Ursula Weidenfeld

Hase, Igel, Banker-Boni

Ursula Weidenfeld | 2 Kommentar(e)


Angela Merkel und Nicolas Sarkozy wollen eine Reihe von Regelungen Banker-Boni durchbringen. Das ist populär, doch die Wirkung wird gering sein.

01.09.2009 | 

Die deutsche Bundeskanzlerin und der französische Ministerpräsident wollen die Bonuszahlungen für Banker reglementieren. Boni sollen in der Höhe begrenzt werden, sie sollen mit großem Zeitverzug ausgezahlt werden, und sie sollen anullierbar werden, wenn eine Bank Probleme bekommt. So wurde es am Montag Abend vereinbart. Nicolas Sarkozy will Banken, die nicht mitmachen, von öffentlichen Aufträgen ausschließen. Und Angela Merkel will gar dafür sorgen, dass eine Krise wie diese sich niemals wiederholt.

Sarkozy hat gute Chancen, sein Vorhaben wahr zu machen. Die französischen Banken sind entweder ohnehin verstaatlicht oder doch mindestens so staatsnah, dass sie sich beeilen werden, ihren Mitarbeitern die Zusatzvergütungen zusammenzustreichen. Angela Merkel wird ebenfalls erfolgreich sein: Eine Krise wie diese wird sich nicht wiederholen. Das liegt vor allem daran, dass sich Geschichte nicht wiederholt. Vernünftig ist es, dafür zu sorgen, das Boni zeitlich gestaffelt ausgezahlt werden. Die unmittelbare Auszahlung der Belohnung scheint tatsächlich einer der wesentlichen Impulse zu sein, immer schneller immer höhere Risiken einzugehen.

Die Schwäche der deutsch-französischen Anstrengungen: Sie sind populistisch und werden kaum nachhaltig wirken. In Frankreich und Deutschland werden vermutlich schon bald die Großverdiener nicht mehr als Festangestellte in den Banken sitzen. Es werden selbstständige Berater sein, die sich in den Banken ums Investmentgeschäft kümmern. So werden aus Bonuszahlungen Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit, das Hase-und-Igel-Spiel mit den Regulierern geht in die nächste Runde. Und wenn in Deutschland die Banken erst schwer reguliert sind, wird man überrascht feststellen, dass die nächste Krise doch gekommen ist. Aus einer Richtung, aus der man es nun wirklich nicht erwartet hätte.

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2 Kommentare

  1. Matthias Schwenk |  01.09.2009 | 12:01 | permalink  

    Nicolas Sarkozy liest wahrscheinlich nicht Carta. Ansonsten würde er sich vielleicht über die Titulierung als “Ministerpräsident” ärgern. Im Französischen trägt er den Titel “Président de la République“, was im Deutschen meist mit “Staatspräsident” wiedergegeben wird.

  2. Ursula Weidenfeld |  01.09.2009 | 13:15 | permalink  

    Sie haben absolut Recht.

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