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	<title>Kommentare zu: Boston Globe: Wertlos, aber systemrelevant?</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Von: Rainer Barg</title>
		<link>http://carta.info/10902/aasgeier/comment-page-1/#comment-3166</link>
		<dc:creator>Rainer Barg</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Jun 2009 20:32:16 +0000</pubDate>
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		<description>Das Fehlen der meisten Regionalzeitungen, die ich kenne, w&#252;rde in Hinblick auf investigativen Journalismus nicht weiter auffallen. Nur weil ein Medium eine Zeitung ist, belegt das noch nicht ihren Anspruch oder ihre Qualit&#228;t. Was f&#252;r ein irrelevanter Informationsmatsch aus den Tiefen der Sch&#252;tzenvereine, was f&#252;r seichte &quot;Leute-Geschichten&quot; oder was f&#252;r fachlich v&#246;llig kenntnisfreie Kulturberichterstattung abgeliefert wird, ist das eine, da andere ist der oft v&#246;llig fehlende Blick auf konfliktpotentielle Themen in Politik und Gesellschaft. Der &quot;Boston Globe&quot; mag ein publizistischer Leuchtturm sein; die deutsche Durchschnitts-Regional- und vor allem Lokalpresse ist in der Regel h&#246;chstens das Schlusslicht und ganz sicher nicht systemrelevant. Was diese Bl&#228;tter leisten, kann oft ohne Weiteres von ambitionierten Anzeigenbl&#228;ttern substituiert werden.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Das Fehlen der meisten Regionalzeitungen, die ich kenne, w&#252;rde in Hinblick auf investigativen Journalismus nicht weiter auffallen. Nur weil ein Medium eine Zeitung ist, belegt das noch nicht ihren Anspruch oder ihre Qualit&#228;t. Was f&#252;r ein irrelevanter Informationsmatsch aus den Tiefen der Sch&#252;tzenvereine, was f&#252;r seichte &#8220;Leute-Geschichten&#8221; oder was f&#252;r fachlich v&#246;llig kenntnisfreie Kulturberichterstattung abgeliefert wird, ist das eine, da andere ist der oft v&#246;llig fehlende Blick auf konfliktpotentielle Themen in Politik und Gesellschaft. Der &#8220;Boston Globe&#8221; mag ein publizistischer Leuchtturm sein; die deutsche Durchschnitts-Regional- und vor allem Lokalpresse ist in der Regel h&#246;chstens das Schlusslicht und ganz sicher nicht systemrelevant. Was diese Bl&#228;tter leisten, kann oft ohne Weiteres von ambitionierten Anzeigenbl&#228;ttern substituiert werden.</p>
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		<title>Von: rml</title>
		<link>http://carta.info/10902/aasgeier/comment-page-1/#comment-3132</link>
		<dc:creator>rml</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Jun 2009 15:35:49 +0000</pubDate>
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		<description>@ russ-mohl:

Hm, die Einstellung des Boston Globe als real-life-Experiment f&#252;r die Unverzichtbarkeit des Journalismus -- die Mitarbeiter der Zeitung werden nicht am&#252;siert sein, Teil eines Experiments zu sein.

Journalismus ist systemrelevant, aber nicht jede Publikation und nicht die Distributionsform Tageszeitung.

lg, 

robin</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@ russ-mohl:</p>
<p>Hm, die Einstellung des Boston Globe als real-life-Experiment f&#252;r die Unverzichtbarkeit des Journalismus &#8212; die Mitarbeiter der Zeitung werden nicht am&#252;siert sein, Teil eines Experiments zu sein.</p>
<p>Journalismus ist systemrelevant, aber nicht jede Publikation und nicht die Distributionsform Tageszeitung.</p>
<p>lg, </p>
<p>robin</p>
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		<title>Von: erz</title>
		<link>http://carta.info/10902/aasgeier/comment-page-1/#comment-3129</link>
		<dc:creator>erz</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Jun 2009 14:27:00 +0000</pubDate>
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		<description>Ich bin ja nun qua meines beginnenden Engagements als selbstverantwortlicher Publizist ein starker Bef&#252;rworter de &quot;B&#252;rgerjournalismus&quot;. Deswegen kann ich die Unterstellung nicht teilen, dass nur grosse Redaktionen investigativen Journalismus betreiben k&#246;nnten. Ich teile allerdings die Auffassung, dass redaktionelle Betreuung f&#252;r mancherlei Qualit&#228;tsmanagement und vor allem thematische Sortierung eine Daseinsberechtigung hat.

Wenn ich mich nun mit ein paar Freunden in der gro&#223;en weiten Welt des online-Journalismus selbst&#228;ndig mache, haben wir nat&#252;rlich auch noch keine Antworten auf den anstehenden Wandel der Medienlandschaft. Trotzdem sind wir sogar ohne Businessmodell &#252;berzeugt, dass wir einige Dinge leisten k&#246;nnen, die Sie als Alleinstellungsmerkmal von &quot;Profi-Journalisten&quot; vermuten. 

Und wenn alle ambitionierten Autoren dank der vereinfachten Vernetzung des neuen Mediums auf den Wasserkopf eines Verlagshauses verzichten k&#246;nnen und quasi-verlegerische Strukturen f&#252;r sich nutzbar machen ist auch die Professionalisierung nicht weit. Wom&#246;glich steckt dank gesunkener Kosten sogar ein tragf&#228;higes Gesch&#228;ftsmodell im Online-Journalismus. Mal sehen, ob die Zukunft neben Reichweite auch gesellschaftliche Relevanz und finanzielle Wertsch&#228;tzung bringt.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin ja nun qua meines beginnenden Engagements als selbstverantwortlicher Publizist ein starker Bef&#252;rworter de &#8220;B&#252;rgerjournalismus&#8221;. Deswegen kann ich die Unterstellung nicht teilen, dass nur grosse Redaktionen investigativen Journalismus betreiben k&#246;nnten. Ich teile allerdings die Auffassung, dass redaktionelle Betreuung f&#252;r mancherlei Qualit&#228;tsmanagement und vor allem thematische Sortierung eine Daseinsberechtigung hat.</p>
<p>Wenn ich mich nun mit ein paar Freunden in der gro&#223;en weiten Welt des online-Journalismus selbst&#228;ndig mache, haben wir nat&#252;rlich auch noch keine Antworten auf den anstehenden Wandel der Medienlandschaft. Trotzdem sind wir sogar ohne Businessmodell &#252;berzeugt, dass wir einige Dinge leisten k&#246;nnen, die Sie als Alleinstellungsmerkmal von &#8220;Profi-Journalisten&#8221; vermuten. </p>
<p>Und wenn alle ambitionierten Autoren dank der vereinfachten Vernetzung des neuen Mediums auf den Wasserkopf eines Verlagshauses verzichten k&#246;nnen und quasi-verlegerische Strukturen f&#252;r sich nutzbar machen ist auch die Professionalisierung nicht weit. Wom&#246;glich steckt dank gesunkener Kosten sogar ein tragf&#228;higes Gesch&#228;ftsmodell im Online-Journalismus. Mal sehen, ob die Zukunft neben Reichweite auch gesellschaftliche Relevanz und finanzielle Wertsch&#228;tzung bringt.</p>
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		<title>Von: Romanoff</title>
		<link>http://carta.info/10902/aasgeier/comment-page-1/#comment-3127</link>
		<dc:creator>Romanoff</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Jun 2009 13:49:27 +0000</pubDate>
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		<description>&quot;investigativer Journalismus, wie ihn realistischerweise nur grosse Redaktionen betreiben k&#246;nnen&quot;

Ist das wirklich so?
Oder ist es auch nur eine dieser verlorengehenden Gewissheiten?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;investigativer Journalismus, wie ihn realistischerweise nur grosse Redaktionen betreiben k&#246;nnen&#8221;</p>
<p>Ist das wirklich so?<br />
Oder ist es auch nur eine dieser verlorengehenden Gewissheiten?</p>
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		<title>Von: Stephan Russ-Mohl</title>
		<link>http://carta.info/10902/aasgeier/comment-page-1/#comment-3125</link>
		<dc:creator>Stephan Russ-Mohl</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Jun 2009 13:41:57 +0000</pubDate>
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		<description>Tue ich doch gerne: In der Tat denke ich, dass uns etwas fehlen wird, wenn sich investigativer Journalismus, wie ihn realistischerweise nur grosse Redaktionen betreiben k&#246;nnen, kaum mehr stattfindet, weil er sich nicht finanzieren l&#228;sst - und dass sich Korruption auch dann leichter ausbreiten wird, wenn niemand mehr f&#252;rchten muss, dass er von recherchierenden Profi-Journalisten an den Pranger gestellt wird...

Die Medienforscher als Aasgeier: Zugegeben, die Metapher ist heftig - aber so wie der Geier auf den Tod seiner Beute wartet, so tun das im Blick auf die Tageszeitungen derzeit einige Forscherkollegen: Solange es den Boston Globe noch gibt, kann man nur spekulieren, was &quot;danach&quot; passieren wird. Gibt es ihn nicht mehr, kann man die dann sich neu formierende Medienlandschaft empirisch untersuchen...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Tue ich doch gerne: In der Tat denke ich, dass uns etwas fehlen wird, wenn sich investigativer Journalismus, wie ihn realistischerweise nur grosse Redaktionen betreiben k&#246;nnen, kaum mehr stattfindet, weil er sich nicht finanzieren l&#228;sst &#8211; und dass sich Korruption auch dann leichter ausbreiten wird, wenn niemand mehr f&#252;rchten muss, dass er von recherchierenden Profi-Journalisten an den Pranger gestellt wird&#8230;</p>
<p>Die Medienforscher als Aasgeier: Zugegeben, die Metapher ist heftig &#8211; aber so wie der Geier auf den Tod seiner Beute wartet, so tun das im Blick auf die Tageszeitungen derzeit einige Forscherkollegen: Solange es den Boston Globe noch gibt, kann man nur spekulieren, was &#8220;danach&#8221; passieren wird. Gibt es ihn nicht mehr, kann man die dann sich neu formierende Medienlandschaft empirisch untersuchen&#8230;</p>
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		<title>Von: erz</title>
		<link>http://carta.info/10902/aasgeier/comment-page-1/#comment-3123</link>
		<dc:creator>erz</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Jun 2009 12:43:32 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=10902#comment-3123</guid>
		<description>Was mir aus dem Artikel noch nicht ganz klar wird:
Soll gewarnt werden vor dem Fehlen der &quot;vierten Gewalt&quot;, einer Kontrollinstanz f&#252;r die Gesellschaft, wenn das Gesch&#228;ftsmodell der Gro&#223;verlage mit ihren Printredaktionen nicht mehr tragf&#228;hig wird? Wieso sind die Medienforscher in diesem Zusammenhang Aasgeier? Profitieren sie von der Krise oder sind sie nur Boten eines bevorstehenden Todes?

Es stellt sich mir die Frage, welche Fragen der Artikel denn konkret stellen will, geschweige denn, welche er beantwortet. Vielleicht mag Herr Russ-Mohl die Vorz&#252;ge des interaktiven Mediums nutzen und in diesem spannenden und diskussionsw&#252;rdigen Themenfeld meine Neugier ein wenig befriedigen?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Was mir aus dem Artikel noch nicht ganz klar wird:<br />
Soll gewarnt werden vor dem Fehlen der &#8220;vierten Gewalt&#8221;, einer Kontrollinstanz f&#252;r die Gesellschaft, wenn das Gesch&#228;ftsmodell der Gro&#223;verlage mit ihren Printredaktionen nicht mehr tragf&#228;hig wird? Wieso sind die Medienforscher in diesem Zusammenhang Aasgeier? Profitieren sie von der Krise oder sind sie nur Boten eines bevorstehenden Todes?</p>
<p>Es stellt sich mir die Frage, welche Fragen der Artikel denn konkret stellen will, geschweige denn, welche er beantwortet. Vielleicht mag Herr Russ-Mohl die Vorz&#252;ge des interaktiven Mediums nutzen und in diesem spannenden und diskussionsw&#252;rdigen Themenfeld meine Neugier ein wenig befriedigen?</p>
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