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Robin Meyer-Lucht

Peter Doherty und der mediale Nazirausch

Robin Meyer-Lucht | 1 Kommentar(e)


Daniel Erk widmet sich im Bildblog der Doherty-Skandalisierung. Mit einiger Lust zur Halbwahrheit haben viele Zeitungen Doherty vorgeworfen, er habe die “Nazi-Hymne” im Bayrischen Rundfunk gesungen. Das stimmt so nicht.

01.12.2009 | 

Daniel Erk widmet sich im Bildblog der Doherty-Skandalisierung. Mit einiger Lust zur Halbwahrheit haben viele Zeitungen Doherty vorgeworfen, er habe die “Nazi-Hymne” im Bayrischen Rundfunk gesungen. Das stimmt so nicht. Das Deutschlandlied wurde schließlich nicht von den Nazis erfunden. Die Aufmerksamkeitsmaschinerie aber interessierte das wieder einmal nicht – Nazis verkaufen sich halt zu gut:

So aber funktioniert die Dialektik der Aufregung: Weil sich das Große im Kleinen spiegelt und Mahner ein ständiges “Wehret den Anfängen” raunen, wird aus einer Mücke ein Tyrannosaurus Rex gemacht. Unter dem Banner von Wehrhaftigkeit und Aufklärung geistert dann der so schön gruselige Geist des Dritten Reiches durch die billigen Gazetten, selbst wenn er da so gar nichts zu suchen hat. Und ganz im Sinne der Aufmerksamkeit darf sich die Boulevardjournalistin zweimal freuen — einmal, wenn sie sich den Skandal herbeischwadroniert. Und einmal, wenn sich der Proganonist dann für den vermeintlichen Skandal entschuldigt. Und so geschah es, und sueddeutsche.de, “Focus Online”, “RP Online”, die “Welt”, die “tz” und all die anderen, sie hatten wieder eine Seite mit irgendeinem Unsinn gefüllt und zugleich das gute, aber unberechtigte Gefühl, etwas im Kampf gegen den Faschismus getan zu haben.

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1 Kommentar

  1. Hans Oberberger |  02.12.2009 | 17:49 | permalink  

    Das ist – mit Verlaub – dialektischer Quatsch. Niemand hat Doherty ernsthaft vorgeworfen ein Nazis zu sein. Deshalb reklamiert vermutlich auch keiner der Autoren für sich, etwas “im Kampf gegen den Faschismus getan zu haben”. Aber der Sänger hat mit dem Singen der ersten Deutschlandlied-Strophe bewusst provoziert. Und ein offensichtlich betrunkener, hermupöbelnder Musiker auf einer öffentlichen Bühne ist durchaus ein Thema. So simpel ist das.

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