipps regelmäßig veröffentlicht. Carta übernimmt die Linktipps mit freundlicher Genehmigung der Autorin als Crossposting.


“Unter dieser unscheinbaren Überschrift hat die Autorin Kathrin Passig (Riesenmaschine, “Dinge geregelt kriegen ohne einen Funken Selbstdisziplin”) für den Online-Auftritt des Rheinischen Merkur”
Ui, grober Fehler. Der Artikel ist NICHT im Rheinischen Merkur, sondern in “Merkur – Zeitschrift für europäisches Denken” erschienen. Das ist n Unterschied wie Tag und Nacht (bzw. zwischen rechts und liberal) und sollte schnellstmöglich korrigiert werden.
http://online-merkur.de/
Danke für den Hinweis, ist korrigiert.
zu dem Linktipp: Standardsituationen der Technologiekritik
Wir leben bereits im Science Fiction Zeitalter, vor 20 Jahren habe ich mir solche Techniken wie Handy, Internet, extrem flache Monitore und Fernseher, 3D-Kino kaum vorstellen können. Der momentane Stand der Technik hat meine Erwartungen bei weitem übertroffen. Was muss jetzt noch erfunden werden, dass der Mensch aus dem Staunen nicht mehr rauskommt? Was ist in 20 Jahren möglich, es werden so hoffe ich die positiven Möglichkeiten überwiegen.