Ulrike Langer

Medienlinks zum Wochenstart: Das Web – Horrorfilm und Schlaraffenland

Ulrike Langer | 4 Kommentar(e)


Diesmal mit: Gegen das Gugel-Monster hilft keine Paywall – 7 Thesen zu profitablem Journalismus im Netz – 4 Interviews mit Bloggern – Worauf verlinken US-Blogger? – Analyse des Welt am Sonntag eMag

29.11.2009 | 

Top-Tipp:

Shift: Von Dollars und Dämonen

Für den BR-Moderator und Journalist Richard Gutjahr entwickelt sich Internet wie ein Horrorfilm – jedenfalls aus Sicht der Verlage. “Statt zu handeln, reagierten die Platzhirsche bislang wie die Opfer in einem drittklassigen Teenie-Horrorfilm: sie liefen davon und hofften, dass der Spuk bald vorbei ist.” Gegen Ende des Films verbarrikadieren sich die Verlage hinter einer Paywall, aber Kenner des Genres wissen natürlich: Das Gugel-Monster ist schon längst da und so wird die Bezahlmauer zur tödlichen Falle. Bonusmaterial: Ein sehr schönes Filmplakat. Empfehlenswert als unmittelbare Anschlusslektüre: Jörg Wittkewitz bei den Blogpiloten über Das Web als Schlaraffenland.

Weitere Tipps:

Warum die Verleger zum Internet einfach schweigen sollten

Netzpolitik-Blogger Markus Beckedahl ist weder Journalist noch Verleger, sondern Webberater – und beweist mit sieben Thesen mehr Verständnis für die wirtschaftlichen Mechanismen des Journalismus im Netz als viele Journalisten und Verleger (auch bei Carta).

Blogger-Interviews für dctp.tv #1

Der Journalist Philip Banse führt für dctp.tv je 35minütige ebenso entspannte wie interessante Video-Interviews mit bekannten Bloggern. In der ersten Staffel dabei: Markus Beckedahl, Stefan Niggemeier, Johnnny Häusler, Sascha Lob. Besonders sehenswert: Die Folge mit Niggemeier.

“Über den Inhalt begeistern”

Matthias Döpfner begründet in einem viermütigen Interview mit den Zeit-Herausgebern Josef Joffe und Michael Naumann, warum die Axel Springer AG auf Paid Content setzt.

Why Big Media’s Anti-Google Counter-Revolution Will Fail

Blocking Google is about as smart as eating a pound of plutonium“, findet der Direktor des Havas Media Lab, Umair Haque. Einer der Gründe, die er vorbringt: Der Versuch von Microsoft und Murdoch mittels Google-Ausschluss die begrenzten Medienresourcen des 20. Jahrhunderts künstlich wieder herzustellen, funktioniert nicht mehr.

The blogosphere’s top 10 websites

Worauf verlinken US-Blogger? Jedenfalls weniger auf journalistische Websites als Rupert Murdoch glauben machen möchte. An oberster Stelle wird auf die englischsprachige Wikipedia verlinkt. Nur ein einziges Medienportal ist in den Top Ten vertreten – die New York Times auf Platz 9 (zwei Plätze hinter Facebook). Bei Guardian PDA.

Das Offline-Magazin

Steffen Leidel bei lab, dem Ausbildungs-Blog der Deutschen Welle, mit einer differenzierten Analyse der Stärken und Schwächen des neuen kostenpflichtigen eMag der Welt am Sonntag.

Rupert Murdoch has it backwards

Seth Godin beweist, dass auch ein Zweizeiler ein lesenswerter Blogbeitrag sein kann.

Die Fachjournalistin Ulrike Langer bloggt auf medialdigital, wo sie auch diese Linktipps regelmäßig veröffentlicht. Carta übernimmt die Linktipps mit freundlicher Genehmigung der Autorin als Crossposting.

4 Kommentare

  1. JF |  30.11.2009 | 18:11 | permalink  

    Im weiteren Kontext vielleicht interessant: als You Tube Video eine alte
    Reklame an Studenten gerichtet um Journalist zu werden. Es ist in engl. Sprache,
    USA, wurde ca. 1940 gemacht. Dem Zuseher der Betrieb
    der Zeitungen vorgestellt, das hat eine eigene Qualitaet. Es hat den Charme alte Filme, mit “Stimme Gottes” in leicht verstaendlichem, ordentlichen Englisch, und ist
    vielleicht auch unbeabsichtigt witzig wegen der ihm eigenen Naivitiaet:
    “… fires are exciting events but are not nearly happening as often as
    you might think” … wird etwa den potentiellen Journalisten erklaert.
    Es ist sicherlich auch geeignet fuer Medienfrustrierte, ist m. E. sehr entspannend.
    http://www.youtube.com/watch?v=9rvBgaxUXrc

  2. JF |  30.11.2009 | 18:30 | permalink  

    Moechte micht fuer die Fehler und schlechte Formatierung
    in meinem Kommentar entschuldigen. Und dabei freilich
    auch darauf hinweisen, dass mir das Programm oder sonstwas
    immer wieder einen Streich spielt.
    Mag ich es auch noch so sorgfaeltig formatieren, gepostet
    erscheint es immer wieder anders. Ebenso akzeptiert es
    keine Aenderungen waehrend des Schreibens. So wurde
    etwa “wird” in zweitem Absatz unterschlagen, nachdem ich
    den urspruenglichen Text geaendert habe.
    Vielleicht mag das Programm keine “Auslaender”, kann
    auch sein.

  3. Robin Meyer-Lucht |  30.11.2009 | 18:33 | permalink  

    @ JF: Wir arbeiten an einer Verbesserung. Am besten nicht Umbrüche durch Returns in den Text hauen….

    gruss,

    rml

  4. Ulrike Langer |  30.11.2009 | 18:54 | permalink  

    @JF: Ein interessantes Video. Offenbar als Berufsberatungs-Material für Schulen gedreht. Frappierend find ich die Passage in der Mitte: Mit welcher Selbstverständlichkeit Schülerinnen mit journalistischen Ambitionen kurz geraten wird, sich gezielt auf Stellen in den Koch-, Haushalts- und Erziehungsseiten zu bewerben, bevor es wieder um Journalismus als gottgegebenen Männerberuf geht. Und das Video ist gerade mal 60 Jahre alt (noch vor 40 Jahren war es sicher nicht viel anders). Unter diesen Voraussetzungen wäre ich bestimmt nicht Journalistin geworden.

    Danke für den Link!

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